Grand Vitara 3,2 V6 – Suzukis Kapitaler Schluckspecht

3477


 

Vitara_Gelände_Hans Jörg Nagel_550
 



Heft 06/2010

Kraftvoll, dynamisch und elegant kommt er daher. Nicht nur auf der Straße, auch im Gelände fühlt sich der Grand Vitara 3,2 V6 Facelift wohl. Power satt – doch zu welchem Preis?

 

Vitara_Schaltung_Hans Jörg Nagel_550
Die Kommandozentrale ist einfach und funktionell. Das große Navi überzeugt. (Foto: Hans Jörg Nagel)
Schick, potent und durstig. Der jüngste Nachwuchs von Suzuki zum 20. Geburtstag der Vitara-Modellreihe. Mittlerweile heißt er Grand Vitara und hat zum Jubiläum zwei neue Motoren spendiert bekommen. Einer davon, der 3,2 Liter V6 Motor mit 232 Pferden unter der Haube, soll sich im DJZ-Test beweisen.
Straßenkreuzer?
Permanenter Allradantrieb, Fünfgang-Automatikgetriebe und ein straffes Fahrwerk geben dem Fahrer das Gefühl von Sicherheit auf der Straße. Die Lenkung dürfte etwas direkter sein, vor allem bei langsamem Fahren. Muss es mal schnell voran gehen, gibt es einen Powerknopf. Diesen gedrückt, dreht der Motor vorm Schalten zwar etwas höher, die Beschleunigung bleibt aber nahezu identisch.
Laut Hersteller braucht der Sprint von Null auf 100 knapp über neun Sekunden. Diese wirken aber deutlich länger. 232 PS aus sechs Zylindern sollten immer genug Reserven bieten. Einige der Traber sind aber am Dösen und arbeiten gefühlt erst ab 4000 Umdrehungen pro Minute. Trotzdem sind sie durstig. Alle zusammen verbrauchten beim Test Durchschnittlich 12,4 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer bei gemäßigter Fahrweise. Schon nach kurzer Zeit werden Sie ein sehr persönliches Verhältnis zu Ihrem Tankwart aufbauen. Bei diesem Verbrauch und gerade mal 66 Liter Tankinhalt liegt die Reichweite bei rund 500 Straßenkilometern.
Geländewagen?
Im Dauersprint legt der Vitara 200 Kilometer in der Stunde zurück. Viel mehr als jeder reinrassige Geländewagen. Trotzdem meistert er die Offroad-Einsätze im Revier mit Bravour. Rund 20 Zentimeter Bodenfreiheit gepaart mit einem kurzen Radstand reichen für den Durchschnittsjäger aus. Die Verschränkung ist nicht überragend, durch das sperrbare Mitteldifferenzial aber auch nicht notwendig. Mit der Geländeuntersetzung  sind keine Wege tabu. 2 000 Kilogramm Anhängelast erlaubt der Gesetzgeber. Diese zieht das Geburtstagskind auch. Sogar auf losem  Untergrund wird ausreichend Kraft in Vortrieb umgesetzt. 11 Meter Wendekreis ist für einen Kompakten nicht gerade wenig. Für steile Talfahrten ist der Grand Vitara mit einer Bergabfahrhilfe ausgestattet. Diese eingeschaltet, geht es mit maximal 10 Kilometern pro Stunde motorgebremst hinunter. Nur noch lenken muss der Steuermann selbst.
Von beidem etwas
Gutes Familien- und Zugfahrzeug, ideal für Landeier und Jäger. Egal, ob Einkaufsfahrt der Frau in die Stadt, Urlaubsreise mit der Familie über die Autobahn oder Revierfahrt mit dem Jagdhund in unwegsamem Gelände: Der Grand Vitara zeigt sich überall von seiner besten Seite. Der Kofferraum ist vollkommen ausreichend. Sehr gute Übersicht und Bedienbarkeit zeichnen den kompakten Geländewagen aus. Sicherheit und Komfort lassen im Jubiläumsmodell keine Wünsche offen. Einzig der Verbrauch ist beim großen Benziner nicht ganz zeitgemäß.
Armin Liese
 

 


 

Vitara_Wald_Hans Jörg Nagel_550
Revierdiener mit ausreichend Platz, satter Leistung und permanentem Allradantrieb (Foto: na)

Grand Vitara

Motor: 3,2 Liter V6-Ottomotor
Leistung: 171/233 kW/PS
Drehmoment: 291 Nm
Verbrauch: 10,6 Liter Super bleifrei
Geschwindigkeit: max. 200 km/h
L x B x H 4 300 x 1.800 x 1.685 mm
Wendekreis: 11 Meter
Leergewicht: 1790 kg
Kofferraum: 398 Liter
Bodenfreiheit: 200 mm
CO2 -Ausstoß: 245 g/km
Versicherung: 18/24/23 (KH/VK/TK)
Grundpreis: 36.000 Euro
 

 

 

 

Aboangebot