Suzuki Jimny 1.3 – Quadratisch, praktisch, gut

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Heft 04/2011

Der Suzuki Jimny ist als Jagdauto fast nicht zu schlagen. Starrachse, geringer Wendekreis und hohe Bodenfreiheit machen dem Offroad-Zwerg jeden Weg frei. Ein Sahnestückchen in Wald und Feld, zartbitter in der Zivilisation.

 

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Stauraum wie in einem Koffer. Wen es nicht stört, hat im Jimny einen hervorragenden Wald- und Wiesenteufel (Fotos: Hans Jörg Nagel)
Als Enkel der beliebten SJ-Reihe hat sich der Suzuki Jimny längst einen Namen gemacht. Bestimmt ist er kein Langstreckler, sicher keine Familienkutsche und ebenso sicher kein Lastenesel – aber eins ist sicher: Er ist ein Wald- und Wiesenteufel. Und nun gibt es den Offroad-Zwerg mit steuergünstiger Abgasnorm Euro 5. Der Gang um den Jimny ist schnell beendet. Gerade mal 3,63 Meter misst er in der Länge und 1,60 Meter in der Breite. Dafür ist er mit 1,67 Meter recht hoch. Türen auf und rein: Dort geht es spartanisch zu, viel zu entdecken gibt es nicht. Die Armaturen – groß und schnörkellos – verraten dem Fahrer gerade mal Geschwindigkeit und Drehzahl, Temperatur und Sprit-Füllstand. Klimaanlage, automatische Außenspiegel-Einstellung und CD-Radio sind der einzige Luxus. Ganz schlecht: Die Einheiten mit den Tasten zum Öffnen der Fenster an der Innenverkleidung der Türen ragen einige Zentimeter ins Wageninnere. Das bewirkt einen permanenten Druck auf die Knie, wenn man sie instinktiv anlehnt. Und das tut nach einer Weile weh.
Hinten trennt sich die Spreu vom Weizen
Zwei Personen können im Fond des dreitürigen Jimnys Platz nehmen. Für den Einstieg nach hinten muss die Rückenlehne des Vordersitzes geklappt und der ganze Stuhl nach vorne gefahren werden. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Für die Rücksitze braucht man das Sportabzeichen. Haben aber zwei Mitfahrer hinten erst einmal Platz genommen, sitzen sie bombenfest. Schulter an Schulter aneinander gepresst ist auch enge Kurvenfahrt kein Problem. Die Kopfhöhe stimmt hinten wie vorne. Selbst mit 1,85 Meter Gardemaß stößt man nicht an den Himmel. Drei Schalter geben dem Fahrer die Möglichkeit, zwischen Frontantrieb, Allradschub und untersetztem Vierradantrieb zu wählen. So kann der Jäger jedes Gelände meistern. Schon die Vorgänger SJ 410 und 413 waren ab 1998 regelmäßig Testsieger im reinen Offroad-Betrieb. Dem steht der Jimny in nichts nach. Geringes Gewicht, sparsame Abmessung und ausreichend Kraft machen ihn zu einem idealen Jägerauto. Hinzu kommt die Bodenfreiheit von gut 19 Zentimetern. Die und der geringe Radstand schließen ein Aufsetzen weitgehend aus. Kurz: Im DJZ-Praxistest wurden Wald- und Feldwege benutzt, die auch schon zuvor mit vielen SUV und Geländewagen bewältigt wurden. Der Jimny meistert die Schlammpfade, Bodenwellen, Löcher und Kieswege als Klassenbester.
Von leicht-bitter bis cremig-zart
Einen Minuspunkt gibt es allerdings für die Ladefläche. Sind die hinteren Sitze aufgestellt, passen gerade mal drei Eimer oder eine Sporttasche in den Kofferraum. Das Stauvolumen lässt sich allerdings mit hochgeklappten Rücksitzen auf 780 Liter erhöhen. Der Innenraum ist dank der verwendeten Materialien (Kunststoff, Gummi, Polster) sehr pflegeleicht. Auf dem Weg ins Revier zeigt der kantige Offroad-Zwerg seine raue Seite. Zwar überzeugt der Jimny durch hervorragende Übersicht, allerdings sorgen der hohe Schwerpunkt und die „Schlecht-Wege-Federung“ auf öffentlichen Straßen für eine unruhige Fahrt. Den Trumpf Wendigkeit spielt der Kleine dagegen im Stadtverkehr aus. Den Jimny gibt es nur als Benziner mit 1,3 Liter Hubraum, 86 PS und 110 NM Drehmoment. Werksmäßig wird der Verbrauch mit 7,2 Litern angegeben. Im DJZ-Test waren es kombiniert (Straße, Gelände, Zwei- und Vierradantrieb) etwas über 8 Liter Super.
Fazit: Der Jimny ist als Revierfahrzeug für den Jäger ein Leckerchen. Leicht-bitter auf Überlandstraßen, cremig-zart in der Stadt und abseits der Zivilisation ein echtes Sahnestückchen.
Hans Jörg Nagel
 

 

 


 

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Störend sind die Einheiten zum Öffnen der Scheiben an den Innenverkleidungen der Türen (Foto: Hans Jörg Nagel)

Suzuki Jimny 1.3

PS: 86
Allradantrieb: zuschaltbar
Länge: 3,75 m
Radstand: 2,25 m
Wendekreis: 9,80 m
Bodenfreiheit: 190 mm
Verbrauch (DJZ-Test): 8 l/100 km
Leergewicht: ca. 1.145 kg
Kofferraumvolumen: 286 bis 778 l
Höchstgeschwindigkeit: 140 km/h
Abgasnorm Euro: 5
Preis: 14.600 Euro
Preis Testwagen: 15.400 Euro

 

 

 


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