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DJZ-Test: Chevrolet Trax

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chevrolet trax
 


DJZ 10/2013

Seit Mai ist er auf dem deutschen Markt. Der Chevrolet Trax ist eigentlich US-untypisch:
kein luxuriöser Angeber und Möchtegern-Pistenschreck, er ist eher deutsch: solide und
alltagstauglich. Die DJZ hat den TL 1.4 L mit 140 PS getestet.

Von Hans Jörg Nagel

 

Das Auto erweckt Aufmerksamkeit. „Der Opel-Mokka auf Amerikanisch?“, fragt mich der Kassierer einer Tankstelle. Ich staune über seinen Sachverstand: „Naja, zumindest aus der selben Schmiede.“ Trax heißt er und kommt von Chevrolet. Ein weiterer SUV-Vertreter aus dem General Motors-Konzern. Gegenüber seinem deutschen Bruder Mokka ist der Ami bei gleicher Fahrzeugbreite 3 cm kürzer. Eine Kampfansage an die SUV-Knirpse Mini Countryman und Skoda Yeti. Auch preislich kommt der Trax bescheiden daher. Für die Basisvariante müssen knapp 17.000 Euro hingelegt werden.
 

 



Rundumblick

 

Ein Gang um den SUV sorgt kaum für erhöhten Puls. Der Trax ist unspektakulär. Der hohe Kühlergrill lässt ihn stumpf wirken, erinnert fast an eine Stupsnase. Fällt der Blick etwas tiefer, folgt Kopfschütteln. Auch Chevrolet hat seinem jüngsten Spross eine Gummischürze verpasst. Wertvolle Offroad-Zentimeter gehen verloren. Und Bodenfreiheit ist gerade für Jäger wichtig. Natürlich hat Gummi die Eigenschaft nachzugeben, und beim DJZ-Feldtest musste die Lippe auch ordentlich flexibel sein. Abgerissen ist sie zwar nicht, hat aber optisch erheblich gelitten.
DJZ-Tipp: Einfach das Gummi weglassen und den Wagen 150 Euro billiger machen. Frontansicht fortgesetzt: Optische Leckerbissen sind unter anderem die Chromleisten an den Scheinwerfern und das Alublech als Stoßfänger.
Auch im Innenraum dominiert silber. Sowohl die Instrumentenfelder als auch die Armaturen sind mattglänzend eingefasst. Aber die Wirkung beim Betrachter bleibt aus. Statt edel wirkt das Design des Innenraums eher wie von der Stange. Dafür ist das große 7-Zoll-Display mit Touchscreen sehr bedienfreundlich.
Ansonsten ist alles in Ordnung. Platz für Pilot und Mitfahrer ist genug da, und auf der Rückseite der Mittelkonsole gibt es sogar eine 230-Volt-Steckdose. Praktisch für Jäger, die Akku-Geräte im Revier aufladen möchten. Die hohe Sitzposition macht das Einsteigen sehr angenehm. Für Weidmänner älteren Semesters ein absolutes Plus. Auch die Rundumsicht ist gut und somit altersgerecht.
Die recht niedrige Ladekante im Heckbereich macht den Trax ebenfalls benutzerfreundlich. 360 bis 1.370 Liter (umgelegte Rückbank) lassen sich laden.
 

 


Asphalt und Piste

 

Für den DJZ-Test wurde der LT 1.4 L Turbo geliefert. 140 PS garantiert das Bordbuch mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 in 10 Sekunden Der Motor hält dieses Versprechen nicht. Auch die zugesagte Endgeschwindigkeit von 195 km/h wird knapp verpasst.
Bei Kurvenfahrten neigt der Chevi-SUV zum Untersteuern. Die Lenkung greift etwas träge. Das ist gewöhnungsbedürftig. Dafür ist die Federung nahezu perfekt – egal ob auf Asphalt oder Hoppelpiste.
Abseits unbefestigter Wege gibt sich der Trax solide. Zuschaltbarer Allradantrieb und die üblichen Helferlein wie ESC (elektronische Stabilitätskontrolle) und TCS (Traktionssteuerung) erledigen bei Aktivierung ihre Pflicht. Beim Rangieren in Wald und Feld (ebenso wie im dichten Stadtverkehr) kommt die geringe Abmessung des Chevrolets zum Tragen. 4,25 Meter Fahrzeuglänge sind nur 14 cm mehr als die des Mini Countryman.
Alles in allem ist der Chevrolet Trax ein Auto für jung und alt, für den Jäger und seine Frau. Er ist kein Überflieger, aber auch ohne nennenswerte Schwächen. Er ist optisch kein Hingucker, aber auch nicht hässlich. Vor allem ist er eins: günstig.
 

 

 


 

Trax LT 1.4L Turbo
Leistung
140 PS
Hubraum
1.364 ccm
Länge
4,25 m
Breite
2,03 m
Höhe
1,67 m
Bodenfreiheit
16,8 cm
Verbrauch (DJZ-Test)
7,6 l
Leergewicht
1.450 kg
zulässiges Gesamtgewicht
1.880 kg
Wendekreis
10,8 m
Höchstgeschwindigkeit
195 km/h
Preis ab
16.990 Euro
Preis (Testwagen)
23.990 Euro
 

 

 


 

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