LJT-Mecklenburg-Vorpommern: Klare Kante beim Thema Wolf

2168

Dobbin-Linstow in Mecklenburg-Vorpommern, 1. April 2017: Rund 250 Delegierte des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern haben sich im Van der Valk Resort zum diesjährigen Landesjägertag zusammengefunden. Wie in jedem Jahr ist auch Mecklenburgs Umweltminister Dr. Till Backhaus mit von der Partie.

Nach Hörnerklang eröffnet LJV-Präsident Dr. Volker Böhning die Jäger-Tagung. In seiner Ansprache zieht er Bilanz des vergangenen Jahres. Neben einem ausführlichen Bericht über die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des IFA-Instituts, die der DJV in Auftrag gegeben hat, ist ein großes Thema der Wolf. Als Dr. Böhning über die Wolfszuwachs-Prognosen referiert, geht ein Raunen durch den Saal: Nach aktuellen Hochrechnungen werden im Jahr 2022 rund 525 Wolfs-Rudel in Deutschland leben. Mit einem Durchschnitt von 8 Grauhunden pro Rudel macht das insgesamt 4.000 Wölfe. An diesen Zahlen gibt es nichts zu rütteln. An einer anderen Aussage Dr. Böhnings dagegen schon. Denn nach Meinung des Jäger-Chefs sind halbautomatische Waffen nicht weidgerecht.

Dr. Volker Böhning auf dem Landesjägertag 2017
LJV-Präsident Dr. Volker Böhning

Nach der ausführlichen Bilanz des LJV-Präsidenten sprach Umweltminister Dr. Till Backhaus zu den anwesenden Jägern. Selbst begeisterter Grünrock sammelte der Minister zahlreiche Sympathie-Punkte durch seine Ausführungen beim Publikum. „Peta ist für mich eine Verbrecherorganisation“, war nur eine der klaren Ansagen des Ministers. Weitere wichtige Punkte in seiner langen Rede:

– Der Waschbär ist völlig außer Kontrolle und das in ganz Deutschland. Die Jäger sollen mit Nachdruck den Panzerknackern auf den Balg rücken.

– Bei der anstehenden Novelle des Landesjagdgesetzes sollen: Elster, Rabenkrähe, Nutria, Nebelkrähe sowie Nilgans ins Landesjagdgesetz aufgenommen werden.

Dr. Till Backhaus auf dem Landesjägertag 2017
Mecklenburgs Umweltminister Dr. Till Backhaus

– Der Minister forderte die Jäger auf, Sonderabschüsse bei den Arten Kolkrabe sowie Biber zu beantragen. Beide Arten würden vermehrt für Schäden sorgen.

– Backhaus warnte vor der Populationsdynamik des Wolfes. Nach Meinung des Politikers wird es in den kommenden Jahren ein Umdenken in Bezug auf den Grauhund geben müssen.

– Zu den umstrittenen Jagden in den Nationalparks Mecklenburg-Vorpommerns machte Backhaus eine klare Ansage: „Mit mir wird es in Zukunft kein Absägen von Gehörnen bzw. Geweihen mehr geben.“

Gekrönt wurde der diesjährige Landesjägertag wie in jedem Jahr auch von der Landestrophäenschau (Text und Fotos: Markus Lück)
Aboangebot