Im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels (LK Bautzen/Sachsen) kam es in der vergangenen Woche zu mehreren Wolfsübergriffen auf Schafherden.

Wie das Kontaktbüro „Wolfsregion Lausitz“ am Freitag (7. Oktober) mitteilte, wurden bei den Übergriffen in Cunnewitz und bei Ralbitz insgesamt 32 Schafe gerissen. In allen Fällen seien die 140 cm hohen Festzäune überwunden worden, womit die betroffenen Tierhalter Anspruch auf Schadensausgleich hätten.

Um weiteren Nutztierschäden durch Wölfe vorzubeugen, empfiehlt das Kontaktbüro Tierhaltern ihre Zäune eingehend auf Schwachstellen zu überprüfen und diese ggf. zeitnah zu beseitigen.

Der Anstieg der Nutztierrisse im Spätsommer/Herbst ist laut dem Kontaktbüro nichts Ungewöhnliches, sondern entspricht dem „ typischen“ saisonalen Muster

Im Territorium des Rosenthaler Wolfsrudels werde zudem empfohlen, zusätzlich „Flatterband“ (Breitbandlitze), welches ca. 20 – 30 cm über den Zaun gespannt wird, einzusetzen.

Als ungewöhnlich bewerten die Wolfsexperten den rasanten Anstieg der Nutztierschäden durch Wölfe in der Region nicht: „Der aktuell zu beobachtende Anstieg der Nutztierrisse im Spätsommer/Herbst entspricht dem typischen saisonalen Muster, das sowohl aus Deutschland als auch aus anderen europäischen Wolfsgebieten bekannt ist“, heißt es in der Mitteilung. Demnach fänden in dieser Jahreszeit in der Regel die meisten Übergriffe statt, was zum einem vermutlich mit dem erhöhten Nahrungsbedarf der schon fast ausgewachsenen Wolfswelpen zusammenhänge. Zum anderen seien Kitze, Hirschkälber und Frischlinge, die im Frühling und Sommer für Wölfe eine besonders leichte Beute darstellen würden, im Herbst schon zu reaktionsschnellen Wildtieren herangewachsen.

fh
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