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2.000 Euro-Beule nach Wisent-Wechsel

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Eine eher ungewöhnliche Schadensmeldung aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein: Dort machte ein Autofahrer die Bekanntschaft mit einer in Freiheit lebenden Wisent-Herde.

Wisentherde am Rothaarsteig
In der Vergangenheit hat es immer wieder Streit um die Herde gegeben. Grund waren vor allem erhebliche Schälschäden an Bäumen, zum Ärgernis der betroffenen Waldbesitzer (Foto: Jens/ AdobeStock)

Ein 35-Jähriger war gegen 17 Uhr auf K 42 zwischen Bad Berleburg-Wingeshausen und Jagdhaus unterwegs, als plötzlich eine Wisent-Herde die Fahrbahn kreuzte. Als er weiterfahren wollte, reagierte eines der Tiere überraschend. Polizeiangaben zufolge drehte es sich um, und nahm die Beifahrertür des Autos an. Dann flüchtete das Tier. Der entstandene Sachschaden in Höhe von rund 2.000 Euro dürfte wohl ein Fall für die Versicherung des Fahrzeughalters sein.

Im Rahmen des Natur- und Artenschutzprojekts „Wisente im Rothaargebirge“ wurde 2013 eine achtköpfige Wisente-Herde ausgewildert, die sich rasch vergrößerte. Bis Juli 2023 ist sie im Rothaargebirge auf rund 40 Tiere angewachsen. Die Herde hat sich inzwischen geteilt und ist im Siegerland und Hochsauerlandkreis unterwegs.

Verein erklärte Herde für herrenlos

Im Jahr 2022 hat der Trägerverein das Wisent-Projekt am Rothaarsteig für beendet erklärt und das Eigentum an den Wisenten aufgegeben. Der Kreis Siegen-Wittgenstein sah darin einen rechtlichen Kniff, sich jeglicher Verpflichtungen zu entledigen. Der Verein wolle damit die Verantwortung für die Herde auf die öffentliche Hand überwälzen und zu Lasten der privaten Eigentümer eine Pflicht zur Duldung von Fraßschäden auslösen. Für den Verein hingegen war dieser Schritt erforderlich und die letzte Möglichkeit, das Artenschutzprojekt zu retten und den Wisenten im Rothaargebirge eine Zukunft in Freiheit zu geben.

fh

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