Ab in den Schopf

2286

Platz hat man nie genug, dafür aber jede Menge Plunder. Alles steht irgendwo im Freien herum. Ein überdachter Schuppen oder „Holzschopf“, wie die Schwarzwälder sagen, sorgt für Ordnung. Von Erich Kaiser

Auch der kleinste „Jagdbetrieb“ besitzt eine Vielzahl an Werkzeugen, Materialien, Gerätschaften und Dingen, die man aufhebt. Man denkt, dass man sie irgendwann einmal brauchen könnte. Tritt das ein, findet man das besagte Teil aber oft nicht wieder.

Die Garage ist zugestellt und gleicht einem Messie-Haushalt. Hinterm Haus verrosten die Gerätschaften. Vom Brennholz hat es die Abdeckplane heruntergeweht und so weiter und so fort.Alles, was im Haus keinen ordentlichen Platz mehr findet, muss ausgelagert werden.

Hier ist ein Geräteschuppen eine einfache und kostengünstige Lösung. Allerdings sind die geltenden Bauvorschriften der jeweiligen Gemeinde einzuhalten. Das heißt, dass auch solche Hütten je nach Lage und Größe des umbauten Raumes einer Genehmigung bedürfen.

Bei der Planung ist zu beachten, wie viel Platz zur Verfügung steht und für was man den Unterstand nutzen möchte. Je nach Gerätschaft muss das Ganze auch abschließbar sein. In Hausnähe und bei weniger wertvollen Dingen, tut es ein offener „Schopf“. Wir haben uns für diese Variante entschieden.

Mit Hilfe von Fixierhölzern werden die Ständer „in Waage“ gestellt (Foto: Erich Kaiser)

Bauanleitung

Es stand eine Fläche von rund 50 Quadratmetern, direkt in Hausnähe zur Verfügung. Da sich an dieser Stelle zuvor ein großer Hundezwinger befand, war die Fläche eingeebnet und aufgeschottert sowie mit Splitt abgedeckt. Auch die alten Punkt-Fundamente, die zueinander „in Waage stehen“, waren noch vorhanden. Darauf wurden normale Gehwegplatten als Schwellen mit Expressankern befestigt. Auf den Schwellen haben wir das Grundgerüst aus geschälten Lärchen-, Douglasien- oder Fichtenstangen errichtet. Ob vertikal oder horizontal, alles wird mit der Wasserwaage ausgerichtet und mit Latten fixiert.

Auf die Stempel werden die Dachpfetten aus 10 x 10 Zentimeter starken Kanthölzern genagelt. Querriegel aus Rundhölzern, die später die Verschalung aufnehmen, werden mit Schwerlastwinkeln befestigt und geben weitere Stabilität. Sogenannte Kopfbänder aus Rundholz ersetzen die Fixierlattung und halten abschließend alles im gewünschten rechten Winkel.

Die Ständer werden mittels BMF-Schwerlastwinkeln auf den Schwellen befestigt (Foto: Erich Kaiser)

Danach werden die Dachsparren aus 8 x 10 Zentimeter starken Kanthölzern hochkant auf die Pfetten genagelt. Je nach Belas-tung des Daches (z. B. Schnee) lässt man einen Abstand von 60 – 100 Zentimeter von Sparre zu Sparre. Aufgenagelte 24-er Bretter bilden die stabile Unterlage für Dachpappe, Schweißbahn oder sonstige Auflagen.

Die Verblendung der Wetterseiten erfolgte mit sich überlappenden Eichenschwarten von 3 Zentimeter Stärke. Eine Billigdachrinne aus dem Baumarkt fängt das Regenwasser auf und leitet es in ein Gartenfass.

24-iger Bretter werden aufgenagelt, um den Schopf mit einem Dach zu versehen (Foto: Erich Kaiser)

Der Schuppen ist fertig. Ob man Brennholz, Gerätschaft, Futtermittel, Fahrräder und sonstiges darin lagert oder einen Teil mit einer selbstgebauten Sitzgruppe ausstattet, um sich im Sommer nach der Jagd mit schmutzigen Schuhen gemütlich zusammenzusetzen, bleibt jedem selbst überlassen.

Und das alles braucht Ihr für den Schopf
Aboangebot