Flohmittel und Co. – Wenn’s zwickt und beißt

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Angefangen von Duftöl über Flohhalsbänder bis hin zu Spot-on-Produkten oder Pillen gegen Parasiten — Insektenbekämpfung hat Konjunktur. Die DJZ wollte wissen, wie die Mittel wirken und ob sie für Menschen gefährlich sind.

Von Armin Liese

Auf dem Markt gibt es viele hochwirksame Mittel gegen Flohbefall. Dennoch darf man nicht vergessen, dass eine gute Wirkung nicht von ungefähr kommt. Einige Präparate sind Nervengifte, die Reizübertragungen stören. Sie töten Flöhe, zum Teil auch andere Parasiten, wie Zecken, Haarlinge oder Milben, schnell ab.

Der Mechanismus ist einfach: Wirbellose Tiere nutzen andere Überträgerstoffe in ihrem Nervensystem als Säugetiere. Somit können die Insektizide ganz gezielt angreifen, ohne Hund oder Mensch zu beeinträchtigen. Das wäre das Traumziel, jedoch sieht die Realität manchmal anders aus.

Streichelverbot?

Geringe Auswirkungen, wie Hautrötung oder Juckreiz, zeigen sich oft auch bei den behandelten Hunden. Außerdem kann es zu Taubheitsgefühlen kommen, wenn Flohmittel auf Menschenhände gelangt. Schwangeren, Kleinkindern und besonders empfindlichen Personen wird zu Abstandhalten geraten. Die Schmusestunde ist damit tabu.

Gift ist aber nicht gleich Gift: Große Unterschiede entstehen durch die Verabreichungsarten: Puder oder Sprays ermöglichen das Einatmen. Eine Gefahr für die Lunge. Bei Halsbändern kann direkter Hautkontakt zum Menschen während des Streichelns entstehen.

Sicherer bei richtiger Anwendung sind Spot-on-Präparate. Sie werden direkt auf die Haut gegeben, nachdem das Fell dafür geteilt ist. Umso wichtiger ist hier der korrekte Scheitel. Diese Mittel hängen dann nicht im Fell, sondern direkt auf der Haut. Und das ist auch der Ort, wo Flöhe und andere Parasiten ihr Unwesen treiben und bekämpft werden sollen.

Pille für Flöhe

Insekten sind außen hart und innen weich. Sie haben Chitin-Panzer. Für die einzelnen Entwicklungsstadien vom Ei bis zum erwachsenen Tier müssen sie mehrfach neue Hüllen bauen. Wird der Aufbau des Chitin-Pan Halsbandzers gehemmt, sterben die Parasiten ab.

Da Säugetiere diesen Mechanismus nicht besitzen, können solche Wirkstoffe auch bei uns Menschen keinen Schaden anrichten. Hormone zur Fortpflanzungssteuerung sind bei Säugern und Insekten unterschiedlich. Hier greifen manche Mittel in diese Mechanismen ein. Theoretisch sind sie somit für Warmblüter ungefährlich. Wachstumshemmer eignen sich zur Vorbeugung, allerdings müssen sie regelmäßig verabreicht werden.

Vorsicht beim Einsatz von Nervengiften: Kleinkinder sollten Hautkontakt vermeiden (Fotos: Armin Liese)

Vorsorge

Besser vorsorgen, als dumm aus der Wäsche gucken! Das trifft auch auf die Parasitenbehandlung beim Hund zu. Flöhe sind nicht nur lästig und verursachen Juckreiz, sie sind auch Überträger von Würmern. Außerdem können sie vor allem bei jungen und geschwächten Vierläufern zu starkem Blutverlust führen.

Eine gute Vorsorge ist allerdings nicht nur gegen Flöhe notwendig. Besonders Krankheiten durch Zeckenbisse sind für Hunde gefährlich. Ein Beispiel hierfür ist die Borreliose. Besonders bei langhaarigen Hunden ist ein sicheres Absuchen nahezu unmöglich. Hier hilft nur der Einsatz von Abwehrmitteln, sonst ist das Risiko einer chronischen Krankheit unkalkulierbar.

Naturmittel sind kritisch zu sehen, was eine sichere Abwehr betrifft: Eine hungrige Zecke lässt sich wahrscheinlich nur in Ausnahmefällen durch einen leichten Zitronenduft von ihrer Mahlzeit abbringen.

Damit Sie optimal Parasiten bekämpfen und das richtige Mittel finden, steht unten eine Tabelle einiger Wirkstoffe, mit Handelsnamen und Bekämpfungs-Zielen. Grundsätzlich gilt: Immer wieder das Produkt wechseln.

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