Hundekrankheiten

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(Foto: Peter Schmitt)

Jagdhunde sind in besonderem Maße Krankheitserregern ausgesetzt. Trotz bester Impfung können sie sich aber manchmal infizieren und dann sollte man die ersten Anzeichen einer Erkrankung erkennen.

Von Bernd Kamphuis

Wenn man im normalen Umgang mit dem Hund ein ungewöhnliches Verhalten des Vierbeiners bemerkt, dann kann es sein, dass er an einer Erkrankung leidet. Wenn sein Verhalten nicht durch besonders heißes Wetter oder das Alter des Hundes zu erklären ist, dann deuten Fressunlust, geringes Interesse an seiner Umgebung und eine erhöhte Temperatur (Normaltemperatur etwa 37,5 bis 38,5 °C bei erwachsenen und bis 39,5 °C bei Junghunden) darauf hin, dass mit  dem Hund etwas nicht stimmt. Jetzt sollte man den Tierarzt aufsuchen.

Welche Krankheit liegt vor?

Besondere Bedeutung bei den Infektionskrankheiten hat die Parvovirose, Tollwut, Staupe, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis (H.c.c.), Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut), Zwingerhusten und die Borreliose. Diese Krankheiten können durch Viren und Bakterien, aber auch durch Parasiten und Pilze übertragen werden. Zum Glück kann man den Hund gegen die meisten dieser Krankheiten impfen. Schon über die Muttermilch der Hündin erhalten die Welpen einen ersten Impfschutz. Ab der siebten bis neunten Lebenswoche müssen die Welpen dann aber direkt vom Tierarzt geimpft werden. Diese erste Impfung wird nach drei bis vier Wochen wiederholt und erweitert.

Hunde, die viel arbeiten, kommen häufig mit Krankheitserregern in Kontakt (Foto: Peter Schmitt)

Die somit erhaltene Komplettimpfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden. Unsere Jagdhunde sind besonders von der Parvovirose bedroht. Die fälschlicherweise auch Katzenseuche genannte Parvovirose beginnt mit Fieber und meist blutigem Durchfall. Dieser Durchfall bedeutet einen masssiven Flüssigkeitsverlust, der die Hunde fast „austrocknet“. Sind junge Hunde erkrankt, kommt es bei ihnen nicht selten zum Herztod.

Aber auch die Borreliose stellt für die Hunde eine Gefahr dar. Die durch den Zeckenbiss übertragenen Bakterien führen zu Gelenkentzündungen, Bewegungsstörungen, Fieber und im fortgeschrittenen Stadium zu Lähmungserscheinungen.

Wenn die Borreliose frühzeitig erkannt worden ist, kann eine Behandlung noch anschlagen. Besser als eine Therapie ist natürlich die Prophylaxe.

Dazu haben wir zwei Möglichkeiten: einmal die Impfung und zum zweiten Halsbänder, die gegen Zecken und andere Insekten wirken. Allerdings ist die Impfung unter Fachleuten noch umstritten. Die imprägnierten Halsbänder hatten noch vor einigen Jahren starke Nebenwirkungen, sind jedoch mittlerweile mit selektiv wirkenden Wirkstoffen als relativ unbedenklich, dafür aber höchst wirksam anzusehen. Selbst Hunde, die im täglichen Reviereinsatz stehen, sind dank spezieller Halsbänder völlig befallsfrei von Zeckenbissen.

Staupe: Staupe ist eine Virusinfektion, die meistens durch Kontakt zu einem anderen Hund oder durch einen Marder übertragen wird. Sie äußert sich durch Fieber, Apathie und wässrigklaren Augen- und Nasenausfluss, der bald klebrig und schleimig wird. Es kann auch zur Darmform der Staupe kommen, bei der der Hund sich erbricht und Durchfall hat. Bei Husten und Atembeschwerden des Hundes sprechen wir von der Lungenform der Staupe. Wenn das Gehirn vom Virus befallen wird, dann ist es die sogenannte nervöse Form der Staupe. Der Hund hat dann Gleichgewichtsstörungen, Krämpfe und Lähmungen.

Leptospirose: Die Leptospirose wird auch Stuttgarter Hundeseuche oder Weil´sche Krankheit genannt. Sie wird durch Bakterien hervorgerufen. Hunde, die infiziert sind, scheiden den Erreger über lange Zeit mit dem Urin aus. Ratten und Mäuse sind eine wichtige Infektionsquelle.

Tollwut: In typischen Fällen verläuft die Tollwut in drei Phasen. Als erstes Anzeichen registrieren wir beim Hund eine Verhaltensänderung. Im weiteren Verlauf kommt es meist zu starken Erregungszuständen. Dies bezeichnet man als das Exzitationsstadium. Meist hat der Hund dann Schaum vorm Fang und zeigt ein unberechenbares Verhalten. Letztlich tritt mit dem dritten Stadium eine Lähmung (Paralysestadium) und der Tod ein. Meistens sind die Krankheitserscheinungen bei Tollwut sehr vielfältig.

Besteht also der Verdacht, dass der Hund Tollwut haben könnte, muss unverzüglich der Arzt aufgesucht werden oder der Hund so verwahrt werden, dass er niemanden gefährden kann. Ist man mit dem Hund in Kontakt geraten, dann muss man selbst ebenso einen Arzt aufsuchen. Der wird alle nötigen Vorkehrungen sofort in die Wege leiten.

Beim Menschen verläuft die Krankheit, wenn kein Impfschutz besteht und man nicht sofort nach Kontakt mit einem tollwütigen Tier den Arzt aufsucht, fast immer tödlich. Sollte der Hund tatsächlich Tollwut haben und über keinen Impfschutz verfügen, dann hat der Tierarzt das Recht, den Hund unverzüglich einzuschläfern. Hauptüberträger der Tollwut in Deutschland ist der Fuchs. Aber auch andere Arten wie Marder, Waschbären und Marderhunde haben relativ hohe Infektionsraten.

Zwingerhusten: Beim Zwingerhusten hat der Hund eine sogenannte multifaktorielle Infektion erlitten. Das bedeutet, dass mehrere verschiedene Viren an der Erkrankung beteiligt sind. Wie es der Name schon sagt, äußert sich die Erkrankung durch starkes Husten und Röcheln des Hundes. Dann folgen im gewöhnlichen Krankheitsverlauf hohes Fieber mit eitrigem Nasenausfluss und Apathie. Besonders junge Welpen können schnell am Zwingerhusten erkranken.

Aujeszkische Krankheit: Die Aujeszkische Krankheit ist eine akute, tödlich verlaufende Virusinfektion der Gehirnnerven. Besonders Hunde, die mit Schweinen zu tun hatten, sind gefährdet. Eine Infektion beim Menschen führt normalerweise nur zu einer harmlosen Wundinfektion. Beim Hund rührt die Infektion meist daher, dass virushaltiges Schweinefleisch aufgenommen wurde.

Anfänglich beobachtet man beim infizierten Hund Apathie und wechselweise Unruhe. Dann folgen starkes Speicheln und Schluckbeschwerden. Der Hund läuft unsicher, schwankt öfter und wirkt insgesamt ängstlich. Bei manchen Hunden kommt es auch zu regelrechten Tobsuchtsanfällen. Manchmal kratzen sie sich dabei selbst, bis sie bluten. Diese Symptome ähneln denen der Tollwut. Eine Behandlung in diesem Stadium ist nicht nicht mehr möglich. Der beste Schutz vor einer solchen Infektion ist es, den Hund kein rohes Schweinefleisch fressen zu lassen.

Andere Infektionskrankheiten: Hepatitis. Bei Hepatitis ähneln die Symptome einer Vergiftung. Fieber, Erbrechen und blutiger Durchfall sind typisch. Weitere Erkrankungen sind Salmonellosen und Pilzflechten.

Ektoparasiten

Hautparasiten: Flöhe, Läuse, Haarlinge, Zecken und Milben zählen zu den Hautparasiten. Besondere Beachtung muss hierbei vielleicht den Flöhen geschenkt werden: Sie leben die meiste Zeit nicht auf dem Wirt, sondern suchen diesen nur zur Blutmahlzeit auf. Diese Blutmahlzeit dauert etwa eine Stunde. Ausgewachsene Flöhe können ohne Mahlzeit rund ein bis zwei Monate überleben.
Ist der Hund von Flöhen befallen, dann äußert sich das durch Hautschädigungen mit nachfolgenden bakteriellen Infektionen, weil sich der Hund vorher ständig kratzt. Auch Bandwurmbefälle treten häufig auf, weil die Flöhe Zwischenwirte sind und die Bandwürmer nicht nur auf den Hund, sondern sogar auf den Menschen übertragen können. Ebenso kann der Hund Allergien gegen den Flohspeichel entwickeln, die dazu führen, dass sich die Haut rötet und sich Ödeme bilden.
Um den Hund zu schützen, helfen Bäder mit antiparasitären Shampoos, Behandlungen mit Flohpuder und das Tragen von Flohhalsbändern. Auch sogenannte Spot-on-Lösungen, die man mittels einer kleiner Ampulle auf den Nackenansatz träufelt, sind eine gute Behandlung. Sie wirken innerhalb eines Tages über die Haut. Katzen im Haushalt müssen mitbehandelt werden.

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