Muffelbestand in Brandenburg bedroht – Mehr als 70 Prozent Streckenrückgang – Prädationsdruck durch Wolf

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Massiver Streckenrückgang beim Muffelwild in Brandenburg – Ausbreitung des Wolfes sorgt für das Verschwinden des Schafes – Aktives Management zur Erhaltung des Muffelwildes gefordert.

Das Muffelwild droht zu verschwinden. Ein Grund dafür: die Ausbreitung des Wolfes (Symbolbild: Jürgen Weber)

In Brandenburg ist die Jagdstrecke des Mufflons rückläufig. Vor 7 Jahren waren sie noch in 13 Landkreisen vertreten. Aktuell sind es nur noch 8 Landkreise. Die größten Vorkommen waren in den Landkreisen Oberhavel, Uckermark und Prignitz vorzufinden. Dort sind die Jagdstrecken aktuell um über 70 Prozent zurückgegangen, wie der Landesjagdverband in einer Pressemitteilung vom 22. Februar 2022 verlautbart

„Es muss große Sorge bereiten, dass die Ausbreitung des Wolfes nachweislich dazu geführt hat, dass regionale Muffelwildbestände in Brandenburg als getilgt gelten müssen“, sagt Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB) in der Pressemitteilung des Verbandes.

Das Brandenburgische Jagdgesetz in seiner bisherigen Fassung hat sich – zumindest bis zur Etablierung des nicht dem Jagdrecht unterliegenden Wolfes – als geeigneter Rechtsrahmen erwiesen, der Artenschutz-Verantwortung gegenüber dem Muffelwild gerecht zu werden“, sagt Jörg Stendel, Präsidiumsmitglied des LJVB und zuständig für Wildtiermanagement und Wildbewirtschaftung in der Mitteilung weiter.

Die verbliebenen Muffelwildbestände sind unter allen Umständen zu schützen und zu erhalten. Speziell mit Blick auf die Artenvielfalt sollte das Muffelwild in Brandenburg proaktiv bewirtschaftet und erhalten werden. Dazu zählt insbesondere auch das Muffelwild vor seiner Ausrottung durch zugewanderte Prädatoren zu schützen. Eine Koexistenz von Wolf und Mufflon ist nicht zu erwarten. „Ein aktives Management des Wolfes würde dies entschärfen, indem territoriale Wölfe in Muffelwild-Vorkommensgebieten nicht geduldet werden. Artenschutzgründe sind auch bei der Erhaltung des Muffelwildes zu berücksichtigen“, sagt Dr. Wellershoff.

al

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