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Nandu-Jagd in Schleswig-Holstein

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Durch eine Sondergenehmigung des Kieler Landwirtschaftsministeriums in Abstimmung mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Land Mecklenburg-Vorpommern sind zehn Nandus in Schleswig-Holstein zur Erlegung freigegeben worden.

 

Wissenschaftler sollen dabei den Mageninhalt der Laufvögel untersuchen und feststellen, ob die Tiere heimische, geschützte Arten, wie beispielsweise den Kranich, gefährden. Ministeriumssprecher Thomas Elscher sieht eine Verpflichtung darin, die Ausbreitung der Nandus zu verhindern, falls sich herausstellt, dass diese Art invasiv wirke, wie die Ostsee-Zeitung berichtet.
 
Der Zoologe Frank Philipp, der seine Diplomarbeit über diese Nandus schrieb und nun im Projekt „Nandu-Monitoring“ Grundlagenforschung betreibt, geht davon aus, dass Kleintiere zur Nahrung gehören, aber nur wenige Prozent ausmachen. Er kritisiert das Vorhabe. Der Naturschutzbund (NABU) Schleswig-Holstein unterstützt dagegen mit Einschränkungen die Freigabe. „So lange noch die Möglichkeit besteht, eine Ausbreitung der Population zu verhindern, sollte davon auch Gebrauch gemacht werden“, sage NABU-Sprecher Ingo Ludwichowski, wie die Lübecker Nachrichten bereits im März berichtete.
 
Im Herbst 2000 brachen sieben Nandus aus einem Privatgehege in Groß Grönau (Schleswig-Holstein) aus. Mangels Fressfeinden entwickelte sich eine Population von schätzungsweise 140 bis 300 Tiere, die meisten davon östlich, einige auch westlich der Wakenitz. Für Landwirte werden die Vögel zunehmend zum Problem.
as
 


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