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Schafseuche gefährdet Wild

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Eine Missbildungen und Schwäche hervorrufende Seuche breitet sich aus. Wissenschaftler vermuten, dass das Schmallenbergvirus neben Schafen, Ziegen und Rindern auch Wildwiederkäuer anstecken könnte.

 

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Lamm gesund? Jäger sollten ihre Wildwieder-käuer im Auge behalten. Foto: dpa
Bereits in mehr als 50 Betrieben aus 6 Bundesländern kann das Schmallenbergvirus nachgewiesen werden. Erkrankungsfälle wurden in NRW, Niedersachsen, Hessen und Schleswig-Holstein sowie kürzlich auch aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg bestätigt. Die rheinland-pfälzische Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Grüne) berichtete von einer betroffenen Bisonkuh, womit auch eine Übertragung auf Wildtiere dokumentiert ist.
 
Russland hat bereits ein Importverbot für Schafe und Ziegen aus Deutschland verhängt. Die durch Stechinsekten übertragene Seuche führt zu Frühgeburten, Missbildungen in Form von Beinverdrehungen und allgemeine Schwäche bei Lämmern und Kälbern. Um die Ausbreitung besser beobachten zu können, plant das Verbraucherminsterium eine Meldepflicht, über die der Bundesrat voraussichtlich im März abstimmt.
Auch Jäger sollten die Augen offen halten: Zwar ist nicht bekannt, wie sich die Viruserkrankung bei Wildwiederkäuern äußert. Doch Elke Reinking, Pressesprecherin des Greifswalder Friedrich-Loefller-Institutes (FLI) ist sicher, dass auch Wildwiederkäuer wie Muffel, Gams, Rot-, Reh-, und Damwild angesteckt werden können. „Wir nehmen die Seuche sehr Ernst,“ erklärt die Wissenschaftlerin. Bei Schafherden aus NRW traten bereits bis zu 20 Prozent erkrankte Jungtiere auf. Dabei habe die Lammsaison gerade erst begonnen. Jäger sollten deswegen beim Jungwild auf Missbildungen achten und Auffälligkeiten zuständigen Untersuchungsämtern melden. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.
sd       
 


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