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SsangYong Korando – Kampfpreis aus Korea

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SsangYong Korando_Armin Liese_550
 



Heft 12/2011

Kaum einem ist die Marke bekannt. Hinter dem SsangYong Korando versteckt sich ein SUV aus Asien mit einem österreichischen Motor. Klingt interessant? Die DJZ hat für Sie eine Probefahrt gemacht.

 

SsangYoung_Liese Armin Kofferraum_550
Geräumiger Kofferraum mit verstellbarer Rückenlehne. Platz genug für 2 Hunde (Foto: Armin Liese)
Rein optisch passt sich der SsangYong Korando perfekt in die Liga der modernen SUVs ein. Etwas höhere Sitzposition mit etwas Plastik an den Radläufen – sieht irgendwie nach Abenteuer aus. Beim Einsteigen bekommt der Fahrer einen Eindruck von schlichter Funktionalität. Übersichtlich angeordnete Bedienelemente aus dunklem Plastik, eingebettet in schwarzem Kunststoff, prägen das Ambiente. Edel wirkt das nicht, aber der Fahrer findet alle wichtigen Funktionen durch Ausprobieren schnell her aus. Nur der Schalthebel für den Tempomat versteckt sich etwas hinter dem Lenkrad.
Zusatzausstattung 4×4
Das Basismodell ist zweiradgetrieben. Allrad, Schiebedach und Metallic-Lackierung zählen zur Sonderausstattung. Damit ist aber auch schon die Liste der möglichen Extras beendet. Alles andere ist bereits in der Einstiegsversion „Crystal“ zu finden, und das kann sich sehen lassen: Sechs Airbags, ESP und Klimaanlage gehören zur Serienausstattung. Der Testwagen ist das Topmodell mit Sitzheizung, Allradantrieb, Ledersitzen und Parkpiepsern hinten. Wer ein Navi finden will, der sucht vergebens. Die große Klappe in der Mitte des Armaturenbretts ist nur ein Staufach. Ein mobiles Navigationsgerät ist für Anhänger der elektronischen Wegeberatung notwendig.
Bewährte Technik

Auch wenn der Markenname SsangYong für unsere Landsleute kaum auszusprechen ist, unter der Haube steckt österreichische Technik. Für Mercedes-Motoren als Lizenznachbau waren die Koreaner bekannt. Seit der Neuerscheinung Korando setzt SsangYong auf einen Motor des österreichischen Motorenspezialisten AVL (Anstalt für Verbrennungskraftmaschinen List). Und dieses Aggregat treibt die asiatische Hülle forsch vorwärts. 175 Pferdestärken ziehen bei dem 2-Liter-Turbodiesel an der Vorderachse. Bei der Allradversion wirdbis zu 50 Prozent der Kraft nach hinten gegeben, sobald vorne die Traktion fehlt. Elektronisch werden die durchdrehenden Räder gebremst. Die hälftige Kraftverteilung ist für die leichte Geländefahrt bis zu 40 km/h auch mittels Druckknopf vorwählbar. Mit dieser Einstellung bringt der Korando die Kraft auch auf einer feuchten Wiese gut auf den Boden. Eine Untersetzung ist bei SUVs nicht üblich. Das gilt auch für den Koreaner. Ein sehr kurz übersetzter 1. Gang soll dies kompensieren. Im Gelände ist das praktisch, beim Anfahren am Berg und bei Anhängerbetrieb auch. Doch bei normalen Fahrten auf der Straße treibt die kurze Übersetzung den Korando sehr ruppig an. Der 6. Gang ist beim Schaltgetriebe sehr lang. Er dient nur zum Erhalt der Geschwindigkeit. Kraftstoff sparen ist eher die Devise als wilde Sprints. Der Motor hat ausreichend Kraft. Schon bei geringen Drehzahlen schiebt er mächtig an. Nervig ist aber das Nageln des Motors. Über den kompletten Drehzahlbereich hat man den Eindruck, der Motor hätte kein Öl. Besonders laut wird es bei Lastwechseln. Dank guter Dämmung ist davon nicht allzuviel in der Kabine zu hören. Der Vortrieb ist bis 130 km/h stramm, danach ist kaum noch Beschleunigung spürbar.
Bitte einsteigen
Der Korando zeichnet sich durch ein überzeugendes Platzangebot aus. 4 Erwachsene passen gut in das Auto. Nur der Seitenhalt auf den Frontsitzen dürfte besser sein. Mittels der verstellbaren Rückenlehne der Rücksitzbank kann der Kofferraum variiert werden. Bei steiler Rückbank ist genug Platz für zwei Hunde. Der Kofferraum fasst 486, bei umgeklappter Rückbank bis 1.312 Liter. Das Platzangebot im Fond ist mehr als ausreichend. Sogar Langgewachsene
können gemütlich die Beine unterbringen. Abstriche müssen alle Insassen beim Komfort machen. Das Fahrwerk ist sehr straff ab- gestimmt. Besonders kleine Unebenheiten werden nahezu ungefiltert weitergegeben. Für Senioren mit lädierter Wirbelsäule ist der Korando-Komfort bedenklich.
Fazit: Der neue SsangYong ist modern geworden. Mit dem Image seiner Vorgänger hat er nichts mehr zu tun. Er ist kein Geländewagen, aber für schlechte Wege brauchbar. Der Common-Rail-Diesel hat ausreichend Kraft und ist mit
dem Testverbrauch von 8 Litern sparsam. Der Komfort lässt allerdings zu wünschen übrig. Unterm Strich ein Auto, das seinen niedrigen Preis wert ist.
Armin Liese
 

 

 


 

SsangYoung_Liese Armin Innenraum_550
Zwei Erwachsene oder die Drückjagdausrüstung passen in den Fond des geräumigen Koreaners (Foto: Armin liese)

SsangYong Korando

Leistung: 175 PS
Hubraum: 1.998 ccm
Länge: 4,41 m
Höhe: 1,71 m
Wattiefe: 30 cm
Bodenfreiheit: 18 cm
Verbrauch (DJZ-Test): 8 l
Leergewicht: 1.941 kg
Kofferraumvolumen: 495 l
Höchstgeschwindigkeit: 179 km/h
Anhängelast (gebremst): 2.000 kg
Preis ab: 22.990 Euro
Preis (Testwagen): 26.490 Euro

 

 

 

 

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