Jagd-Erlebnis in der Blattzeit

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So bekam ich einmal als ganz junger Jäger von „den alten Hasen“, die sich gegenseitig zuzwinkerten, einen steilen, völlig zugewachsenen Graben zur Blattzeit als Gast zugewiesen. Das Zuzwinkern deutete ich zunächst als gönnerhafte Geste, bis ich dann den Graben in Augenschein nahm.

Wirklich alles, was der Herrgott wachsen läßt, wuchs hier wild durcheinander. Einblick in den Graben gab es nirgendwo. Gejagt hatte hier wohl kaum jemand, denn eine jagdliche Einrichtung gab es nicht. Nach Gefühl präparierte ich drei Naturschirme unweit des Grabenrandes und legte sauber gekehrte Pirschpfade an.

Keine 24 Stunden nach Einweisung in den „Augenzwinker-Graben“, so hatte ich ihn für mich getauft, schoß ich mit Hilfe des Buchenblattes mit dem Kitzfiep den besten Bock, der je im Revier zur Strecke kam. Die Mimik der „Zwinkerer“ veränderte sich deutlich, nur bei dem zuständigen Jagdbetreuer meinte ich, ein wissendes Lächeln bemerkt zu haben.

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