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Gendergerechtigkeit: EU-Beschluss tritt in Kraft

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April, April!

Bei diesem Beitrag handelt es sich um den diesjährigen Aprilscherz der Redaktion. Wir wünschen viel Weidmannsheil im neuen Jagdjahr!

Gendergaga hat Hochkonjunktur. Schulen, Unternehmen, Behörden und viele Medien haben sich diesem Sprachwirrwarr längst unterworfen. Nun erwischt es auch die Jagd …

Foto: Michael Stadtfeld

Mit der Verordnung 3006/2024 vom 16. März harmonisiert die EU im Sektor „Fachsprachen“ nun einen weiteren systemrelevanten Lebensbereich. Ziel: Gendergerechtigkeit. Die Verordnung gilt als unmittelbar geltendes Recht und ist ab dem neuen Jagdjahr bindend.

Die EU-Beauftragte für Koordination von Fachsprachen, die Estin Lyyli Laberainen, steht bereits in Kontakt mit dem Internationalen Jagdrat CIC und den nationalen Verbänden. Der DJV hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die den jagdsprachlichen Wandel erleichtern soll.

Deren Leiter, Jagd-Linguist Dr. Venator Mente, ist zuversichtlich: „Die deutsche Jägersprache ist bereits in vielen Bereichen Vorreiter, weil sie sexualisierte Begriffe vermeidet und durch unverfängliche Wörter ersetzt hat. So zum Beispiel Brunftkugel, Feuchtblatt, Lunte, Klötze … Damit sind die Jäger:innen ihrer Zeit um einiges voraus, nicht zuletzt auch, indem sie beispielsweise geschlechtsspezifische Attribute wie Hirsch oder Ricke durch das neutrale ,Stück’ ersetzen.“ Entfallen werden nun unter anderem rein maskuline Begriffe wie Rüdemann. Dafür steht zukünftig „Arbeitshundführende Person“. Bei über 3.000 Wörtern ist die Transformation der Jägersprache eine komplexe Aufgabe.

GROSSE AUSWIRKUNGEN

Um die aus den sprachlichen Neuerungen möglicherweise resultierenden Irritationen, insbesondere bei traditionsbewussten Jäger:innen (Jagenden), abzufedern, werden Gesprächskreise auf Ebene der Kreisjäger:innen-Vereinigungen eingerichtet. Vereinsvorsitzende erhalten auf Wunsch individuelle Schulungen, um schnell mit der neuen sprachlichen Systematik vertraut zu werden und ihre Vorbildfunktion wahrnehmen zu können.

Für die Jagdpresse ist die neue gendergerechte Jägersprache natürlich ebenfalls bindend und herausfordernd. Ausrüster sind auch betroffen, weil sie von der Bedienungsanleitung bis zur Webseite die neuen sprachlichen Regelungen umsetzen müssen.

Binnen welcher Frist das erfolgen muss, ist noch offen. Dafür ist eine Erklärung des zuständigen Bundesministeriums für Bildung abzuwarten. Der DJV plant für die Messe Jagd & Hund 2025 eine umfassende Präsentation der neuen gendergerechten Jägersprache in Form eines „Thesaurus für Jäger:innen“ mit allen nötigen Formulierungsbeispielen. Peter Eckmann

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