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Brünner ZK 99: Für eine Handvoll Euro

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Kipplauf-Büchsen sind leicht und führig. Weniger begeistert der meist hohe Preis. Wer bei Ausstattung und Aufmachung Abstriche machen kann, sollte sich mal die Brünner ZK 99 ansehen.

Von Norbert Klups

Brünner ZK 99
Brünner ZK 99: eine schlichte Waffe ohne Gravur. Etwas Kontrast bringt der eingelegte Silberfaden.

Zugegeben, optisch macht die tschechische Brünner ZK 99 nicht viel her. Sie ist sehr schlicht mit ihrem schwarz brünierten Kasten, und eine Gravur sucht man vergeblich. Schaft und Fischhaut lösen auch keine Begeisterungsschreie aus. Nur ein schmaler Silberfaden, der den Kasten umrandet, sorgt für etwas optische Abwechslung.

Dafür kostet die Brünner aber auch nur 899 Euro. Weitere Vorteile der Waffe: Sie bringt trotz 60-Zentimeter-Lauf nur 2,6 Kilogramm auf die Waage und ist 103,5 cm kurz.

Auch technisch geht es einfach zu, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Die Verriegelung erfolgt nur über einen 16 Millimeter breiten Laufhaken; der aber macht einen sehr massiven Eindruck. Der Scharnierbolzen misst beruhigende zehn Millimeter im Durchmesser.

Der 60 Zentimeter lange Lauf ist in ein 90 Millimeter langes Hakenstück eingelötet und mit einer 22,5 Zentimeter langen Visierschiene versehen. Schiene und Kornträger sind nicht verlötet, sondern aufgeschraubt. Die 1,5 Millimeter breite, klappbare U-Kimme wird durch ein zwei Millimeter durchmessendes, von vorn in den Kornträger eingeschobenes Perlkorn ergänzt. Für eine einfache Zielfernrohr-Montage ist auf der Visierschiene eine 14 Millimeter Prismenschiene vorhanden.

Das Schloss arbeitet als Selbstspanner, wird aber nicht durch das Abknicken des Laufes, sondern durch die Betätigung des Oberhebels gespannt. Ein Entspannen durch Schließen des Verschlusses bei durchgezogenem Abzug funktioniert hier also nicht. Eine Handspannung ist nicht vorhanden.

Der Abzug ist mit einem Rückstecher ausgestattet, und den braucht man auch. Ungestochen sind 1,8 Kilogramm zu überwinden, und der Abzug hat einen sehr langen Weg. Die Sicherung sitzt auf der verlängerten Scheibe und arbeitet nicht ganz lautlos. Mit viel Gefühl lassen sich zwar allzu laute, metallische Geräusche vermeiden, doch so ganz das Wahre ist das sicherlich nicht.

Einfache Schäftung grobe Fischhaut

Der Schaft mit bayerischer Backe hat kein Pistolengriffkäppchen, und als Schaftabschluss dient eine glatte Kunststoffkappe: von Rückstoß-Dämpfung also keine Spur. Der Vorderschaft mit klassischer Nase ist 20 Zentimeter lang und hat eine flache Unterseite, wodurch sich beim aufgelegten Schießen eine günstige Auflage ergibt. Die Fischhaut fällt sehr grob aus: optisch zwar nicht ansprechend, aber ihren Zweck erfüllt sie.

Der Schaft ist anatomisch gut geformt, und beim Anschlag mit Blick durch das Zielfernrohr liegt die Büchse sehr gut.

Auf dem Schießstand

Die Testwaffe im Kaliber .30-06 wurde mit einem 3-9×50 von Leupold ausgestattet (Aufkippmontage). Geschossen wurde wie üblich auf 100 Meter aus dem Schießgestell. Als Munition wurde die 10,7 Gramm Doppelkern-Laborierung von RWS und das 9,7 Gramm Hi-Shok von Federal eingesetzt.

Das schwerere Doppelkern schoss etwas besser. Fünf Schuss lagen auf 30 Millimeter zusammen; mehr kann man nicht verlangen. Die Schussleistung ist damit in Ordnung. Die Waffe funktionierte problemlos, die leeren Hülsen ließen sich leicht aus dem Lager entfernen.

Resümee

Die Brünner ZK 99 schießt hervorragend. Sie ist führig, leicht und ihr Geld wert. Wer eine schlanke Büchse für den Revieralltag sucht und nicht viel Geld ausgeben will, liegt hier genau richtig.Foto: Norbert Klups

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Brünner ZK 99
Kipplauf-Büchsen haben einen sehr geringen Abkipp-Winkel und lassen sich schnell nachladen.
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