Entwurmen

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Jeder 10. Hundehaufen enthält Eier, Larven oder Würmer. Der Vierläufer kann sich durch Schnuppern infizieren.

Armin Liese

Ein Wurmbefall ist nicht nur unangenehm– er ist riskant. Sowohl Hund als auch Mensch sind gefährdet! Schutz bietet eine regelmäßige Entwurmung des Vierläufers. Kampf dem Wurm Regelmäßig entwurmen hilft. Dabei zeichnet sich ein geeignetes
Wurmarten samt Larven und Eiern sterben. Und dies so oft, dass keine Gefahr im
Darm heranwächst. Nun stellt dabei sollten alle heimischen sich die Frage: Wie erkenne ich sicher einen Wurmbefall?

Die Antwort: gar nicht. Erst wenn im Kot abgestorbene Würmer oder helle Stücke zu sehen sind,wird der Befall sichtbar. Ausgewachsene Spulwürmer ähneln Spaghetti. Reiskornähnliche Wurmsegmente stammen von Bandwürmern. Wurmeier hingegen sind so klein, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Nur die Kotuntersuchung beim Tierarzt bietet deshalb Sicherheit, ob der Hund mit Magen-Darm-Würmern befallen ist.

Noch schwieriger wird es bei Lungenwürmern. Diese weist ein Tierarzt mit speziellen Laborun- tersuchungen im ausgehusteten Schleim oder Kot des Hundes nach. Ein Herzwurmbefall hingegen kann frühestens 6 Monate nach Infektion durch Blutunter- suchung oder Ultraschall erkannt werden.

Grundsätzlich gilt: Geringen Wurmbefall sieht man dem gesunden Hund nicht an. Erst große Mengen von Rund- oder Bandwürmern verursachen Mangelerscheinungen, Durchfall, Blutarmut oder struppiges Fell. Erste Anzeichen für eine Herzwurmerkrankung sind meist Leistungsschwäche und Husten, folgen können Herzschwäche und Wasser in der Lunge. Lungenwürmer führen von leichten Hustenanfällen bis hin zur Atemnot. Sogar der Kreislauf kann versagen.

Bei immunschwachen Hunden sind aufgeblähte Bäuche, Durchfall und Gewichtsverlust ein Hinweis auf Wurmbefall. Beson- ders gefährdet ist der Nachwuchs. Die häufigste Infektionsquelle für sie ist das Muttertier: Schätzungen zufolge sind in westlichen Ländern fast 100 Prozent der Welpen mit Spul- oder Hakenwürmern infiziert. Häufig erfolgt die Über- tragung auf die Ungeborenen schon in der Gebärmutter; die Infektion kann aber auch beim Säugen erfolgen. Mit Hakenwurmlarven können sich die Welpen gleichfalls beim Säugen infizieren.

Kampf dem Wurm

Regelmäßig entwurmen hilft. Dabei zeichnet sich ein geeignetes Wurmmittel durch ein breites Wirkspektrum aus, das idealerweise alle in Deutschland vorkommende Rund- und Bandwürmer bekämpft. Darüber hinaus sollte es auch gegen die gefährlichen Wanderlarven von Spul- und Hakenwürmern wirken, die im Gegensatz zu den ausgewachsenen Würmern außerhalb des Darms vorkommen. Sie schädigen Leber und Lunge des Hundes.

Solche Mittel reduzieren damit nicht nur die zerstörerische Wirkung der Larvenwanderung, sondern wirken nachhaltiger. Bei Wurmmitteln, die nur ausgewachsene Würmer im Darm bekämpfen, können die Larven innerhalb kürzester Zeit wieder den Verdauungsapparat besiedeln und reife Eier ausscheiden.

Zusätzlich sollten Mittel gegen Rund– und Lungenwümer verabreicht werden. Steht eine Reise nach Südeuropa an, ist eine Dosis gegen Herzwurmbefall vorbeugend empfehlenswert. Dies ist der einzige Fall, bei dem prophylaktisch gearbeitet werden kann. Alle anderen Würmer können nur akut getötet werden.

Damit eine regelmäßige Entwurmung für Vierbeiner kein Problem ist, sollte das Mittel nicht nur effektiv, sondern auch praktisch in der Anwendung sein. Der neueste Trend sind Tabletten mit Fleischgeschmack, die dem Hund besser munden.

Gefahr für Menschen

Wenn Würmer auf den Menschen übersiedeln, können Zoonosen entstehen. Dabei ist der Mensch eigentlich nicht der klassische Wurm–Wirt, jedoch schädigen die Parasiten auch hier den Körper.

Ein Befall mit dem Hundespulwurm kann insbesondere bei Kleinkindern zu neurologischen Schäden oder sogar Erblindung führen.

Besondere Vorsicht gilt vor dem für Hunde ungefährlichen Fuchsbandwurm: Dieser kann sich unbemerkt in die menschliche Leber einnisten und sie schleichend zerstören. Die daraus resultierende Krankheit ist lebensgefährlich, schwer zu diagnostizieren und äußerst kompliziert zu behandeln.

Entwurmen–wie oft?

Das europäische Expertengremium ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites, www.esccap.org) hat Empfehlungen zur Bekämpfung von Wurmparasiten erstellt.

Grundsätzlich gilt: Entwurmung alle 3 Monate. Besteht ein hohes Risiko, wie bei Jagdhunden mit häufigem Kontakt zu infizierten Beutetieren, wird monatlich empfohlen!

In Deutschland gelten 3 Gruppen aufgrund ihrer Gefahr für den Menschen beim Entwurmen als besonders wichtig. Sie müssen regelmäßig durch Tabletten bekämpft werden: Fuchsbandwurm, Spul- und Hakenwurm. Passende Tabletten hat Ihr Tierarzt.

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