Fuchsjagd in Strohmieten

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Um den Prädationsdruck vor der bevorstehenden Brut- und Setzzeit weiter zu senken, sollte die auslaufende Ranzzeit des Fuchses genutzt werden, um dem roten Freibeuter weiter auf den Balg zu rücken. Von Sophia Lorenzoni

Hier bezieht der rote Freibeuter gerne seinen Tageseinstand (Foto: Pixabay)

Vor allem bei kalten Temperaturen und während der Ranz sucht der Fuchs Wärme zwischen schützenden Strohballen und bezieht hier gerne seinen Tageseinstand. Hat der Jäger Bauhund und Strohmiete, kann’s schon fast losgehen.

Berufsjägerlehrling Max Duschinsky hat bei der Jagd an den Strohballen bereits einige Füchse gestreckt. Er empfiehlt, die Mieten alle 1 bis 3 Wochen zu kontrollieren. Um festzustellen, ob die Miete belaufen ist, gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Spuren im Schnee
  2. Fehlt die weiße Decke, ist bei feuchtem Boden zu sehen, ob die Miete belaufen ist.
  3. Intensiver Fuchsgeruch kann Aufschluss über die Anwesenheit eines oder mehrerer Rotröcke geben.
  4. Der passionierte Hund wird dem Rüdemann schnell anzeigen, ob sich ein Fuchs zwischen den Ballen versteckt und sofort schliefen wollen.

Terrier vor!

Optimal ist es, wenn die Ballen zu Pyramiden gestapelt in langen Reihen liegen. 3 bis 4 Ballen am Boden und dann nach oben gestapelt. Bis zu 100 Meter können diese lang sein. Bei einer derartigen Größe empfiehlt Duschinsky dann schon 3 oder 4 brauchbare Jagdhunde. Wichtig ist, dass sie sich kennen und vertragen.

Sind die Mieten kürzer, reichen auch 1 bis 2 Vierläufer aus. Am besten eignen sich Terrier, da sie aufgrund ihrer hohen Läufe geschickt und wendig sowohl über die Ballen, als auch darunter hindurch klettern und somit mehr Druck auf den Fuchs oder die Füchse ausüben können. Teckel tun sich da schwerer und müssen gelegentlich von der einen in die nächste Bahn gesetzt werden.

Erst wenn alle bereit sind, werden die Vierläufer geschnallt (Fotos: Patrick Herz)

Am leichtesten geht’s für die Vierläufer ohne Halsband oder anderes Zubehör. Maximal ein Bauhundsender könnte hilfreich sein, wenn der Hund zwischen den Ballen hängen bleiben sollte. Vor allem bei schlecht gestapelten Quaderballen kann es vorkommen, dass der Terrier in einen sogenannten Kamin fällt und ohne fremde Hilfe nicht wieder herauskommt. Bei großen Lagern ist dann ein Sender nicht schlecht. So kann das Stroh direkt dort abgebaut werden, wo der Vierläufer sitzt. Bei 100 Meter langen Mieten ist das eine große Erleichterung. Dann ist ein Frontlader Gold wert, um den kleinen Jagdhelfer schnell zu befreien.

Schützen an die Ecken!

Beim Angehen an die Strohballen ist äußerste Ruhe geboten. Hört der Fuchs die Jäger anrücken, sitzt er fester, und der Hund muss ihn hartnäckig aus den Ballen treiben. Beim leisen Anpirschen hingegen kann der Überraschungseffekt genutzt werden, und der Rotrock verlässt sein Versteck schneller.

Die Schützen stehen an den Ecken der Strohmieten, so dass sie sich gegenseitig nicht gefährden. Außerdem werden sie dort nicht sofort von den Füchsen entdeckt. Das könnte sonst dazu führen, dass der Fuchs erneut einschlieft und nur mit viel Druck seitens des Bauhundes erneut springt. Dem Jagdhelfer muss es durch eine solche Unachtsamkeit ja nicht unnötig schwer gemacht werden.

Wenn Hund und Schütze gute Arbeit leisten, kann am Abend auch mehr als ein Fuchs liegen

Die Schussrichtung ist weg von den Ballen in Richtung freies Feld. Eingespielte Baujagdteams sind erfolgreicher als eine schnell zusammengetrommelte Truppe. Der Erdhundführer ist, wie bei der normalen Baujagd auch, Jagdleiter an der Miete und weist die Schützen schon aus größerer Entfernung in ihre Stände ein.

Auch in Scheunen mit Strohlagern kann Reineke bejagt werden. Dann stehen die Schützen um die Scheune herum. Sind alle bereit, wird der Hund geschnallt. Der Rüdemann setzt ihn an eine Einfahrt zum Schliefen. Ein Anrüden ist in aller Regel nicht notwendig. Der erfahrene Erdhund kennt seinen Auftrag.

Rechtzeitig anfangen

Wem das Verhältnis zum Landwirt wichtig ist, der spricht die Jagd vorher ab. Vor allem wenn es in die Scheunen geht, hat der Eigentümer ein Mitspracherecht.

Dieser Fuchs wurde dort hoffentlich nicht erlegt. Ein Schuss in Richtung der Ballen ist tabu

Der Berufsjägerlehrling hat die Erfahrung gemacht, dass sich unter mit Fließ abgedeckten Ballen häufiger Füchse verstecken. Wie bei den meisten Jagdarten sollte nicht unmittelbar vor Sonnenuntergang begonnen werden. Auch bei der Jagd in Strohmieten ist immer mit einer möglichen Nachsuche oder anderen Zwischenfällen, die die Jagd verlängern, zu rechnen.

Kein Muss, aber wertvoller Helfer ist ein raubwildscharfer Vorstehhund. „Der muss unbedingt Standruhe beherrschen!“, so Duschinsky. Er bleibt angeleint und wird nur im Notfall geschnallt. Wird ein Fuchs krankgeschossen, muss der große Hund hetzen, das Raubwild abtun und apportieren. Vermuten die Jäger zwischen den Ballen keinen Fuchs mehr, beziehungsweise zeigen die Hunde kein weiteres Interesse, geht es zur nächsten Strohmiete.

Kontaktdaten zu motivierten Baujagdgespannen finden Sie hier …

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