Geschmackstest beim DJV: Reh schlägt Zebra

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Der Discounter Netto bietet vor dem Fest ein ungewöhnliches Angebot in seinen Läden an: Zebrasteak aus Südafrika. 300 Gramm für 6,99 Euro.

Aus Sicht der biologischen Vielfalt spricht alles dafür: Wildschutz geht auch durch den Magen (Foto: Rolf D. Baldus)

Dies brachte die üblichen Verdächtigen im Netz auf die Palme: „Zebra essen, das geht gar nicht“ oder „Zebras gehören in die Serengeti“.

Doch diese Kommentare gehen an der afrikanischen Wirklichkeit vorbei und selbst der WWF kann nichts Verwerfliches beim Konsum von Zebra erkennen. Die Tiere sind im südlichen Afrika nicht bedroht. Selbst das auf der Roten Liste immer noch als gefährdet geführte Bergzebra kommt dank Jagd längst wieder in sicheren Beständen vor. In Südafrika gibt es auf Wildfarmen viele Steppenzebras. Ohne wirtschaftliche Nutzung würden an ihre Stelle bald wieder Ziegen und Kühe treten. Aus Sicht der biologischen Vielfalt spricht alles dafür: Wildschutz geht auch durch den Magen.

Nachdem das geklärt war, meldete sich die Bild-Zeitung im DJV-Büro in Berlin zum Geschmackstest an. Es gab Steaks vom Zebra und vom Reh aus deutschen Landen. Klarer Sieger: das Reh aus dem Umland von Berlin. Feinschmecker Stephan Wunderlich, der sich für DJV und CIC mit der Auslandsjagd befasst: „Kurz gebratenes Rückensteak vom Rehkitz war ein Gaumenschmaus, das Zebra hingegen eher zäh und trocken.“ Die Bild Zeitung titelte deshalb „Ganz schön ZÄHbra!“. Anna Martinsohn vom DJV kritisch: „Das Steak war wohl ein Reststück aus der Keule und mit der Faser geschnitten.“ Nicht auszuschließen ist, dass man das Filet in Südafrika selbst aufgegessen hat.

Zur Ehre des Wildbrets aus Afrika muss allerdings gesagt werden, dass auch Zebra köstlich schmecken kann. Ein Vergleichstest des Verfassers ergab, dass das Zebrasteak vom Discounter nach dem Auftauen in drei Stücke zerfiel, keinen besonderen Geschmack hatte, aber keinesfalls zäh war. Für das Geld gibt es besseres Wildbret aus der Region.

rdb

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