Grünland-Schäden – Vermeiden und beseitigen!

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In unserer Region praktizieren wir zwei Verfahren. Zum einen richtet der geschädigte Landwirt seine Flächen, nach Einigkeit über die Kosten, selbst her. Das hat den Vorteil, dass Streit über die Qualität der Wiederherstellung nicht entsteht.

Ansonsten arbeiten wir hier vor Ort mit dem im vergangenen Jahr vorgestellten Wiesenhobel nach Meiser. Diese, von der Firma Clemens (Infos unter: Clemens GmbH, Rudolf-Diesel-Str. 8, 54516 Wittlich, Tel. 06571/92900) gebaute Maschine begeisterte anlässlich eines DJZ-Seminars 2003 alle Teilnehmer.

Wir haben mit dem Wiesenhobel ein Gerät zur Verfügung, das in einem Arbeitsgang nivelliert, sät und walzt. Diese Kombination ist für zirka 75 Euro pro Stunde zu haben und leistet in dieser Zeit, je nach Boden-Beschaffenheit, bis zu einem halben Hektar Fläche. Umgerechnet auf den Quadratmeter-Preis liegen die Wiederherstellungskosten mit Saatgut unter vier Cent pro Quadratmeter. Der Wiesenhobel ist auch deshalb zu empfehlen, weil er bei Teilschäden optimal eingesetzt werden kann. Nicht von Sauen umbrochene Flächen überfährt er ohne Schaden anzurichten.

Zusammengefasst empfehle ich bei der Erfassung von Grünlandschäden folgendes Schema:

1. Ortsangabe mit Flächengröße

2. Nutzungsform (Mähwiese, Weide usw.)

3. Schädigungsgrad in Prozent, Feststellung der Schadensfläche

4. Einigung, wer die Wiederherstellung durchführt (Pächter, Landwirt oder Lohnverfahren)

5. Berechnung und Feststellung der Schadenshöhe unter Berücksichtigung von Punkt 4

6. Einigung über die Abfolge verschiedener Einsatzgeräte zur Wiederherstellung der Wiese oder Weide

7. Berücksichtigung der von den Landwirtschaftskammern der Länder zur Regulierung von Wildschäden herausgegebenen jeweils gültigen Richtsätze.

Ferner ist auf Folgendes zu achten:

1. Beurteilung des Grünlandes nach

  • Beschattungsgrad
  • Nässegrad
  • Neigung
  • Boden-Wertigkeit
  • Arten-Armut, -reichtum2. Beurteilung, ob eventuell Maßnahmen des Landwirtes den Schaden gefördert haben
  • Ausbringung von Gülle
  • Viehweiden werden besonders stark von Schwarzwild frequentiert, wenn Pferde oder Rinder zu lange auf einer Fläche stehen (Dung, extrem kurze Grasnarbe, Viehtritt)Merke: Die unter Punkt 2 festgestellten Fakten sind juristisch zwar nicht relevant, das heißt, sie beeinflussen eine Schadensberechtigung grundsätzlich nicht, sind jedoch im Zuge einer gütlichen Einigung bei der Findung der Schadenssumme von Bedeutung

    3. Feststellen des Verhältnisses der Flächengröße zur Schadensfläche. Die Berechnung der Kosten, beispielsweise durch Maschineneinsatz, entnehmen Sie bitte den Berechnungsbeispielen. Ab einem bestimmten Schädigungsgrad ist es günstiger, einen Totalschaden anzusetzen und zu beseitigen. Dies kann bei gleichmäßiger Schadensverteilung auf der Fläche schon bei 70 Prozent der Fall sein, weil der Einsatz von Maschinen bei der Bearbeitung der Gesamtfläche finanziell günstiger ist.

    Um denjenigen, die nicht täglich mit dieser Materie umgehen, ein Gespür dafür zu vermitteln, was auf sie bei welchem Schädigungsgrad zukommen kann, sind im Folgenden einige Berechnungsbeispiele angeführt. Ich muss zugeben, dass die Berechnung von Grünlandschäden vergleichsweise kompliziert ist. Es lohnt jedoch, sich in die Materie einzuarbeiten, denn Grünlandschäden liegen nach Mais und Kartoffeln an dritter Stelle. Es folgen zwei Beispiele, denen folgende Grundkosten zugrunde liegen, die jedoch innerhalb der Maschinen-Ringe, aber auch infolge örtlicher Gegebenheiten differieren können.

    Grundkosten:

    Schlepper 25 Cent/PS

    Fahrer 13,00 Euro/Std.

    Kreiselegge 28,00 Euro/Std.

    Fräse 33,00 Euro/Std.

    Mulcher 33,00 Euro/Std.

    Walze 8,00 Euro/Std.

    Saatmaschine 13,00 Euro/Std.

    Hilfsarbeiter 13,00 Euro/Std.

    Saatgut 2,50 Euro/kg

    Schleppe 8,00 Euro/Std.

    Zweifellos wird es dort, wo Schwarzwild vorkommt, auch immer wieder Schäden geben. Was wir zurzeit erleben ist jedoch, angesichts der Grünlandschäden, weder verantwortbar noch irgendwie zu rechtfertigen. Es ist unsere Pflicht, die Schwarzwildpopulation deutlich zu senken, und zwar ohne wenn und aber. Abweichend von Liebgewonnenem, schon fast Traditionellem, was die Bejagung angeht, wird es ein dorniger Weg.

    Bevor die Sauen jedoch zum Politikum werden, müssen wir tun, was notwendig ist! Verstecken wir uns nicht länger dahinter, Sauen nur mit Hilfe von Futter wirksam bejagen zu können. Brechen wir aus aus dem Teufelskreis, denn mit Millionen von Kilogramm Körnermais jährlich produzieren wir seit Jahren mehr Sauen als wir erlegen können. Großflächige, grenzüberschreitende Bewegungsjagden, falls nötig auch zweimal auf gleicher Fläche und großzügiger Freigabe sind das Gebot kommender Jahre. Schaffen wir es nicht, die Bestände deutlich zu reduzieren, besteht die Gefahr, dass Politiker und Dilettanten sich mit diesen Dingen beschäftigen. Und das wäre für das Schwarzwild und uns Jäger zweifellos nicht der beste Weg.

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