Pirsch-Profi: Meopta 6,5×32

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Auf den 1. Blick erscheint ein Fernglas auf der Pirsch nicht unbedingt notwendig. Falls Wild in Anblick kommt, muss es oft schnell gehen und die Waffe rasch im Anschlag sein. Aber häufig genug hat man noch Zeit zum Beobachten. Wichtig ist geringes Gewicht und Übersicht. Hier punktet das neue Meopta 6,5×32.

Von Norbert Klups

 

meopta 6_5x32
Darf kein Ende am Geweih übersehen werden, ist ein Fernglas auch auf der Pirsch unabdingbar. Da eine 8-fache Optik bei Distanzen von 40-80 Metern je nach Größe des Wildes und der Geländebeschaffenheit bereits recht unpraktisch sein kann, ist eine niedrigere Vergrößerung in dem Fall deutlich praxisgerechter.
Ein solches Glas ist aber gar nicht so leicht zu finden. Bei den großen Marken, wie Swarovski, Zeiss oder Leica, geht es erst bei 7-fach los, und das sind dann meistens lichtstarke Gläser mit dickem Objektivdurchmesser und ordentlich Gewicht. Die kleinen, handlichen Pirschgläser mit 30 oder 32 Millimeter Objektivdurchmesser haben alle eine mindestens 8-fache Vergrößerung. Fündig wird man bei Meopta. Dort wird ein 6,5 x 32 gebaut. Dieses testeten wir 1 Jahr lang bei Auslandsjagden, aber auch auf der heimischen Pirsch.
 



Perfektes Gewicht

 

Meopta 6,5x32
Die Drehaugenmuscheln sind in3 Stufen rastbar, aber zur besseren Reinigung leider nicht abnehmbar. Das Fokussierrad ist selbst mit einer Hand sehr gut bedienbar. Es ist groß und griffig genug (Fotos: Norbert Klups)
Das Meopta wiegt 610 Gramm – für ein Pirschglas gerade noch angenehm und auch noch nicht zu leicht für die nötige Handruhe. Meopta verwendet Aluminium als Fernglaskörper und ummantelt ihn mit einer dicken, grünen Gummiearmierung. Ebenso ist das große Rad des Mitteltriebes mit Gummi überzogen, was es sehr griffig macht. Selbst einhändig lässt es sich leicht und geschmeidig drehen. Die Dioptrienverstellung liegt als kleiner Drehring vorm Mitteltrieb. Ein guter Platz – dort ist er vor unbeabsichtigter Verstellung geschützt und lässt sich leicht bedienen.
Die Dioptrienverstellung besitzt zudem eine Rastung, die sehr gut fühlbar ist. Die Drehaugenmuscheln haben 3 Raststufen und ermöglichen auch dem Brillenträger das volle Sehfeld, das wir mit 145 Meter gemessen haben. Leider lassen sich die Muscheln nicht ganz abschrauben, was das Reinigen erleichtern würde. Gerade bei der Jagd in Afrika nicht unerheblich, denn feiner Sand und Staub sind dort ein echtes Problem. Zum Justieren der Schärfe vom Nahbereich bis unendlich ist nur geringfügig mehr als eine Umdrehung des Fokussierrades nötig. Die Dioptrienkorrektur beträgt +/- 3.
In der Praxis zeigte sich, dass das Glas auch einhändig sehr schnell in die richtige Position zu bringen ist. Es ist gut ausballanciert und unempfindlich gegenüber nicht ganz korrektem Durchblick. Wenn es schnell gehen muss, ein großer Vorteil! Um schwarze Ränder im Sehfeld zu produzieren, muss man schon sehr schräg durchschauen.
Das kleine MeoPro besitzt ein helles Bild mit weitreichender Randschärfe. Bei bewegter Beobachtung treten keine störenden Bildwölbungseffekte auf. Die Bildruhe der nur 6,5-fachen Vergrößerung ist sehr angenehm. Farbsäume sind im zentralen Beobachtungsfeld praktisch nicht vorhanden. Sie treten erst in äußeren Randbreichen in der Farbrichtung grün-violett auf. Das Bild bleibt auch bei tiefstehender Sonne von vorn klar und durchaus kontrastreich. Die Auflösung ist mittelprächtig. Dabei kommt Meopta nicht an die großen Marken (Swarovski, Leica und Zeiss) heran. Das wäre bei einem 339 Euro-Fernglas aber auch zu viel verlangt. Das Glas ist wasserdicht und gegen Innenbeschlag mit Stickstoff gefüllt. Bei der Jagd erwies es sich als äußerst robust. Die Gummiearmierung ist sehr resistent gegen Kratzer.
 

 


Resümee

 

Wenn ein handliches Glas mit kleinerer Vergrößerung als 8-fach gebraucht wird, ist das Meopta MeoPro 6,5 x 32 genau richtig und steht dazu noch ziemlich allein auf weiter Flur. 339 Euro sind bei der Ausstattung und Qualität zudem ein sehr guter Preis. Für die Jagd im afrikanischen Busch und auf der heimischen Pirsch ein praktischer Begleiter!
Vorteile
+ leicht und handlich
+ sehr gute Randschärfe
+ robustes Aluminiumgehäuse
+ Brillenträgerokulare
+ großes Sehfeld
+ günstiger Preis
Nachteil
– Drehaugenmuscheln zum Reinigen nicht abnehmbarPreissensation
 

 

 


Technik auf einen Blick

 

Vergrößerung: 6,5-fach
Objektivdurchmesser: 32 mm
Austrittspupille: 4,9 mm
Dämmerungszahl: 14,4
Sehfeld auf 1.000 m: 145 m
Dioptrienausgleich: +/- 3 dpt
Fokussierung: Innenfokussierung über Mitteltrieb
Gehäuse: Aluminium, gummiearmiert
Abmessungen (H x B): 132 x 119 mm
Gewicht: 610 g
Preis: 339 Euro
 

 

 

 

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