NABU: Fuchspelz nutzen

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Der Naturschutzbund Baden-Württemberg (NABU) spricht sich für die Nutzung von erlegten Füchsen aus. „Beim Fuchs muss der Pelz verarbeitet werden. Das ist die Legitimation für die Jagd“, meint Dr. Andre Baumann, Landesvorsitzender NABU Baden-Württemberg.

 

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(Foto: fotolia)
„Wir haben nichts gegen eine Fuchsjagd“, sagt Dr. Baumann den „Stuttgarter Nachrichten“. Auch Tierschützer müssten akzeptieren, „dass einen Pelz zu tragen, nicht verwerflich ist“. (Quelle: dpa) „Der NABU sagt Ja zur Jagd – jedoch nur wenn sie nachhaltig und naturverträglich erfolgt und eine sinnvolle, konsumtive Nutzung der Tiere stattfindet.“ (Positionspapier des NABU zur Jagd.pdf)
 
Er hat nicht unrecht: Die Nutzung von Bälgen heimischer Fuchse hat eine hervorragende Öko-Bilanz. In Deutschland werden jährlich rund 500.000 Füchse im Rahmen weidgerechter und tierschutzkonformer Jagd erlegt. Zahlreiche Artenschutzprojekte können nur erfolgreich sein, wenn der Fuchs auch bejagt wird. Die steigenden Rohfellpreise machen die Verwertung wieder attraktiver.
 
Der Landesjagdverband Baden-Württemberg begrüßt ausdrücklich das Bekenntnis des NABU zur Nutzung nachhaltig gewonnener Naturprodukte wie Fuchspelz. Die Jäger sehen damit ihre Initiative „Schwarzwald-Pelz aus heimischer Jagd“ bestätigt, mit der sie eine intensive Fuchsbejagung, u. a. zum Schutz des seltenen Auerhuhns fördern.
 
Die Verwertung des Pelzes ist indes nicht der einzige vernünftige Grund für die Fuchsjagd. Rebhuhn, Hase, Fasan, Wachtel & Co. würden für ihr Überleben sofort die Fuchsjagd wählen, wenn sie könnten. Füchse vermehren sich ungebremst. Gerade in der Nähe menschlicher Siedlungen finden sie Schutz und Nahrung. Das vermehrte Auftreten von Fuchskrankheiten wie Räude und Staupe in Baden-Württemberg ist ein eindeutiges Zeichen für eine durch die Jägerinnen und Jäger zu regulierende Überpopulation.
 
Landesjägermeister Dr. Jörg Friedmann weist darauf hin, dass Jägerinnen und Jäger eine umfangreiche Ausbildung sowie eine anspruchsvolle staatliche Prüfung absolviert haben. „Fuchsjagd ist gelebter Artenschutz. Jägerinnen und Jäger töten nicht aus Jux und Dollerei.“ Er stellt weiter die Frage, wo denn die Füchse landen, die von Mitgliedern des NABU auf dessen Wiesenvogel-Schutzflächen gefangen werden – und das nicht nur im Winter, wenn der Pelz verarbeitet werden kann.
 
PM LJV/as
Mehr zur Fuchsjagd: www.djz.de/fuchsjagd
 


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