Nach dem Kugelschuss – Schusszeichen

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Auf den Kugelschuss reagiert das Wild mit “Schusszeichen”. Sie geben oft Hinweis auf den Sitz des Schusses.

Von Hans Joachim Steinbach

Sau
Schwarzwild zeichnet oft nicht im Schuss, auch Schweiß muss nicht gleich am Anschuss liegen. Eine Kontrollsuche ist immer angebracht.

Kann man auf Grund von Schusszeichen deutlich einen Treffer von einem Fehlschuss unterscheiden?

Nein, nicht immer. Es gibt typische und deutliche Schusszeichen, die eindeutig darauf hinweisen, dass das Stück getroffen wurde: wie Zusammenbrechen, Ausschlagen oder Aufbäumen. Andererseits kann man beobachten, dass das Wild zum Beispiel überhaupt nicht reagiert. Starkes Wild zeichnet oft gar nicht, Schwarzwild selten, oft untypisch.

Bei einem Fehlschuss zeichnet das Wild in der Regel nicht, springt aber fluchtartig ab. Oftmals verhofft das Stück im Schuss oder sichert und springt dann erst zögernd und auch schreckend ab. Typisch für einen Fehlschuss ist auch, dass Wild in der Flucht noch einmal verhofft und zurückäugt, um nach der Ursache für die Störung zu suchen.

In jedem Fall ist das Schusszeichen kein verlässlicher Hinweis. Deshalb ist nach einem gezielten Kugelschuss immer der Anschuss zu untersuchen und eine Kontrollsuche mit einem brauchbaren Jagdhund durchzuführen. Werden Pirschzeichen (etwa Schweiß) gefunden, ist eine Nachsuche notwendig und gesetzlich vorgeschrieben.

Was sind die Unterschiede zwischen Schusszeichen und Pirschzeichen?

Als Schusszeichen bezeichnet man die Reaktion des Wildes auf den Schuss. Je nachdem wie das Wild reagiert (man sagt auch: das Wild zeichnet), zieht der Jäger Rückschlüsse auf den Sitz des Schusses.

Unter Pirschzeichen versteht der Jäger Zeichen am Anschuss, die auf einen Treffer oder auf einen Fehlschuss hinweisen. Die häufigsten Pirschzeichen sind: Schweiß, Borsten, Schnitt- und Risshaar, Knochensplitter, Schwarten- oder Deckenfetzen, Pansen- oder Gescheideinhalt.

Was versteht man unter einem Krellschuss?

Bei einem Krellschuss bricht das Wild meist plötzlich im Schuss zusammen und ist kurzzeitig betäubt oder stark benommen. Man meint, man hätte einen tödlichen Treffer angetragen. Es wurden bei einem Krellschuss aber nur die Dornfortsätze der Wirbelsäule getroffen (sehr hoher Schuss). Das Wild dreht sich auf den Rücken, schlegelt, wird taumelnd hoch und geht dann ab. Eine Nachsuche ist sehr schwierig und endet meist erfolglos.

Was ist entscheidend dafür, dass das Wild im Feuer liegt oder am Anschuss bleibt?

Entscheidend für einen tödlichen Treffer ist eine gute Trefferlage (Kammerschuss, Wirbelsäule, Träger), was dazu führt, dass lebenswichtige Organe (Herz, Lunge, Wirbelsäule) zerstört werden. Dazu muss das Geschoss eine hohe Energie an den Wildkörper abgeben, die einen Schocktod herbeiführt.

Welchen wesentlichen Unterschied gibt es zwischen dem Schrotschuss auf Niederwild und dem Kugelschuss auf Schalenwild?

Niederwild, das mit Schrot beschossen wird, kann den Schuss von allen Seiten erhalten. Beim Fuchs ist der Schuss spitz von vorn, bei Entfernungen über 25 Meter auch spitz von hinten, bedenklich, weil fast nie tödlich. Beim Kugelschuss sollte immer auf breit stehendes oder ziehendes Wild geschossen und auf die Kammer gezielt werden.

Riskante Schüsse auf den Teller, den Träger oder den Stich bergen die Gefahr in sich, dass Wild nur krankgeschossen wird. Besonders Äser- und Laufschüsse werden provoziert. Dadurch wird dem Wild unnötig Schmerz zugefügt, und oftmals sind sehr schwierige Nachsuchen die Folge. Schüsse auf Schalenwild von hinten (auf das Weidloch) gelten als unwaidmännisch und sind tabu.

Nur in sogenannten Notsituationen, wenn sichtbar schwerkrankes Wild vorkommt oder krankgeschossenes Wild abgeht, darf auch riskant geschossen werden, damit jede Möglichkeit genutzt wird, das kranke Stück zur Strecke zu bringen.

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