Panikmache oder todernste Sache?

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Seit einigen Tagen sorgt Lidl für Schlagzeilen. Polnische Rohwurst in den Regalen des Discounters sind der Grund. Schweinewirte haben Angst, dass dadurch die Afrikanische Schweinepest nach Deutschland gebracht würde.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium warnt, dass Fernfahrer verseuchte Lebensmittelreste auf den Rastplätzen aus dem Fenster werfen könnten und diese dort von Sauen aufgenommen werden. Lidl aber importiert kiloweise Fleisch aus Osteuropa. Das verärgert deutsche Schweinebauern, wie Spiegel Online berichtet.

(Symbolbild: Pixabay)

Der DJV hat das Friedrich-Loeffler-Institut, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, um Stellungnahme gebeten, ob durch die Lidl-Rohwurst aus Polen ein Risiko der Einschleppung des ASP-Viruses bestünde. Diese liegt jetzt vor: „Es gibt, wie bei allen anzeigepflichtigen Tierseuchen, strenge Auflagen bzw. Beschränkungen für die Restriktionszonen, die im Falle eines Ausbruchs eingerichtet werden. Aus diesen Gebieten kommen keine Produkte in den internationalen Handel, auch nicht zu einem Discounter. Das, was in den Handel geht, stammt von gesunden Tieren und ist nach bestem Wissen und Gewissen frei von Tierseuchen.“

Die natürliche Ausbreitung der ASP über Wildschweine geht langsam voran, nach Angaben der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA mit höchstens 25 Kilometern pro Jahr. Besorgnis erregend ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit über den Menschen: Auf Transitstrecken kann sich das Virus mit 90 Kilometern pro Stunde fortbewegen – beispielsweise über kontaminierte Lebensmittel aus (Wild-)schweinfleisch (z.B. Salami, Räucherschinken).

PM DJV/sl

 

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