Rheinland-Pfalz: Saujäger bei ASP Ausbruch gesucht

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Wenn die Afrikanische Schweinepest in Rheinland-Pfalz ausbricht, dann werden kurzfristig Jägerinnen und Jäger mit viel Zeit für die Sauenjagd im Dienste des Allgemeinwohls gesucht.

Deshalb hat das Umweltministerium in Mainz die Jagdverbände angeschrieben und gefragt, ob man dafür geeignete Personen benennen kann.

Entlang der Landesgrenze und in einem Kerngebiet von bis zu 5 km Radius müsste die Sauenpopulation im Seuchenfall nach Möglichkeit ausgerottet werden. „Als Methoden kämen insbesondere die Einzelansitzjagd (tagsüber, insbesondere aber nachts, ggf. auch mit derzeit nicht zugelassener technischer Unterstützung) und Fallenjagd (Frischlingsfalle, Saufang) in Frage,“ heißt es in dem Schreiben vom 13. August.

Rheinland-Pfalz sucht Saujäger für den Ernstfall (Foto: Markus Lück)

„Hierbei würde auch keine Schonung von tragenden oder führenden Bachen erfolgen, der Elterntierschutz würde für das definierte Gebiet aufgehoben werden (Ausnahmeregelung).“ Allen Beteiligten sei bewusst, dass diese Form der Bejagung tierschutzethische Fragen aufwirft, die immer wieder vor dem Hintergrund der Entwicklung der Seuche abgewogen und überprüft werden müssen. Das Bejagen der Wildschweine in einem eng begrenzten Gebiet wäre allerdings angesichts der Gefahr einer Ausbreitung der ASP in Deutschland und den damit einhergehenden Folgen, insbesondere des Tierleids bei Haus- und Wildschweinen sowie den erheblichen Folgen für die Landwirtschaft, zwingend erforderlich.

Innerhalb der EU breitet sich die ASP mit zunehmender Geschwindigkeit dramatisch bei Wildschweinen und zum Teil auch bei Hausschweinen aus. Seit September 2018 sind die Mitgliedstaaten Rumänien, Ungarn, Bulgarien und auch Belgien betroffen. Aktuelle Meldungen berichten von Ausbrüchen bei Hausschweinen in Serbien und der Slowakei. Das Ministerium geht deshalb von einem Übergreifen der ASP auf Rheinland-Pfalz aus. Dies sei nur noch eine Frage der Zeit. Infizierte Wildschweine sind nur noch 40 km von der rheinland-pfälzischen Grenze entfernt. In Belgien wurden bereits über 820 positiv untersuchte Wildschweine registriert. Es ist davon auszugehen, dass dort nur ein Teil der tatsächlich infizierten Tiere gefunden wird.

rdb

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