Seat 4×4: Sportlich oder variabel?

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Der spanische Autohersteller hat sich als VW-Tochter zu einer Qualitätsmarke gemausert, die den sportlichen Leon und den praktischen Alhambra mit Allrad-Antrieb anbietet.

Von Peter Brade

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Der Seat Leon 4 im DJZ-Test.

Dabei handelt es sich um das 4-Motion-System von VW, das die Kraft über eine Haldex-Kupplung ohne Sperren permanent auf die Vorder- und Hinterachse verteilt.

Der DJZ-Test

Im DJZ-Test wurden der Alhambra 4×4 1 (115 PS) und der Leon 4 (180 PS) gefahren. Sicherlich sind beide keine Geländefahrzeuge, die durch Stabilität, Bodenfreiheit, Untersetzung und hohe Anhängelast überzeugen. Die jagdlichen Vorzüge dieser Allradler liegen auf anderem Gebiet.

Die 4×4-Seats sind normalen Pkws auf schlüpfrigem Untergrund deutlich überlegen. Beide Fahrzeuge hatten an nassen Wiesenhängen keine Schwierigkeiten, nach einem Stop wieder in Fahrt zu kommen. Für den Jäger, der lange Strecken bis ins Revier zurücklegen muss, sind diese mehr asphaltorientierten „Fourwheeler“ ein wahres Geschenk.

Alhambra 4×4

Der Alhambra 4×4 ist das Fahrzeug mit großzügigem und vor allem variablem Innenraum. Insgesamt können im Fond fünf Sitze im Stecksystem platziert werden. Das bedeutet, man kann alle Sitze herausnehmen und verfügt über einen gigantischen Laderaum oder man kann mit maximal sieben Personen reisen. Der Kofferraum ist in diesem Fall allerdings auf ein Minimum geschrumpft. Optimalen Platz bietet der Alhambra für vier voll ausgerüstete Jäger (nur zwei Sitze hinten eingebaut).

Im Jagdbetrieb erwies sich die sehr leise Zentralverriegelung und die leistungsstarke Heizung mit guter Scheibenbelüftung als vorteilhaft. Die maximale Intervallschaltung des Scheibenwischers ist bei starkem Regen zu langsam. Beim Manövrieren auf engem Raum kann man durch die stark abgesenkte „Schnauze“ die Abmessungen des Fahrzeugs nur ahnen. Das elektronische System für Messung des Rangierabstandes meldet zwar mit schneller werdenden Pieptönen sicher Hindernisse. Die Ortung, in welcher Ecke sich dieses befindet, ist aber nicht möglich.

Auf der Autobahn erreicht der Alhambra 180 km/h Spitze. Das Sechsgang-Getriebe sorgt für eine optimale Ausnutzung der Motorkraft. Durch seine Form ist das Fahrzeug leider recht seitenwindempfindlich. Der Durchschnittsverbrauch von sieben Litern ist akzeptabel.

Die Allrad-Alhambras sind keine billige Angelegenheit: Als Diesel kostet er rund 31.800 Euro, als Benziner mit 204 PS rund 34.250 Euro. Dafür ist die Ausstattung aber nahezu perfekt.

Etwa baugleiche Fahrzeuge sind der VW-Sharan und Ford Galaxy, die sich vor allem in den Ausstattungsvarianten unterscheiden.

Sehr positiv fiel das Navigationssystem auf. Zusatzkosten allerdings rund 3.068 Euro (6000 Mark). Das System mit Farbbildschirm ist mit einem Display am Armaturenbrett gekoppelt. Im Betrieb auf der Autobahn wurden erfolgreich aktuelle Stau-Meldungen mit in die Routenplanung einberechnet und auch im Innenstadtbereich war die Navigation zielgenau.

Leon 4

Dieses Navigationssystem war auch im PS-starken Leon 4 eingebaut. Der Löwe von Seat erinnert ein wenig an den guten alten Scirocco von VW. Der Leon ist sportlich und durch seine vier Türen und den ausreichenden Kofferraum jagdtauglich. Kaum ein Allrad-Fahrzeug mit dem man schneller im Revier ist. Die enorme Beschleunigung ist auf den drehfreudigen Motor und das Sechsganggetriebe zurückzuführen.

Selbst der bewährte Subaru WRX, der noch ein paar PS mehr hat, kann dem Leon in puncto direktem und vehementem Anzug kaum das Wasser reichen. Das gleiche gilt für die sichere Straßenlage jenseits der 200 km/h. Im Schnitt genehmigte sich der Leon neun Liter. Dies ist auch auf das geringe Gewicht zurückzuführen.

Jüngere oder junggebliebene Jäger, die weite Fahrten ins Revier zu bewältigen haben, werden am Leon gefallen finden. Insbesondere Autobahnfahren mit Dauergeschwindigkeit 200 km/h sind mit dem Leon fast eine Entspannung. Die Sportsitze sind auch für große Personen passend und bieten hohen Sitzkomfort und Seitenhalt.

Der Allrad Leon mit der genauen Bezeichnung 1,8 20V T kostet 22.170 Euro, etwa 1.176 Euro mehr als die frontgetriebene Version. Die Modellpalette beginnt bei 14.623 Euro, dann aber nur mit 75 PS und ohne Allrad.

In der Allrad-Version sind Elektronische Schlupf-Reduzierung (ESR), elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) und dasTraktions-Controllsystem (TCS) Serie.

Ein vergleichbares Fahrzeug mit vollkommen anderem Design wäre der teurere Audi A3. Der Ingolstädter hat aber serienmäßig keine vier Türen und nicht den Sportwagen-Touch des Spaniers.Foto: Peter Brade

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Der Alhambra 4×4 von Seat: Er ist ein Unversal-Fahrzeug mit variabler Inneneinteilung und einem traktionsstarken Antrieb.

 

 

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