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Waffen: Sorgfältig pflegen

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Die Pflege der Jagdwaffen sichert deren Funktion und Haltbarkeit und gewährleistet die Schussgenauigkeit. Gut gepflegte Waffen sind Basis für Gebrauchstüchtigkeit und Sicherheit.

Von Hans Joachim Steinbach

Der Gebrauch von Jagdwaffen zieht die Kenntnis über deren Pflege nach sich. Eine Jagdwaffe ist ein Gebrauchsgegenstand. Gebrauchsspuren wie abgewetzte Brünierung oder Kratzer im Schaft sind bei einer oft gebrauchten Waffe nicht ungewöhnlich.

Eine gut gepflegte Waffe erkennt man daran, dass die Läufe blank sind und das Schloss sauber ist. Der Schaft soll gut geölt sein und glänzen. Alle Teile müssen fest passen, bewegliche Teile leicht gehen, und nichts darf klappern.

Besonders wichtig ist die Laufpflege. Im Lauf oder in den Läufen bleiben nach dem Gebrauch immer Reste von Pulver und Geschossen, die das Laufinnere verschmutzen. Laufrückstände führen bei längerem Verbleiben im Lauf zu chemischen Reaktionen mit dem Laufstahl. Es kann so zu Rostbildungen und Rostfraß kommen, was den Laufstahl angreift. Eine Waffe mit ungepflegtem Lauf wird nicht mehr zielsicher schießen und Korrosion gefährdet die Sicherheit.

Nach dem Schuss

Nach dem Schuss ist der Lauf innen völlig trocken. Die Felder und Züge haben keinen Schutz mehr. Jetzt ist jede Waffe besonders rostempfindlich. Bei nassem Wetter, bei Nebel oder Regen kann Feuchtigkeit das Laufinnere beschlagen, Korrosion kann einsetzen, und Rost kann sich in wenigen Stunden bilden. Auch feuchte Räume wie Keller, Schlachthaus oder Jagdhütte, nasse Waffen im Futteral oder Waffenkoffer können die selbe Wirkung auslösen wie Kondenswasser, das sich durch den Wechsel kalt/ warm bildet.

Pulver- und metallische Rückstände können in Verbindung mit Feuchtigkeit im Laufinneren zu einer chemischen Reaktion führen, die Korrosion auslöst. Deshalb muss jede Waffe nach dem Gebrauch gesäubert und gegen Korrosion geschützt werden.

Bei jedem Schuss werden neue Rückstände hinterlassen und auf bereits vorhandene Rückstände aufgepresst. Sie lassen sich dann schlechter entfernen.

Merke!: Alle Arten von Rückständen im Lauf sind schädlich. Sie müssen umgehend entfernt werden.

Den Lauf richtig reinigen

Nach dem Gebrauch wird die Waffe zuerst von außen grob gereinigt und trocken gewischt. Das Laufinnere wird mit einem speziellen Tombak-Lösungsmittel von Geschoss-Rückständen gesäubert, dann mit reichlich Waffenöl eingesprüht oder durchgewischt (mit Werg, Wischflicken oder Filzwischer). Das Öl oder ein anderes handelsübliches öliges Lösungsmittel sollen längere Zeit auf das Laufinnere einwirken, um Rückstände zu lösen.

Bei hartnäckigem Schmutz kann auch eine nicht zu harte Messingbürste benutzt werden. Man soll bei der Grobreinigung nicht mit Öl sparen. Je sorgfältiger man seine Waffe nach jedem Gebrauch reinigt, um so weniger Mühe macht die Pflege.

Nach der Reinigung muss der Lauf innen trocken gewischt werden (andere Läppchen oder saubere Filzwischer benutzen). Ist alles sauber, wird wieder mit leichtem Ölfilm eingeölt.

Merke!: Vor dem erneuten Gebrauch wird der Lauf trocken gewischt, damit der sogenannte „Ölschuss“ keine zu große Trefferabweichung hat!

Eine Waffe soll immer vom Patronenlager aus gereinigt werden, wenn das möglich ist. Besonders sensibel ist die Waffe im Mündungsbereich, weil hier Felder und Züge die Schussgenauigkeit am meisten beeinflussen. Deshalb ist in dem Bereich besondere Sorgfalt angeraten.

Die Pflege des Schlosses

Das Schloss besteht aus empfindlichen und drehbaren Teilen, deshalb ist es ebenfalls glänzend sauber und frei von Rückständen, Schmutz und Korrosion auslösenden Stoffen, von Feuchtigkeit und Schweiß zu halten.

Das Schloss sollte immer einen leichten Ölfilm aufweisen. Bei der Pflege wird der Verschluss einer Repetierbüchse herausgenommen, Verschlusshülse und Verschluss werden eingeölt, gesäubert und mit einem leichten Ölfilm versehen, dann wieder zusammengebaut.

Verschlüsse von Flinten, Kipplauf-Waffen oder Selbstlade-Waffen sollten von Zeit zu Zeit von einem Fachmann gereinigt und gewartet werden. Korrosion droht nämlich nicht nur an sichtbaren Stellen, sondern auch dort, wo Metallteile durch den Schaft verdeckt werden oder im Inneren der Bauteile einer Waffe.

Die Pflege des Schaftes

Am wenigsten technisches Verständnis erfordert die Pflege des Schaftes. Aber ein wertvolles Schaftholz behält nur sein schönes Aussehen und seinen Glanz, wenn auch alle Teile des Schaftes regelmäßig und sorgfältig mit Schaftöl gepflegt werden. Das gilt besonders für Ölschäfte. Lackschäfte sind weniger pflegeaufwendig, aber dort zeigen sich Gebrauchsspuren deutlicher.

Schaftöl verhindert, das Schaftholz austrocknet und glanzlos und spröde wird. In eine Holzoberfläche ohne Schutz kann Feuchtigkeit leichter eindringen. Die Folge sind neben Unansehnlichkeit auch Risse, und das Holz kann sich sogar verziehen, wodurch die Schussgenauigkeit beeinflusst wird.

Je sorgfältiger man den Schaft einer Waffe mit Schaftöl pflegt, um so schöner, glänzender und wetterfester wird das Schaftholz.

Sorgfältiger Umgang

  • Waffen sollten stets trocken und luftig gelagert und aufbewahrt werden.
  • Futterale und Waffenkoffer dienen nur dem Transport und sind für eine längere Aufbewahrung ungeeignet.
  • Waffen können gegen Feuchtigkeit mit einem Ölfilm geschützt werden. Bei Handhabung im Regen oder bei der Bildung von Schwitzwasser muss aber jede Waffe trocken gerieben und erneut geschützt werden.

    Waffen sind Präzisionsgegenstände, sie erfordern deshalb neben einer sachgemäßen Handhabung fachmännischer Pflege und Wartung. Der Jäger sollte deshalb seine Jagdwaffen in regelmäßigen Abständen einem Fachmann zur Durchsicht und Wartung übergeben. Dies erhöht nicht nur den Gebrauchs- und Wiederverkaufswert, es dient vor allem der Gebrauchstüchtigkeit und Sicherheit.

    Zum sorgsamen und sicheren Umgang mit Jagdwaffen gehört besonders, dass Jagdwaffen und deren wesentliche Teile wie Läufe oder Verschlüsse und Munition so sorgfältig und sicher aufbewahrt und gelagert werden müssen. Kein Unberechtigter darf Zugang dazu haben und diese entwenden oder unberechtigt benutzen können.

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