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Kritik an Wildbrücke

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Die Wildbrücke über die im Bau befindliche Autobahn 21 bei Negernbötel im Kreis Segeberg erregt die Gemüter.

Peter Brade

Naturschützer finden sie gut, der Bund der Steuerzahler Schleswig-Holstein hält sie für übertrieben, zu teuer und spricht von Geldverschwendung. Bundesweit ging sie jetzt als Beispiel von sinnloser Steuerverschwendung durch die Medien. 2,5 Millionen Euro kostete ihr Bau, damit Tiere gefahrlos über die Autobahn kommen. 34 Meter ist sie lang, 50 Meter breit und fünf Meter hoch. Sie überbrückt die A 21, die ein Waldgebiet mit hohem Wildbestand zerteilt.
Auf der Bundesstraße 404, jetzt A 21, gab es bis zu 40 Wildunfälle pro Jahr. Jäger befürchten eine genetische und ökologische Verarmung durch Inzucht, wenn kein Austausch mehr möglich ist. Eine andere Möglichkeit, die Autobahn zu überqueren, gibt es nicht, weil überall Wildzäune aufgestellt werden. Das Wild wird zwangsläufig auf die Brücke geleitet. 300 Meter weite Schutzräume auf beiden Seiten verhindern, dass Spaziergänger der Brücke zu nahe kommen und Wild vertreiben.
 
Der Steuerzahlerbund weist die Begründung für den Bau einer solchen Brücke nicht generell von sich: „Alles sei verständlich, aber müsse diese Überquerung gleich 50 Meter breit sein?“,- fragt er in seinem Schwarzbuch. Auch die „Luxusausstattung“ hält der Bund für überflüssig: Todholz, Buschwerk, Wasserkuhlen und Trockenrasen seien ebenso unangebracht wie Suhlen für Wildschweine und Stämme für das Reiben der Schwarte.  Für ihn sind das „Wellness-Angebote“, die nicht über einer Autobahn angelegt werden müssten.
Die Landesregierung verteidigt den Bau. Der Landesrechnungshof hatte längst anfängliche Bedenken zurückgezogen. Während die Steuerzahler die Wildbrücke kritisieren, wertet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Bau der Grünbrücke über die Autobahn 21 als einen „verbandspolitischen“ Erfolg.  
 
-eb-
Peter Brade

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