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Weidetierhalter- und Landnutzerverbände: Wolfspolitik muss sich ändern

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Durch den Wolf verursachte Schäden in der Weidetierhaltung nicht mehr tragbar. Klare Forderung nach aktivem und regionalisiertem Bestandsmanagement.

Wolfsfähe mit Welpen
Bei einer Pressekonferenz haben Weidetierhalter- und Landnutzerverbänden zu Änderungen in der Wolfspolitik gedrängt. (Symbolbild: stock.adobe.com/Alexander von Düren)

Gestern startete das Bundesumweltministerium in Kooperation mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium die „Dialogreihe Wolf“. Hauptziele der Veranstaltungsreihe seien, so meldet das BMEL, der Austausch zu wichtigen Aspekten zum Wolf und die Versachlichung der Diskussion.

Anlässlich der Auftaktveranstaltung drängen Landnutzer- und Weidetierhalterverbände im Rahmen einer Pressekonferenz zu einer Änderung der Wolfspolitik.

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, findet klare Worte. Die Entwicklung der Wolfbestände in Deutschland sei exponentiell und die Schäden in der Weidetierhaltung durch den großen Beutegreifer nicht mehr hinnehmbar. „Die Bundesregierung verschleppt die Probleme mit dem Wolf und einen notwendigen Einstieg in die Regulierung des Wolfsbestandes“, so Krüsken im Rahmen der Pressekonferenz. Der Auftrag des Koalitionsvertrages zur Einführung eines regional differenzierten Bestandsmanagements dürfe nicht vom BMUV auf die lange Bank geschoben und wertvolle Zeit mit Debatten über das Monitoring verloren werden. Tierhalter hätten keine Zeit mehr, die Weidetierhaltung drohe ein Opfer der Wolfspolitik zu werden.

Sabine Firnhaber, Vizepräsidentin des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommerns mahnt:“ „Wer immer noch denkt, dass mehr Zäune und Herdenschutzhunde das Problem lösen werden, verkennt die Not der Weidetierhalter und vieler Bürger im ländlichen Raum.“

Und auch Anett Schellenberger, Vizepräsidentin der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) äußert, dass die Zunahme von Rissen bei Pferden jeder Größe und Alters zeige, wie gut sich Wölfe in der Kulturlandschaft angepasst hätten und zum Kulturfolger geworden seien.

Die Landnutzer- und Weidetierhalterverbände bekräftigten ihre Forderungen für ein aktives Bestandsmanagement. Vorschläge für einen Einstieg habe man vorgelegt.

Helmut Dammann-Tamke, Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen und DJV-Vizepräsident ergänzt: „Ein regionalisiertes Bestandsmanagement hat nicht zur Folge, dass die Tierart Wolf in Deutschland ausgerottet wird. Vielmehr ist es als Instrument zu verstehen, den Bestand zu lenken und zu erhalten – so wie es bei anderen Wildtieren auch gehandhabt wird. Der Einstieg in ein aktives und regionalisiertes Bestandsmanagement ist nötig, um vielfältige Funktionen im ländlichen Raum zu erhalten. Dazu zählt zum Beispiel der Küstenschutz bei Deichen durch die Beweidung von Schafen. Weidetierhaltung sichert die Nutzung artenreichen Grünlandes und fördert die Biodiversität. Dies gilt bundesweit, insbesondere aber auch für nicht durch Zäune zu schützende Almen im Alpenbereich.“

lb

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