ASP endlich eindämmen

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Seit gestern gibt es mehr als 2.500 nachgewiesene Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen – Tendenz steigend, so der Deutsche Jagdverband (DJV) in einer Meldung von heute.

Afrikanische Schweinepest: Behörden müssen enger zusammenarbeiten. (Foto: Richard Günzel)

Der Deutsche Bauernverband (DBV), der DJV sowie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) fordern von Bund und Ländern ein konsequenteres Vorgehen gegen die Ausbreitung der Seuche. Trotz guter Ansätze bestehe für eine erfolgreiche Zurückdrängung der ASP noch erheblicher Verbesserungsbedarf. Die gemeinsamen Positionen der drei Verbände sind im „Forderungspapier zum Umgang mit der Afrikanischen Schweinepest“ zusammengefasst.

Aus Sicht des DBV-Veredlungspräsidenten und Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Hubertus Beringmeier, würden bislang die Bundesländer Brandenburg und Sachsen die wesentliche Verantwortung für die Eindämmung in Deutschland und Westeuropa praktisch allein tragen: „Die Bekämpfung dieser Seuche ist eine Aufgabe von nationaler Tragweite. Der Bund sowie das Bundeslandwirtschaftsministerium müssen sich dringend stärker einbringen“, so Beringmeier. DJV-Präsident Dr. Volker Böhning ergänzt: „Die ASP muss endlich energisch eingedämmt werden. Dazu braucht es dringend einheitliche Standards, die Bund, Länder und Kreise gemeinsam verantworten und umsetzen.“

Zentrale Forderungen aus dem Papier:

  • Verbesserung der Infrastruktur für Jäger: rund um die Uhr geöffnete Kühlzellen
  • Aufbau einer zweiten effektiven ASP-Barriere östlich der Autobahnen A10, A11 und A13 von Mecklenburg-Vorpommern bis Tschechien – als Rückfall-Linie in Verbindung mit einer deutlichen Reduzierung der Wildschweinpopulation in diesem Bereich.
  • Abgabe- und steuerfreies Prämiensystem als Anreiz zur verstärkten Bejagung
  • Ausbildung von Kadaverspürhunden: Die Ausbildung muss intensiviert, beschleunigt und nach einheitlichen Standards bundesweit organisiert werden. Die Ausbildung von Jagdgebrauchshunden, wie sie derzeit praktiziert wird, ist am sinnvollsten.
  • Flächendeckendes ASP-Monitoring in betroffenen Gebieten: Die Zahl der behördlichen Annahmestellen muss deutlich erhöht werden, um den zeitlichen und finanziellen Aufwand für Jäger zu minimieren und das ASP-Monitoring weiter zu verbessern. Die Abgabe von Blut- und Organproben muss rund um die Uhr möglich sein. Die bereits etablierte kostenfreie App des Tierfund-Katasters sollten Behörden künftig als Standard für die Meldung von Wildschwein-Kadavern einführen.

PM DJV/fh

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