ASP-Zäune in Brandenburg: Tierkatastrophe mit Ansage

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Wegen ASP-Schutzzäunen gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ertrinken im Unteren Odertal zahlreiche Wildtiere, vor allem Rehe.

(Quelle: Andrea Zillmann/Archiv Baldus)

Ursache sind die derzeit steigenden Wasserstände der Oder aufgrund der Regen und der Schneeschmelze. Zahlreiche Wildtiere sind regelrecht eingeschlossen und ertrinken jämmerlich. Es ist eine Katastrophe mit Ansage. Denn Ähnliches gab es bereits. Problem sind vor allem die Polder, die jetzt voll laufen. Behördenhandeln ist überfällig, so die Tierschützer in der Region. Der Deutsche Tierschutzbund hatte sich an die zuständige Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) gewandt. Das blieb laut Verband ohne Reaktion.

Vor Ort bemühen sich die Jägerinnen und Jäger um die Rettung von Tieren. Kai Hamann, der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes Brandenburg: „Grundsätzlich brauchen wir hier ASP-Zäune. Sie müssen jedoch täglich überwacht, Schwachstellen und Todesfallen müssen beseitigt werden. Das Wild braucht Räume, um dem Hochwasser entgehen zu können. Wo Verlegung von Zäunen notwendig ist, da müssen sie schnellstens auch verlegt werden! Bei allem Verständnis für Belastungen in der Coronazeit: Es muss jetzt schnell gehandelt werden.“

Inzwischen gibt es auch eine Petition, die an die Landrätin Karina Dörk von der CDU gerichtet ist.

Auch Dirk Treichel, Leiter des Nationalparks, schätzt die Lage als dramatisch ein. Das berichtet die Bauernzeitung. Das kleinere Hochwasser über den Jahreswechsel sei nur ein Vorbote. Mit der Schneeschmelze im Frühjahr werde das Wasser höher und länger stehen. Treichel plädiert dafür, den zuerst gebauten Zaun entlang des Winterdeichs auf etwa 22 km weiter ins Landesinnere zu versetzen, damit die Tiere auf höher gelegene Flächen ausweichen können.

rdb

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