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Bäume und Sträucher: Rankengewächse

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Da Pflanzen Licht brauchen, haben sich auch in unseren Breiten zahlreiche Rankengewächse entwickelt. Zumeist rechtsdrehend, versuchen sie mit Haftwurzeln oder auch ohne, hellere und lichtdurchflutete Bereiche im Wald, am Waldrand oder am Haus zu erreichen.

Von Manfred u. Ursula Braun

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Am Licht ist die Blattform des Efeus elliptisch. Die Blüten sondern Lockstoffe für Insekten ab,die Fruchte reifen im darauffolgenden Frühjahr.

Efeu, Hedera helix

Der Efeu (Hedera helix) ist eine verholzende Kletterpflanze, die sowohl über Nährwurzeln als auch über Haftwurzeln verfügt. Die immergrüne Pflanze wächst verbreitet in klimagünstigen und luftfeuchten Lagen Deutschlands am Boden, am Fels, an Bäumen oder auch an Hauswänden. Efeupflanzen können ein Alter von mehreren 100 Jahren erreichen. Die Pflanze ist für den Naturhaushalt von großem Wert.

Die grünen und glänzenden Blätter sind ledrig und in Schattenlagen drei- bis fünflappig ausgebildet. Auf der Blattoberseite findet sich eine weiße Aderung. Erreicht die Pflanze sonnigere Bereiche, so ist die Blattform elliptisch und die Farbe mattgrün.

Nur an den sonnigen Stellen bilden sich Blütendolden, die zumeist in den Monaten August und September erscheinen. Der Fruchtknoten der Blüte sondert zuckerhaltiges Gewebe ab, das besonders Schwebfliegen und Bienen anlockt. Blühende Efeupflanzen sind eine wichtige „Tankstelle“ für Insekten im Spätsommer und Frühherbst.

Die Efeufrucht erscheint im folgenden Frühjahr und ist knapp kirschkerngroß. Die schwarze Frucht ist als Frühjahrsnahrung bei Ringeltauben, Amseln, Rotkehlchen oder Mönchsgrasmücken begehrt.

Echtes Geißblatt, Lonicera caprifolium

Mehrere Vertreter aus der Gattung der Geißblatt-Gewächse wachsen als Strauch oder Ranker in Deutschland. Das Echte Geißblatt (Lonicera caprifolium) ist ein typischer Sommerblüher, der besonders an warmen Abenden einen faszinierenden Geruch verbreitet. Dies lockt nachtaktive Insekten, besonders Nachtfalter an, die den Nektar nutzen.

Die rechtswindende und verholzende Rankenpflanze findet man an Waldrändern, Gebüschen und auch in lichten Wäldern. Sie kann über fünf Meter wachsen und besitzt, im Gegensatz zum Efeu, keine Haftwurzeln. Die gegenständigen Blätter sind kurzgestielt.

Die wohlriechenden und aus zwei Blüttenblättern aufgebauten Blüten erscheinen im Juni und Juli. Sie haben eine gelblichweiße Farbe und sind mehr oder weniger rötlich überlaufen.

Waldrebe, Clematis vitalba

Eine der häufigsten Schlingpflanzen unseres Landes ist die Waldrebe, die gern an Waldrändern, Fluss- und Bachufern wächst. Die leicht giftige Pflanze verholzt und hat Ähnlichkeit mit Lianen, die man aus dem tropischen Regenwald kennt. Der Pflanzensaft enthält Stoffe, die beim Menschen zu starken Hautreizungen führen.

Sie kann eine Länge von bis zu zehn Meter erreichen und nutzt zum Klettern andere Bäume und Sträucher, die oft völlig überwuchert werden. Sind keine Stützen vorhanden, so überzieht sie den Boden mit einem dichten Geflecht und schafft so Deckung gerade für das Niederwild.

Die Waldrebe blüht in den Monaten Juni bis August mit gelblich-weißer Blütenfarbe. Der Blütenstand ist wie eine Rispe geformt. Die gegenständigen Blätter sind gefiedert. Interessant ist die Frucht der Waldrebe. Diese entsteht im Spätsommer/Frühherbst und bleibt zumeist über den Winter bis zum Frühjahr. Der verlängerte Griffel ist behaart und bildet den „Flugteil“ der Frucht. Bei warmem und windigem Wetter werden die Samen mit Fluganhängsel im Frühjahr verbreitet.

Vögel brüten gern zwischen den Ranken der Waldrebe und den umrankten Bäumen und Sträuchern, weil sich dort gut gedeckte Nester bauen lassen.

Rankengewächse sind nicht nur als Nahrungsquelle für Tiere von Bedeutung. Sie kaschieren Bauwerke (Architekten-Trost) und sind, bei entsprechender Ausbildung und Üppigkeit, wertvoller Brutplatz für Vögel. Besonders Efeu mit den immergrünen Blättern kommt dabei eine hohe Funktion zu, weil dort schon sehr früh im Jahr eine ideale Nestdeckung vorhanden ist.

So mancher Hochsitz könnte in der Umrankung von Schlingpflanzen „verschwinden“ und dazu Nist- und Nahrungsstätte bilden.Foto: Manfred u. Ursula Braun, Jürgen Gauß

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Hochsitz
So mancher Hochsitz kann mit Rankengewächsen kaschiert werden und dazu noch Nistplatz und Nahrung bieten. Aber auf die Statik achten; das Holz verrottet schneller, weil es langsamer abtrocknet.

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Bilder

Waldrebe

 


 

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