Brandenburg: Wolf jagt Katze

31994

Bei einer morgendlichen Revierkontrollfahrt entdeckte DJZ-Leser N.H. gegen 6 Uhr unweit der eigenen Reviergrenze im Nachbarrevier „Schiebsdorf“ 3 Stücke Wild auf den Roggenstoppeln.

Da sie auf über 300 Meter standen, hielt er an und zückte seine Kamera, um mit dem Zoom besser ansprechen zu können. Es war Rehwild. Seltsam war, dass alle 3 wie erstarrt in Richtung Mais sicherten. Plötzlich schoss ein Wolf aus dem Maisfeld auf die Stoppeln in Richtung der Rehe. In Sekundenschnelle waren die Rehe im gegenüberliegenden Wald verschwunden. Es gelang ihm noch, den Wolf zu filmen, wie er über die Stoppeln in den Wald jagte, den Rehen hinterher.

Als 2 Minuten später eine Katze an ungefähr derselben Stelle aus dem Wald auf die Stoppeln zog, dachte sich der erstaunte Weidmann: „Na Mietzi, Du lebst aber gefährlich“. Der Jäger ahnte, dass der Graue zurückkommen könnte, da unmittelbar hinter dem Waldstück, in dem er verschwunden war, die Autobahn verläuft. Wenn er also die Verfolgung abbrach, würde er bestimmt zurückkehren.

Als sich nach 10 Minuten nichts mehr tat, wollte er den Weg zur Arbeit anbrechen, glaste aber noch einmal mit dem Fernglas den Waldrand ab. Da stand der Wolf plötzlich wieder auf ca. 300 m, wie versteinert. Er lauerte hinaus auf die Stoppeln.

(Foto: Privat)

„Meine Kamera lief bereits wieder, da jagte der Wolf los auf die Stoppeln, stoppte, sträubte das Rückenhaar und begann etwas im Halbkreis zu umziehen. Es war die Katze, die zunächst in einer Senke vor mir nicht mehr auszumachen war“, so Jäger H. Erst als die Katze in einem gewaltigen Sprint den Wolf in Richtung Wald umschlug, wurde sie für wieder sichtbar. Der Wolf war nur noch 1 bis 2 Meter hinter ihr, als sie es unter einen alten Wildzaun hindurch in den rettenden Wald schaffte. Isegrim habe die Notbremse ziehen müssen, er sei zwar dem Stubentiger noch kurz gefolgt, sei aber gähnend und offenbar enttäuscht wenige Sekunden später zurückgekommen. Danach sei der Wolf in aller Seelenruhe zurück über den Stoppelacker in den Maisschlag gebummelt.

Aus dem Video gelang H. ein Schnappschuss, mit dem Wolf unmittelbar hinter der Katze. Das Video an sich kann die knappe Situation seines Erachtens nicht ganz so dramatisch wiedergeben wie das Bild (wegen der weiten Entfernung und dem großen Zoom). Für ihn dient es jedoch zumindest als Beleg, dass es sich nicht um einen „Wolfshund“ handelt der eventuell nur für dieses Bild auf eine Katze gehetzt wurde.

N.H.

DJZ-Reviernotizen

DJZ honoriert Mitarbeit

50 Euro gibt es für jede in der DJZ-Printausgabe veröffentlichte Reviernotiz! Packen Sie also bei Ihren Reviergängen neben der Büchse und dem Fernglas auch die Kamera ein.

Nur die digitale Aufnahme mit einer kurzen Erklärung an eine E-Mail anhängen und direkt an uns schicken: sophia.lorenzoni@paulparey.de

(Bitte Adresse und Bankverbindung angeben)

Oder senden Sie Ihren Bildabzug inklusive eines kurzen Beschreibungstextes per Post an:

DEUTSCHE JAGDZEITUNG
Erich-Kästner-Straße 2
56379 Singhofen

Aboangebot