Der richtige Waffenschrank

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Der Kauf eines Waffenschrankes ist meistens eine Anschaffung fürs Leben. Tresorexperte und Jäger Leonard Thiele von Hartmann Tresore erklärt, was wichtig ist.

Das weiß vermutlich jeder Jäger: Ein Waffenschrank muss gesetzliche Vorgaben erfüllen. Dazu gehört, dass der Tresor bei einer Neuanschaffung mindestens Widerstandsgrad 0 oder 1 nach EN11431 entspricht. Es gibt jedoch viele weitere Überlegungen, die bei der Anschaffung eines Waffentresors berücksichtigt werden sollten, um eine gute Entscheidung für diese Investition zu treffen. Leonard Thiele ist Experte für Waffenschränke bei Hartmann Tresore und selbst seit vielen Jahren Jäger. Durch seine Liebe zur Jagd, die enge Zusammenarbeit mit vielen deutschen Jagdverbänden und durch die täglichen Beratungsgespräche mit Jägern weiß er genau, welche Fragen zu beantworten sind, damit Waffenbesitzer lange Freude an ihrem Waffenschrank haben.

Wie groß muss mein Waffentresor sein?

Das hängt immer davon ab, was in dem Tresor untergebracht werden soll. Wie viele Langwaffen, wie viele Kurzwaffen und wie viel Munition müssen darin Platz finden? Ich empfehle, jetzt schon die Zukunft im Blick zu behalten. Erfahrungsgemäß kommt im Laufe der Jahre immer mal wieder eine Waffe dazu.

Thiele Leonard Thiele ist leidenschaftlicher Jäger und Spezialist für Waffentresore bei Hartmann Tresore.

Auch die unterschiedlichen Breiten der Waffenhalterungen müssen bedacht werden. Und ein weiterer Aspekt ist wichtig: In jedem Haus gibt es weitere Wertgegenstände, die in einem Waffenschrank sicher aufbewahrt werden können, wie etwa das wertvolle Fernglas, Zielobjektive, Schalldämpfer, Schmuck, Edelmetalle, Aktenordner mit wichtigen Dokumenten, der Zweitschlüssel des Autos oder während des Urlaubs vielleicht auch die Laptops und Tablets aller Familienangehörigen.

Die Anschaffung eines Tresors ist in der Regel eine einmalige Angelegenheit. Darum sollte man zukunftsorientiert in Bezug auf den Platzbedarf denken.

Wer noch mehr Platz benötigt, sollte – sofern das Haus es zulässt – über einen Waffenraum nachdenken. Wer im Privathaushalt einen geschlossenen Raum mit einer 24er-Mauerstärke zur Verfügung hat, muss lediglich eine Wertschutzraumtür installieren und verfügt dann über einen Tresorraum. Gewerbetreibende wie Büchsenmacher und Waffenhändler müssen hierfür weitere Bedingungen erfüllen.

Muss ich meinen Waffenschrank verankern?

Gesetzlich ist eine Verankerung nicht vorgeschrieben, versicherungstechnisch jedoch sehr wohl. Die VdS Schadenverhütung empfiehlt eine Verankerung aller Tresore, die weniger als 1.000 Kilogramm wiegen. Wenn der Waffenschrank in einer Region steht, in der es häufig zu Wohnungseinbrüchen kommt, empfiehlt sich eine Verankerung in jedem Fall. Es gibt Fälle, in denen der komplette Tresor entwendet und später in aller Ruhe, an einem für die Einbrecher sicheren Ort geöffnet wurde. Je größer, je schwerer und je besser verankert der Tresor ist, desto besser sind die Waffen gesichert.

Hartmann Tresore erfüllt auch jeden Wunsch nach einer maßgeschneiderten Innenausstattung, wie bei dem Modell Troja, einem doppeltürigen Waffenschrank. (Bildquellen: Hartmann Tresore)

Welches Verschlusssystem empfiehlt sich für den Waffenschrank?

Die gängigen Systeme sind Doppelbartschlösser und elektronische Zahlenschlösser. Bei den Doppelbartschlössern erhalten die Kunden zwei Schlüssel, die an einem sicheren Ort aufbewahrt werden müssen. Diese Doppelbartschlüssel sind viel länger als herkömmliche Schlüssel für das Auto oder die Haustür und somit unhandlich und für das Schlüsselbund nicht geeignet. Diebe wissen daher ganz genau: Wo ein Tresor mit einem Doppelbartschloss ist, da ist in der Nähe auch ein Schlüssel versteckt.

Bei elektronischen Zahlenschlössern muss man sich lediglich die selbst gewählte PIN merken. Das ist sehr viel komfortabler. 80 Prozent unserer Kunden entscheiden sich für diese Version.

In welcher Höhe kann der Tresorinhalt versichert werden?

Das hängt vom Widerstandsgrad ab. Je höher dieser ist, desto höher lässt sich der Inhalt versichern. Bei Waffentresoren mit dem Widerstandsgrad 0 bis zu 40.000 Euro, bei Widerstandsgrad I bis zu 65.000 Euro usw. bis hin zu 100.000 Euro und mehr in den höchsten Widerstandsgraden. Für vorhandene A- und B-Schränke, die von ihren Besitzern weiterhin zur Waffenaufbewahrung genutzt werden können, gehen die aktuellen Empfehlungen dagegen bis maximal 1.000 Euro. Die ESSA (European Security Association e.V.) gibt für diese Sicherheitsstufen gar keine Versicherungsempfehlung mehr ab. Am besten, man spricht vor dem Kauf mit der eigenen Versicherung, um auf der sichereren Seite zu sein.

Mein Waffenschrank soll sichtbar im Wohnbereich stehen. Gibt es eine Alternative zu einem schlichten grauen Metallschrank?

Wir bieten viele Individualisierungsmöglichkeiten für die Gestaltung des Waffenschrankes an. Eine Strukturlackierung ist beispielsweise in jeder RAL-Farbe machbar. Für Liebhaber von glatten Oberflächen bietet sich eine matte Mikro-Effekt-Lackierung an. Besonders hochwertig ist eine Hochglanz-Lackierung. Bis zu 16 Lackschichten werden auf die Außenseite des Tresors aufgebracht. Das wirkt wie Klavierlack und ist auch in allen Farben möglich.

Eine Veredelung mit einem Wunschmotiv – entweder nur auf der Tür oder auf dem kompletten Tresor – lässt sich ebenfalls realisieren. Wir haben Kunden, die ihren Jagdhund hier verewigen lassen oder ein klassisches Jagdmotiv wählen. Wer seine Waffen sichtbar präsentieren möchte, ist gut mit einer Panzerglas-Vitrine mit integrierter Beleuchtung beraten. Hier können besondere Waffen schön in Szene gesetzt werden.

Quelle: Hartmann Tresore

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