Leben am Wasser – Feuchtbiotope

1955


 

Viele jagdbare Tiere leben am Wasser. Die Erhaltung, Pflege und Neugestaltung von Feuchtbiotopen ist deshalb Bestandteil der Hege.

Von Hans Joachim Steinbach

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1. Welche Lebensräume werden vom Wasser geprägt und sind als Feuchtbiotope besonders erhaltenswerte und geschützte Landschaftsbestandteile?

Neben den Uferzonen von Seen, Teichen oder Flüssen und Kanälen sind sehr wertvolle Feuchtbiotope: Bäche und Gräben. Feuchtbiotope gingen im Rahmen intensiver Landschaftsnutzung zunehmend verloren (Flurbereinigung und Melioration) und sind deshalb unbedingt zu erhalten.

2. Welche jagdbaren Wildtiere sind insbesondere an das Wasser und an Feuchtgebiete gebunden?

An Wasser und Feuchtgebiete sind von den jagdbaren Arten in besonderem Maße gebunden: Wisent, Elch-, Rot-und Schwarzwild, Fischotter, Seehund, Waschbär, Nutria, Mink, Marderhund, Birkwild, Höckerschwan, Wildgänse, Wildenten, Säger, Waldschnepfe, Bläßhuhn, Möwen, Haubentaucher, Graureiher, See-, Schrei-und Fischadler sowie Rohrweihe.

Viele dieser Arten sind selten, bedroht und genießen ganzjährige Schonzeit. Die Hege dieser Arten und die Pflege und Erhaltung ihrer Lebensräume dient deshalb auch vielen anderen nicht dem Jagdrecht unterliegenden Tier- und auch Pflanzenarten.

3. Welche Besonderheiten kennzeichnen die Lebensräume in und am Gewässer?

Generell unterscheiden wir nach Steh- oder Still- und Fließgewässer. Erstere sind vor allem im Gefolge der letzten Eiszeit entstanden und prägen deshalb die Landschaften im Norden der Bundesrepublik.

Durch tektonische Vorgänge (Erdoberflächentätigkeit) entstanden in anderen Gegenden sogenannte Kraterseen oder Maare. Von unserem Jagdwild leben nur wenige Arten unmittelbar im Wasser (Seehund, Fischotter), entscheidender ist der Lebensraum in den Uferzonen und Auen.

Gewässer haben eine große landschaftliche Bedeutung nicht nur durch ihre Schönheit, sondern besonders für den Wasserhaushalt und das Klima. Je nach Größe und Form sind die wichtigsten Steh- und Stillgewässer Seen.

4. Worin besteht der Hauptwert der Feuchtgebiete für unsere Wildtiere?

Feuchtgebiete sind wegen ihres hohen Wasserstandes, dichten Röhricht- und Baum- und Strauchgürtels (Weiden, Erlen) relativ unzugänglich und bieten dem Wild so Ruhezonen vor Störungen. Einige Wildarten sind auf Suhlen zur Körperpflege angewiesen (Schwarz-, Rotwild). Einige Wildarten brüten in Feuchtgebieten und sind so vor Freßfeinden geschützt. Feuchtgebiete sind nicht zuletzt sehr produktive Äsungsgebiete.

5. Wie können Jäger Gewässer und Feuchtgebiete pflegen und erhalten?

Eine wachsende Beeinträchtigung der Lebensgemeinschaften an Gewässern und in Feuchtgebieten entsteht durch einen wachsenden Freizeittourismus. Zum Schutz der Gewässer, beim Ausweisen von Ruhezonen und sonstigen Einschränkungen der Nutzung sollten Jäger, Fischer und Angler eng zusammenarbeiten.

Auf Niedermooren sollten die Jäger durch Gehölzschnitt die Flächen vor Verbuschung freihalten. Niedermoorseen dürfen nicht entwässert werden.

Gräben sind regelmäßig zu entkrauten, damit die Fließfähigkeit erhalten bleibt und der Sauerstoffaustausch im Gewässer gefördert wird. Eine einseitige Bepflanzung spendet Schatten und minimiert Algen- und Krautwuchs.

neu geschaffen werden. Durch die Pflege der Ufervegetation (zum Beispiel Kopfweiden) können die Jäger den ökologischen Wert in Feuchtgebieten erhöhen.

6. Was versteht der Jäger unter Wasserjagd?

Die Jagd auf Wasserwild an Gewässern. Spezielle Jagdarten sind der Ansitz bzw. Anstand am Gewässer (am Ufer oder in Booten).

Die beliebteste Jagd ist die Jagd auf dem Enten- oder Gänsestrich. Die Jagd kann auch als Lockjagd mit Lockrufen oder künstlichen Lockvögeln betrieben werden. Die Wasserjagd muß ausschließlich mit brauchbaren Jagdhunden durchgeführt werden (Verlorenbringen aus tiefem Wasser). Die Hunde stöbern auch im Röhricht und in der dichten Ufervegetation, das gilt auch bei Drück- und Treibjagden.

Eine besondere Form der Wasserjagd ist die Jagd an der Küste, die Wattjagd.

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