Seeadler-Abschuss im Letter Bruch

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Ein aus Frankreich ins Naturschutzgebiet Letter Bruch (Kreis Coesfeld/Nordrhein-Westfalen) eingewanderter Seeadler wurde vor einigen Wochen mit einer Schussverletzung tot aufgefunden. Zudem fehlten Kopf und Klauen des Tieres Vogels.

Seeadler in einem Naturschautzgebiet
Seeadler sind streng geschützt (Foto: Karin Jähne /AdobeStock)

Der aus einem französischen Auswilderungsprogramm stammende junge Seeadler war mit einem Sender versehen. Eine Auswertung der Daten hat ergeben, dass der Vogel am 1. April 2023 dort zu Tode kam, so der Kreis Coesfeld in einer Mitteilung. Am 2. April 2023 seien Standortdaten aus Reken, später vom Fundort nahe Lembeck übermittelt worden.

„Es ist kaum vorstellbar, dass dieser große und auch auf größere Entfernungen sehr leicht zu identifizierende Vogel versehentlich geschossen wurde“, so der Leiter der Unteren Jagdbehörde im Kreis Coesfeld, Detlev Terlisten. Daher habe man nun die bisherigen Erkenntnisse zusammengefasst und zur weiteren Ermittlung an die Staatsanwaltschaft Münster abgegeben.

Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises stehe wegen des Abschusses mit der Kreisjägerschaft im Austausch. Auch dort sei die Empörung groß und es gebe keinerlei Verständnis für den Abschuss. Sachdienliche Hinweise oder Beweismittel, die die weiteren Ermittlungen unterstützen können, nimmt die Untere Jagdbehörde unter 02541-183210 entgegen.

Sowohl nach dem Bundesjagdgesetz als auch dem Bundesnaturschutzgesetz handelt es sich bei der Tötung um eine Straftat, eine Ahndung mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren ist möglich.

Der Seeadler ist der größte europäische Greifvogel. Der WWF geht davon aus dass in Deutschland etwa 970 Seeadlerpaare brüten (Stand: 2022).

PM/fh

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