Auch am Tag aktiv

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Damwild zählt zur Familie der Hirsche, bevorzugt Waldgemengelagen mit bewirtschafteter Feldflur. In Gebirgen kommt es nicht vor.

Von Hans Joachim Steinbach

Damwild
Damwild ist keine typische Wildart des Waldes, es nutzt sehr gern offene Landschaften, auch die Feldflur.

Was ist das heutige Verbreitungsgebiet des Damwildes?

Damwild kommt in ganz West- und Mittel-europa vor. In Nordeuropa, außer Großbritannien, Dänemark und Südschweden sowie in Osteuropa, in Russland und dem Baltikum fehlt diese Hirschart. Das liegt daran, dass die Äsungsansprüche im Gebirge und in Gebieten mit langen Wintern und hoher Schneelage nicht erfüllt werden.

Wie ist die Lebensart des Damwildes?

Damwild lebt meist gesellig in vielen kleinen, aber auch zeitweise in großen Rudeln, die sich aus mehreren Familien zusammensetzen. Innerhalb dieser Rudel oder Familienverbände gibt es keine strenge Hierarchie oder Rangordnung. Die Zusammensetzung der Rudel kann sich öfter ändern. Tiere mit Nachwuchs und Hirsche bilden voneinander getrennte Rudel. Damwild ist tagaktiv und sucht auch während der Tageszeit freie Flächen zur Äsung auf, verbringt während der Vegetationszeit den Tag über auch in großen Getreide- oder Maisäckern.

Wie verläuft die Damwildbrunft?

Zur gut zweiwöchigen Damwildbrunft, mit ihrem Höhepunkt in der zweiten Oktoberhälfte, sucht das Kahlwild die traditionellen Brunftplätze der Schaufler auf. Anders als beim Rotwild ziehen beim Damwild die Tiere zu den Hirschen. Auf den Brunftplätzen in lichten Altholzbeständen brunften meist mehrere Schaufler, die durch hohe Aktivität um die Gunst der Tiere werben.

Die Schaufler legen dort ihre Brunftkuhlen an und markieren so ihr Territorium. Oftmals erwarten sie darin sitzend die Tiere. Die Hirsche ziehen aber auch unstet umher und wechseln die Brunftplätze. Beim Damwild sind die älteren Schaufler weniger dominant als beim Rotwild, auch jüngere Hirsche nehmen am Brunftgeschehen teil. Zwischen Damhirschen kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen während der Brunft, bei denen die Hirsche recht oft Verletzungen davontragen.

Was ist bei Damhirschen oftmals eine Ursache für Verluste?

Damhirsche ziehen weit umher und sind mit ihrem Geweih sehr spielerisch. Oftmals verheddern sich Damhirsche mit den Stangen in umherliegenden Drähten, Seilen oder sonstigem Wohlstandsmüll. Ein derart bestücktes Geweih kann sich an Bäumen oder Sträuchern fest verhaken, so dass das Wild gefangen wird und eingeht.

Warum gilt Damwild als eine sehr produktive Wildart?

Damwild ist strenges Weidewild und äst vorwiegend krautige Pflanzen. Es kann dadurch auch zusätzlich in Revieren mit Rotwild oder anderen Hauptwildarten bewirtschaftet werden, ohne dass der Wald durch Verbiss oder Schälung zusätzlich stark belastet wird. Durch diese Mehrartenbewirtschaftung erhöht sich die jagdliche Attraktivität der Reviere und ihre Produktivität hinsichtlich des Wildbretertrages.

Die tragbare Wilddichte in reinen Damwildgebieten kann in guten Revieren mit ausreichender Äsung bis zu zehn Stück Damwild je 100 Hektar Waldfläche betragen. Damit können im gleichen Revier mehr Stücke als beim Reh- oder Rotwild auf gleicher Fläche stehen. Damwild hat einen hohen Zuwachs (70 %, gerechnet auf den weiblichen Frühjahrsbestand) und wegen der Duchschnittsgewichte von 60 Kilogramm beim männlichen und 35 Kilogramm beim weiblichen Wild einen guten Wildbretertrag. Das Zielalter der Schaufler beträgt acht Jahre.

Foto: Heinz Hess

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