Eiserne Verbindung – Einhak- und Schwenkmontagen

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Eisern müssen sie Zielfernrohr und Waffe zusammenhalten, nach dem x-ten Schuss, nach Auf- und Abnahme und nach Jahren immer noch. Die DJZ berichtet über Vor- und Nachteile verschiedener Modelle und gibt Tipps für die Auswahl. Teil I.

Von Norbert Klups

Montage
Die verbindung muss halten und trägt maßgeblich zum Jagd-Erfolg bei (hier Krieghoff Einhak-Montage mit zentraler Hinterfuß-Kralle).

Die präziseste Büchse, das beste Zielfernrohr und die teuerste Munition sind nutzlos, wenn die Verbindung von Waffe und Zieloptik nicht von ebenso hoher Qualität ist. Die Zielfernrohr-Montage ist für die konstante Präzision von ausschlaggebender Bedeutung, und viele Treffer-Probleme haben ihre Ursache in diesem kleinen Bauteil.

Nicht jede Montage passt zu jedem Waffentyp und zu jeder Zieloptik. Einige Waffenhersteller, wie Blaser, richten ihre Modelle auf bestimmte Montage-Arten aus, meist aus eigener Produktion. Und für bestimmte Zielfernrohr-Modelle sind Spezial-Montagen notwendig, wie für die Zeiss-Optiken mit Innenschiene.

Teilweise sind auch bereits Montageschienen auf den Waffen vorhanden, oder es befinden sich Montagen an den Zieloptiken. Besonders Rotpunkt-Visiere werden gern mit fest angebrachten Weaver-Montagen ausgestattet. Hier sind dann Spezial-Lösungen notwendig, um solche Optiken zu montieren: etwa wenn ein Rotpunkt-Visier mit Weaver-Montage als Drückjagd-Optik auf eine Büchse montiert werden soll, die bereits mit einem Zielfernrohr ausgestattet ist, das mit einer Schwenk-Montage angebracht wurde.

Machbar ist heute fast alles. Ob es auch sinnvoll ist und letztlich den eigenen Ansprüchen genügt, ist aber eine andere Frage. Besonders bei den Zielfernrohr-Montagen sind die Ansprüche in Europa gegenüber dem „Rest der Welt“ sehr hoch. Seit der Erfindung von Zieloptiken für Schusswaffen in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, versucht man, die optimale Lösung für die Befestigung auf der Büchse zu finden.

Relativ einfach und effizient ist es, Waffe und Zielfernrohr zu einer festen Einheit zu verbinden. Solche Festmontagen werden heute in aller Welt in großer Stückzahl eingesetzt. Die Vorteile liegen auf der Hand. Die Verbindung ist schussfest, preiswert, und es werden fast alle Fehlerquellen ausgeschaltet.

So gesehen sind Festmontagen die optimale Lösung, zumindest für einläufige Kugelwaffen. Logischerweise findet sich daher auf Sportwaffen diese Montage-Art sehr häufig. Benchrest-Waffen, die als die präzisesten Büchsen überhaupt gelten, werden so gut wie ausschließlich mit Festmontagen ausgestattet.

Jagdlich geeignete Montagen

Jäger haben jedoch etwas andere Ansprüche. Das rührt nicht nur aus den jagdlichen Gegebenheiten und der Einstellung her, sondern auch aus den vielfach verwandten Waffentypen. Bei den im deutschsprachigen Raum gern geführten kombinierten Waffen, die wahlweise den Schrot- oder Kugelschuss ermöglichen, ist ein schnell abnehmbares Zielfernrohr notwendig, denn beim schnellen Schrotschuss auf bewegliche Ziele ist eine vergrößernde, optische Visierung unbrauchbar.

Aber auch bei jagdlich eingesetzten einläufigen Kugelwaffen werden hierzulande fast ausschließlich abnehmbare Montagen eingesetzt, um bei Bedarf auch über die offene Visierung schießen zu können oder wahlweise eine zweite Zieloptik einzusetzen: Besonders bei Drückjagden wird gern vom lichtstarken Ansitz- zum Drückjagd-Glas mit großem Sehfeld oder zum Leuchtpunkt-Visier ohne Vergrößerung gewechselt. Bei Nachsuchen kommt die Zieloptik ganz runter, und der Fangschuss wird über Kimme und Korn angetragen.

Das Zielfernrohr muss sich aber nicht nur schnell abnehmen und wieder aufsetzen lassen, die Treffpunktlage darf sich auch nach mehrmaligem Wechsel nicht verändern, sonst wäre die Büchse jagdlich nicht einsetzbar. Gerade diese Vorgabe brachte eine Menge Probleme mit sich.

Das lässt sich auch an der Vielzahl von Montagen erkennen, die im Laufe der Zeit erfunden und angeboten wurden, aber dann nach einiger Zeit wieder verschwanden. Denn sie hielten in der Praxis nicht das, was sie auf dem Reißbrett versprachen. Hier finden sich zum Teil die abenteuerlichsten Konstruktionen.

Heute steht aber eine Vielzahl von Zielfernrohr-Montagen zur Verfügung, die technisch ausgereift sind und eine zuverlässige Verbindung von Waffe und Glas darstellen. Jede Montage hat ihre besonderen Vorzüge und Schwächen und ist auch meist für einen Waffen- oder Optik-Typ besonders geeignet. Die Handhabung ist unterschiedlich, und beim Preis kann es gewaltige Differenzen geben: Sie hängen besonders davon ab, wie lange der Büchsenmacher an der Werkbank steht oder ob der Jäger die Montage etwa selbst anbringen kann.

Bevor das Zielfernrohr montiert wird, ist es ratsam, sich Gedanken über den besten Montagetyp zu machen, um nicht später Nachteile in Kauf nehmen zu müssen oder unnötig viel Geld auszugeben. Welche Vor- und Nachteile haben also die angebotenen Montage-Arten in der Praxis, und für welche Waffen und Zieloptiken sind sie einsetzbar? Nicht zu vergessen natürlich auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.Foto: Norbert Klups


Zielfernrohre
Für jedes Montage-Problem gibt es das passende Teil. Hier die Übersicht zu behalten, ist aber nicht einfach.

 


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