Baujagd

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Von Januar bis Februar ist Rollzeit der Füchse, da steckt Reineke gern im Bau. Ansonsten gilt: „Sauwetter ist Bauwetter!“

Von Hans Joachim Steinbach

Fuchs im Winter
Ziel der Baujagd: reduzieren der Fuchsbesätze und Erbeuten prächtiger Winterbälge.

Die Baujagd ist eine der wichtigsten Jagdmethoden für die Jagd auf den Fuchs. Gerade in Zeiten steigender Fuchsbesätze gewinnt diese Jagdmethode an Bedeutung. Um den Fuchsbesatz zu kontrollieren, werden in den Niederwild-Revieren zunehmend gezielt Kunstbaue angelegt.

In Kunstbauen lassen sich die Füchse wesentlich effektiver bejagen als in Naturbauen, weil die Gefahr für die Bauhunde durch Verklüften ausgeschlossen ist. Sollten sich Fuchs und Hund einmal ineinander so verbissen haben, dass der Jäger dem Hund zu Hilfe kommen muss, kann der Kessel meist problemlos geöffnet werden, während ein Einschlag im Naturbau eine mühselige, zeitraubende Tätigkeit ist, die zudem auch den Hund gefährden kann.

Nur mit guten Erdhunden jagen

Die Baujagd, die man auch Bodenjagd nennt, funktioniert nur mit brauchbaren Erdhunden. Zum Einsatz kommen deshalb nur zur Baujagd eingearbeitete, am Fuchs ausgebildete Terrier oder Teckel, die wesensfest sind, eine gewisse Schärfe besitzen, ohne zum „blindwütigen“ Fasser und Würger zu neigen. Es muss soviel Härte vorhanden sein, dass der Fuchs nicht nur lauthals verbellt, sondern auch entsprechend beherzt attackiert und dadurch zum Springen veranlasst wird. Dementsprechend ist ein gesundes Mittelmaß zwischen Vorliegen und Verbellen genau das Richtige. Sind diese Voraussetzungen gegeben, dann braucht Reineke nur noch im Bau zu stecken, und mit wenigen, dafür aber guten Flintenschützen erlebt man eine spannende Jagd.

Das Wetter muss passen

Zwar kann man die Baujagd bei jedem Wetter durchführen. Aber es gibt ein paar allgemeingültige Regeln, die man bei der Vorbereitung der Baujagd beachten sollte:

  • Die günstigste Jahreszeit für die Baujagd sind die Wintermonate zwischen November und Februar; dann sind die Bälge reif, und die Füchse stecken während der Ranz oft im Bau.
  • Die Füchse stecken besonders bei starkem Wind, Schneesturm, anhaltend nasskaltem Wetter und bei Tauwetter.
  • Baujagd gut vorbereiten: Fuchsbaukataster, Einfahrten bei Schnee kontrollieren, im Herbst Sicht- und Schuss-Schneisen schlagen. Zur Baujagd gehört auch ein großer Hund, der den eventuell angebleiten Fuchs fassen kann.
  • Wird an Naturbauen gejagt, ist Schanzzeug erforderlich, um gegebenenfalls einen Einschlag durchführen zu können.

    Ruhe am Bau

    So lautet die Grundregel der Baujagd. Die Schützen werden weiträumig so abgestellt, dass sie sich nicht gegenseitig gefährden können. Sie müssen mit gutem Wind stehen und dürfen nicht über den Bau laufen. Der Fuchs darf die Schützen nicht eräugen können. Nur der Hundeführer geht zum Bau und lässt den Hund einfahren. Allein der Hundeführer hat das Sagen, er leitet die Jagd!

    Springt der Fuchs: Nicht sofort schießen, erst vom Bau weg flüchten lassen, nie in die Einfahrt der Röhre schießen! Achtung: Der Hund wird folgen!

    Fährt der Hund unlustig ein, ist entweder der Bau leer oder es steckt nicht der Fuchs, sondern ein Dachs oder Marderhund im Bau, die ein darauf nicht eingejagter Hund nicht annimmt. Nicht den Hund zum Einfahren zwingen. Das verhindert in der Regel, dass es zwischen Erdhund und Dachs zu ungewünschten Beißereien kommt, bei denen der Hund oft schwer verletzt wird. Achtung: Ab November hat der Dachs Schonzeit!

    Der Hund hat immer Recht! Eventuell Hund abtragen und anderen Bauhund einsetzen.

    Grundregeln für die Baujagd:

  • So weiträumig wie möglich abstellen, lieber wenige gute, als viele schlechte Schützen.
  • Beim Anstand auf festen Halt (Rutschgefahr) achten, Waffe erst am Stand laden und nach dem Einschliefen in Voranschlag gehen!
  • Windrichtung vor dem Angehen und Anstellen beachten.
  • Absolute Ruhe beim Angehen und Anstellen.
  • Auf Nachbarschützen und gutes Schussfeld achten.
  • Möglichst mit einem Hund oder nur mit eingearbeitetem Gespann arbeiten.
  • Nie zwei Hunde gemeinsam in einem Bau einsetzen, die sich nicht kennen.

    Auch nach dem Springen und Erlegen eines Fuchses muss ruhig gewartet werden, bis der Hund kommt. Manchmal können mehrere Füchse im Bau stecken (besonders in der Ranz).

    Kunstbau für den Fuchs

    Besonders effektiv wird die Fuchsjagd am Kunstbau. Kunstbaue, die aus industriell gefertigten Verbundstücken oder auch aus Röhren zusammengebaut werden können, sollten in Revierteilen angelegt werden, wo die Füchse wenig Naturbaue haben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Baue gut versteckt, nicht in der Windrichtung, geschützt vor Zugluft angelegt werden.

    Wichtig ist, dass der Bau immer trocken liegt. Die Röhren werden so eingebaut, dass dem Fuchs immer eine Möglichkeit zum Springen bleibt, der Kessel sollte für den Bedarfsfall leicht zu öffnen sein.

    Dem Hund zu Hilfe kommen

    Der Einschlag am Bau ist die letzte Möglichkeit, dem Hund zu helfen. Es muss also mit Geduld gejagt werden. Es gehört viel Erfahrung dazu, um einzuschätzen, wann eingeschlagen werden muss.

    Das Graben von Fuchsbauen ist immer erst die letzte Wahl und kommt nur dann in Frage, wenn dem Hund geholfen werden muss. Das kann in Naturbauen notwendig sein, wenn der Hund verklüftet wurde, oder wenn sich Hund und Dachs, beziehungsweise Fuchs fest ineinander verbissen haben.Foto: Klaus Schendel, Dieter Hopf

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Einschlag
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Kasten:
Jagdbetrieb
Mehr zur Fuchsjagd auf: www.djz.de/fuchsjagd

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