Dem Raubwild auf der Spur

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Neben dem Schalen- und Niederwild ist das Raubwild die nächst größere Gruppe des jagdbaren Wildes. Die Raubwild-Jagd erfordert hohes waidmännisches Können.

Von Hans Joachim Steinbach

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Der Marderhund: auch er gehört zu den Faunenfremdlingen. Einst im europäischen Teil der sowjetunion ausgesetzt, wandert er jetzt in Mitteleuropa ein.

1.Aus welchen Gründen muß der Fuchs intensiv bejagt werden?

Der Fuchs hat heute als das am besten an die Kulturlandschaft angepaßte Raubwild und infolge der Tollwut-Imunisierung eine enorme Besatzentwicklung erreicht.

Als Beutegreifer beeinträchtigt er das gesamte Spektrum des Niederwildes, der Bodenbrüter und Kleinsäuger.

Er gilt als Überträger von zwei für den Menschen lebensgefährlichen Krankheiten (Zoonosen), der Tollwut und des Kleinen Fuchsbandwurmes. Seine scharfe, ganzjährige Bejagung (unter Beachtung des Schutzes der Elterntiere während der Setz- und Aufzuchtzeit), ist eine unbedingte Notwendigkeit zur Niederwild-Hege, für den Artenschutz und die Seuchenbekämpfung.

2. Welche Raubwildarten leben beispielsweise in Sozialverbänden und welche sind Einzelgänger?

Dachse leben in Familienverbänden. Dazu bewohnt der Dachs einen mehrstöckigen, tiefen Erdbau, der selbst gegraben wird, die sogenannte Dachsburg. Dagegen leben Füchse als Einzelgänger. Füchse betreuen als Familie zwar das Geheck, aber sobald die Jungen selbst Nahrung jagen, trennt sich die „Fuchsfamilie“.

Fuchsrüden behaupten ein bestimmtes Revier, das sie territorial abgrenzen und mit Losung und Urin markieren (Duftmarken). Auch Dachsfamilien markieren ihr Revier.

Ein ausgesprochener Einzelgänger ist auch der Luchs, dagegen leben Wölfe im Familienverband (Wolfsrudel).

3. Wovon ernährt sich das Raubwild?

Raubwild lebt, wie es der Name schon sagt, räuberisch, also vom Beutefang. Man bezeichnet Raubtiere deshalb auch als Beutegreifer. Die Hauptnahrung des Raubwildes ist Fleisch einschließlich Innereien. Je nach der Größe und Stärke der Raubwildart sind vom Elch bis zur Maus Säugetiere die Hauptnahrungsquelle. Wölfe reißen auch großes Schalenwild, Luchse reißen mühelos Rotwildkälber oder Rehe. Der Fuchs jagt auch Rehkitze. Der Dachs ist mehr „Sammler“ als Jäger. Er vertilgt aber auch Gelege, Junghasen, Küken und als Allesfresser frißt er, wie auch der Fuchs, Obst, Körnerfrüchte, Käfer, Schnecken, Maden, Würmer („Der Dachs sticht.“) oder Mäuse.

4.Welche Raubwildarten sind sogenannte Faunenfremdlinge, und warum müssen sie besonders intensiv bejagt werden?

Durch Ausbruch aus Pelztierfarmen und durch das Aussetzen durch verantwortungslose Menschen gelangten im Laufe der Zeit fremde Raubtiere, deren Heimat eigentlich Überseekontinente sind, bei uns in die freie Wildbahn. Sie gelten als Faunenfremdlinge, weil sie schon zu Zeiten vor der letzten Eiszeit (vor zirka 20 000 Jahren) bei uns nicht natürlich vorkamen.

Diese Raubtiere haben sich außerordentlich schnell angepaßt, wegen ihrer verborgenen und nächtlichen Lebensweise können sie nur schwer bejagt werden. Sie erhöhten beträchtlich den Beutegreiferdruck auf das Niederwild und geschützte Tiere. Einige Länder haben deshalb nach Paragraph 2, Abs. 2 des Bundesjagdgesetzes Waschbär, Marderhund und Mink dem Jagdrecht unterstellt und eine ganzjährige Jagdzeit festgelegt. In einigen Ländern sind sie kein Wild, sie dürfen jedoch aus vernünftigen Gründen (Schutz des Niederwildes) bejagt werden.

5.Wie wird Raubwild vorrangig bejagt?

Raubwild lebt verborgen und ist nachtaktiv. Das macht die Jagd sehr schwierig. Die effektivste Jagdmethode auf Raubwild ist deshalb die „Fangjagd“. In Deutschland wird entweder mit Totfang-Fallen, die auf Zug arbeiten oder mit Lebendfallen gejagt. Tellereisen, Schlingen und Fallgruben sind verboten. Auch mit Gift darf Raubwild nicht getötet werden.

Die Ansitzjagd auf den Fuchs lohnt besonders in der Ranzzeit. In den Monaten Dezember bis Februar sind dabei die Füchse besonders aktiv, und man hat relativ oft Anblick. Das gilt besonders für Schneenächte mit Vollmond. Wirkungsvolle Jagdmethoden auf Raubwild sind auch die Lock- und Reizjagd. Bei der Reizjagd werden Stimmen und Klagelaute der Beutetiere des Raubwildes nachgeahmt: Mäuseln, Hasen- und Kaninchenklage.

Reizvoll ist auch der Ansitz am Luderschacht. Eine mit Aufbruch und Fisch- oder Fleischabfällen (kein Schweinefleisch!) beschickte Röhre (Lockjagd) wird dazu in den Boden eingelassen. Die Wirkungsweise erhöht sich, wenn zur Luderröhre hin sternförmig Schleppen gezogen werden.

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6.Welche Raubwildarten haben eine durch Eiruhe unterbrochene Tragezeit?

Die Gruppe der sogenannten Marderartigen. Dazu gehören die echten Marder wie Stein- und Baummarder, aber auch der Dachs.

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