Den Fuchs „sprengen“

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Dachshunde (Teckel) und Terrier werden auch als Erdhunde bezeichnet, weil sie wegen ihrer geringen Körpergröße dazu geeignet sind, in den Fuchsbau einzuschliefen und das Raubwild zu sprengen.

Von Hans Joachim Steinbach

Fuchs
Wenn der Fuchs springt: Schnell und sicher schießen, sonst verschwindet Reineke in der Deckung!
Was verstehen wir unter Baujagd?

Die Baujagd, auch als Erdjagd, Bodenjagd, Unterjagd oder Fuchssprengen bezeichnet, ist die Jagd, bei der Füchse oder (und) Dachse durch Erdhunde zum „Springen“ veranlasst werden, damit der oder die Jäger sie unter der Flinte erlegen oder in Netzen fangen können. Die Baujagd kann sowohl als Einzel- als auch als Gemeinschaftsjagd durchgeführt werden. Sie ist besonders erfolgreich während der Ranzzeit (Rollzeit), weil Füchse da gern Baue aufsuchen und mehrere Füchse im Bau stecken können.

Die Baujagd wird auch auf Kaninchen mit Kaninchenteckeln, einer entsprechend kleinen Teckelrasse und mit Frettchen (domestizierten Iltissen) durchgeführt.

Was sind Erdhunde?

Erdhunde sind Dachshunde (Teckel) und Terrier (Deutscher Jagdterrier), die auf Grund ihrer geringen Körpergröße in den Fuchsbau einschliefen können, um das Raubwild zu sprengen. Besonders bei den Terriern sind aber nur die kleineren Schläge wegen ihrer geringeren Körpergröße für die Baujagd einsetzbar. Ansonsten steigt die Gefahr, dass sich die Hunde verklüften.

Erdhunde sollen entsprechende Schärfe, Ausdauer und Passion besitzen, um den Fuchs durch aggressives Angehen, lautes, wütendes Bellen zum Springen zu veranlassen. Springt der Fuchs nicht, ist auch das Packen, Würgen und Herausziehen aus dem Bau erwünscht.

Warum betreibt der Jäger die Baujagd

Die Baujagd mit Erdhunden und wenigen guten Schützen wird besonders im Winter, wenn die Bälge „reif“ sind, vollzogen. Steckt der Fuchs im Bau – zur Ranzzeit können das auch mehrere sein – sprengen Erdhunde das Raubwild und bringen es so den Jägern schussgerecht vor die Flinte. Mit der Baujagd kann man durch regelmäßige Jagden bei geeignetem Wetter den Fuchsbesatz deutlich reduzieren. Füchse haben bei uns so gut wie keine natürlichen Feinde, und die Jäger müssen in die Fuchsbesätze eingreifen.

Die Baujagd ist besonders effektiv mit Kunstbauen. An Kunstbauen haben Erdhunde weniger Mühe, und die Füchse springen besser. Für den Erdhund gibt es im Kunstbau nur wenige Gefahren. Der Jäger kann am Kunstbau dem Hund besser zu Hilfe eilen.

Durch Wahl von besonders engen Röhren wird verhindert, dass Dachse Kunstbaue annehmen. Auch das schützt die Erdhunde im Gegensatz zu den größeren Röhren im Naturbau.

Was versteht der Jäger unter „Bauwetter“?

Die Regel lautet: „Sauwetter ist Bauwetter!“ Das bedeutet: Bei schönem, sonnigen Winterwetter stecken weniger Füchse im Bau, als wenn es stürmt, neblig und nass ist. Für die Baujagd sind die Morgenstunden besser geeignet als der Nachmittag.

Wie wird ein Kunstbau ordnungsgemäß angelegt?

Kunstbaue können aus Fertigteilen erworben werden oder sie werden aus Röhren und Steinen (Kessel) selbst gebaut. Besonders effektiv sind die vorgefertigten Verbundstücke. Die Elemente für die Röhren lassen sich gut den Boden-Unebenheiten anpassen und aneinander fügen.

Kunstbaue sollten in Feldgehölzen, Remisen, Gebüschgruppen, an Waldrändern und auf Ödländereien so eingebaut werden, dass die Röhrenöffnungen nicht in die Hauptwindrichtung zeigen und im Kessel keine Zugluft entsteht. Die Röhrenöffnung sollte 20 Zentimeter Durchmesser nicht übersteigen, damit der Dachs den Bau nicht bewohnen kann. Der Kessel sollte etwa eine Größe von 40 x 50 x 30 Zentimeter haben, und es sollten zwei Röhren zum Kessel hin führen. So kann der Fuchs am besten vor dem Hund flüchten und springen.

Der Kessel wird so abgeschlossen, dass er sich im Notfall leicht von oben öffnen lässt. Der Kunstbau kommt zirka 50 Zentimeter tief unter die Erde.

Foto: Karl Heinz Volkmer

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