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Fest verbunden – Festmontagen und andere

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EAW Aufschub-Montage
Aufschub-Montage von EAW für Gläser mit Schiene auf einer Tikka Bockbüchs-Flinte.

Aufschub- und Aufkipp-Montagen

Die Aufschub- und Aufkipp-Montagen gehören zu den weltweit meist verwandten Zielfernrohr-Montagen und sind besonders außerhalb des deutschsprachigen Raumes weit verbreitet. Als Montageunterteil dient bei beiden Montagearten eine Prismenschiene, die fest mit der Waffe verbunden ist. Oft werden die Schiene oder Prismenstücke auf den Hülsenbrücken bei Repetierbüchsen auch bereits werksseitig angebracht oder sogar aus dem vollen Material herausgearbeitet.

Die Aufschub-Montage wird von hinten auf diese Schiene aufgeschoben, während die Aufkippmontage seitlich auf die Schiene gesetzt und dann aufgekippt wird. Die Befestigung erfolgt entweder über Rändelschrauben oder mittels Klemmhebel.

Deutsche Jäger setzten diese Montageart gern bei Schonzeit-Waffen und jagdlichen Matchbüchsen ein. Die Breite der Prismenstücke oder der Schiene ist leider nicht einheitlich und variiert zwischen elf und 21 Millimetern.

Sehr gebräuchlich ist die amerikanische Weaver-Schiene, für die es jede Menge erstklassiger Ringmontagen gibt. Weaver-Schienen haben querlaufende Einfräsungen, in die an der Unterseite der Montageringe angebrachte Stege eingreifen, so dass die Montage nicht durch die Rückstoßkräfte verrutschen kann. Das ist viel robuster, als wenn die Montageringe nur über die Klemmkräfte gehalten werden.

Sehr hochwertig sind etwa die Ringe der Firma Warne, die aus massivem Stahl bestehen und im Sinterverfahren hergestellt werden. In die Unterseite ist ein gehärtetes Stahlstück eingesetzt, das in die Schiene eingreift. Die Ringhälften werden mit Torx-Schrauben geklemmt. Der Schnell-Lösehebel erlaubt ein unkompliziertes Abnehmen des Glases und lässt sich in jede gewünschte Endposition bringen, so dass er nicht störend absteht. Warne-Montageringe gibt es in verschiedenen Höhen und auch für europäische Zielfernrohre mit 30 Millimeter Mittelrohrdurchmesser.

Weaver Montageringe gibt es von vielen Herstellern wie Millet, Burris, Leupold oder B-Square. Die deutsche Firma EAW stellt sogar Montagen für Weaver-Prismen für Gläser mit Schiene her.

Viele Waffen-Hersteller, zum Beispiel Sako und Ruger, bieten eigene Aufkipp-Montagen für spezielle Prismen an, die bei den Modellen dieses Herstellers werkseitig angebracht werden.

Auch bei kombinierten Waffen lassen sich Aufkipp-Montagen verwenden, und viele Modelle wie Valmet, Tikka oder die Frankonia- und Zoli-Bockbüchsflinten sind bereits dafür eingerichtet. Dafür gibt es verschiedene ein- und zweiteilige Montagen von EAW oder MAK. MAK bietet sogar eine Spezialmontage für Zoli- und Sabatti-Bockbüchsflinten an, deren lange Klemmbacken Toleranzen von bis zu einem Millimeter ausgleichen.

Diese Schnellspann-Montage wird mit zwei Hebeln schnell und sicher arretiert. Durch die Einfräsung auf der Oberseite der Prismenschiene, die bereits werkseitig angebracht ist, und die an der Montage angebrachte Nase, die dort eingreift, wird ein immer gleicher Sitz der Montage gewährleistet.

Wird eine Aufschub- oder Aufkipp-Montage gewählt, muss unbedingt die genaue Breite der Schiene ermittelt werden.

Gute Aufschub- und Aufkipp-Montagen sind schussfest und preiswert. Bei der Wiederkehr-Genauigkeit haben die Konstruktionen die Nase vorn, die nicht nur mit Klemmkräften arbeiten, sondern die Montageoberteile in Ausfräsungen festlegen. Dadurch wird beim Aufsetzen des Zielfernrohres garantiert, dass das Glas immer an der gleichen Stelle sitzt.

Trotzdem ist diese Montageart nicht so wiederkehrgenau wie eine gut eingestellte Einhak- oder Schwenk-Montage, denn: Um das zu garantieren, müsste der Anpressdruck der Klemmbacken immer gleich sein. Es muss aber gesagt werden, dass diese Montagearten heute sehr weit entwickelt sind und die Abweichungen, zumindest bei jagdlichen Gebrauchswaffen, oft in der eigentlichen Waffenstreuung und häufig erst recht in der Schützenstreuung untergehen.

Ein echter Nachteil gegenüber den Schwenk- oder Einhak-Montagen ist allerdings, dass das Abnehmen und Aufsetzen des Zielfernrohres erheblich länger dauert und nicht so einfach ist. Festgeklemmte Rändelschrauben lassen sich oft mit den Fingern nicht losdrehen, und auch bei Schnell-Lösehebeln dauert es viel länger, das Glas abzunehmen.

Und wenn die Hebel wirklich festgeklemmt sind, ist oft ein leichter Schlag mit dem Messergriff nötig. Ein mit Einhak- oder Schwenk-Montage montiertes Glas ist dagegen mit einem Handgriff abgenommen.

Leupold Quick Release

Diese Montage stammt vom amerikanischen Zielfernrohr-Hersteller Leupold und ist durchaus als eine eigenständige Montageart anzusehen. Bei der Quick Release wird das Prinzip der Festmontage mit der Möglichkeit des schnellen Auf- und Absetzens auf simple Art verbunden.

Die Quick-Release Montage arbeitet nicht auf dem bekanntem Einhak- oder Schwenksystem, sondern ist praktisch eine Steckverbindung. Der Grundaufbau ist ähnlich einer Festmontage, nur, dass hier die beiden Teile nicht fest verbunden werden, sondern leicht trennbar sind.

Die Montage besteht aus zwei Unterteilen, die jeweils über eine zentrale Bohrung verfügen. Darin lassen sich die beiden mit Ringen bestückten Oberteile, die über genau passende Zapfen mit halbrunden Ausfräsungen an den Hinterseiten verfügen, einsetzen. Die beiden Oberteile bilden, wenn sie mit dem Zielfernrohr verbunden sind, eine Einheit und können einfach von oben waagerecht mit den Zapfen in die Bohrungen der Basen eingeführt werden.

Festgelegt wird das Zielfernrohr über die seitlich an den Fußplatten angebrachten Hebel. Werden sie bedient, schwenkt jeweils eine Welle in die Ausfräsung der Oberteilzapfen ein, und die feste Verbindung ist hergestellt: eine sehr einfache und simple Methode.

Auf jegliche Einstellmöglichkeiten über Support-Schrauben wurde verzichtet. Auch ein Toleranzausgleich in der Höhe ist nicht vorhanden. Die Montagearbeit ist dafür sehr einfach. Die Unterteile werden mit dem System verschraubt und verklebt. Da die meisten Serienwaffen bereits über passende Bohrungen für eine Zielfernrohrmontage verfügen, bereitet das kaum Probleme.

Den Kleber liefert Leupold gleich mit. Jetzt muss lediglich das Zielfernrohr in die Halbringe eingelegt und durch Aufsetzen und Verschrauben der oberen Ringhälften befestigt werden. Dabei ist auf eine waagerechte Ausrichtung und die Einhaltung des richtigen Augenabstandes zu achten.

Der für die Torx-Schrauben benötigte Schlüssel wird ebenfalls mitgeliefert. Die Oberteile der Montage sind in drei verschiedenen Bauhöhen, für Zoll- und 30-Millimeter-Mittelrohrdurchmesser erhältlich, aber nicht für Gläser mit Schiene. Die Unterteile passen für Repetierbüchsen der Firmen Browning, Remington, Ruger, Winchester, Mauser Mod. 98, Savage, SIG und Sauer 202. Außerdem sind Büchsenmacherrohlinge erhältlich, die dem Büchsenmacher eine Anpassung auch an andere Modelle ermöglicht.

Die Quick Release Montage ist nur für Repetierbüchsen gedacht. Sie ist äußerst schussfest und hat eine hohe Wiederkehrgenauigkeit. Die Handhabung ist sehr einfach und die Montage problemlos.

Vermisst wurde allerdings eine Hebelsicherung für die Feststellhebel. Hier besteht im Jagdbetrieb die Gefahr, dass beim Durchstreifen von Dickungen durch anstreifende Äste die Hebel zurückgeschoben werden und das Glas verloren geht. Öffnet sich nur ein Hebel und der Schütze merkt das vor dem Schuss nicht, kann sich die Treffpunktlage verändern.

Blaser Sattelmontage

Mit der Sattelmontage hat die Waffenfirma Blaser einen genial einfachen und simpel aufgebauten Montagetyp geschaffen. An der Waffe selbst werden keinerlei Montageunterteile befestigt. Lediglich vier kleine Ausfräsungen werden angebracht.

Die Klauen der einteiligen Montagebrücke greifen in die halbrunden Ausfräsungen des Hakenstückes ein und werden über zwei Schwenkhebel verriegelt. Die Schwenkhebel lassen sich anklappen und stören so nicht beim Gebrauch der Waffe. Auch ein unbeabsichtigtes Lösen wird sicher verhindert, weil die Hebel erst ausgeklappt werden müssen, bevor eine Drehbewegung möglich ist.

Die Blaser Sattelmontage ist schussfest und sehr niedrig gebaut. Sie ist für Kipplaufwaffen und Repetierer geeignet. Büchsenmacherarbeit ist, wenn nicht gerade ein Glas mit Schiene montiert wird und Löcher für die Querstifte gebohrt werden müssen, nicht nötig. Blaser richtet die hauseigenen Modelle dafür ein, und fast jede Blaser-Waffe wird heute mit einer Sattelmontage ausgeliefert.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Sattelmontage ist zwar konstruktiv sehr einfach, aber nicht unbedingt billig. Je nach Ausführung kostet die Montage knapp 300 Euro. Vorteil ist die niedrige Bauhöhe und die Tatsache, dass nach dem Abnehmen keine Montageunterteile auf der Waffe verbleiben, die beim Schuss über Kimme und Korn stören könnten.

Was die Schussfestigkeit und Wiederkehrgenauigkeit angeht, steht die Blaser Sattelmontage der Schwenk- oder Einhakmontage nicht nach. Für eine Blaser-Waffe sicher die richtige Wahl.

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EAW Aufschub-Montage
Viele Waffen haben bereits Montageschienen ab Werk. Hier gibt es aber die unterschiedlichsten Schienenbreiten.
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