Jagen im Privatforst

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Jagen in Großprivatwäldern war und ist zum Teil noch privilegierten Gesellschaftsschichten vorbehalten. Die angespannte Wirtschaftslage ermöglicht aber nun, auch in solchen Wäldern Tagesdrückjagdstände zu buchen. Stand Sommer 2003.

Jagd im Privatwald
Sieben Stück Wild auf einem Stand – das spricht nicht nur für Jagdglück, sondern auch für gute jagdliche Organisation.

Gesellschaftsjagden in großen Privatforstbetrieben haben oft einen hohen Standard und eine besondere Atmosphäre. Das ist nicht verwunderlich, da solche Jagden meist in elitären und exklusiven Kreisen statt finden. Der hohe Anspruch an diese Jagden hat aber seinen Preis, und auch in Großprivatwäldern muss heute in Punkto Jagd kostendeckend gewirtschaftet werden.

Aus diesem Grund vermarkten neuerdings einige private Forstverwaltungen Jagdmöglichkeiten, darunter auch Drückjagdstände. Anhand von drei Beispielen wird dargestellt, welche Leistungen für welche Kosten erwartet werden können.

Fürstlich Fürstenbergische Forstbetriebe

Die Fürsten zu Fürstenberg in Donaueschingen zählen zu den ältesten hohen Adelsgeschlechtern Deutschlands. Dementsprechend hat die Jagd eine lange Tradition in diesem Hause. Zu den Höhepunkten des Fürstenbergischen Jagdjahres zählt die Drückjagd auf Sauen. Sie ist sehr stimmungsvoll und perfekt organisiert. Das Schwarzwild wird nur an einem Tag im Jahr bejagt, deswegen werden hohe Strecken erzielt.

Diese ehemals ausschließlich den Eigentümern vorbehaltene Saujagd in Amtenhausen ist seit neuestem auch für eine limitierte Zahl von Gästen zugänglich. Es handelt sich um ein durchgängiges, zirka drei Stunden andauerndes, groß angelegtes Treiben auf Schwarzwild (kein Gatter).

Die Standgebühr pro Jäger beträgt 600 Euro. Darin enthalten sind Abschüsse von Frischlingen, Überläufern und Keilern bis 80 Kilogramm. Für Keiler über 80 Kilogramm wird ein Zuschlag von 600 Euro berechnet.

Über diese reine Schwarzwilddrückjagd hinaus können interessierte Jäger an einer Drückjagd auf Dam- und Schwarzwild teilnehmen, der sogenannten Hofjagd Unterhölzer. Diese speziell für die Fürstenfamilie und ihre Gäste organisierte Drückjagd besteht aus zwei Treiben (Vor- und Nachmittag) in einem 1.000 Hektar großen Hofjagdrevier (kein Gatter). Es wird eine Standgebühr von 1.000 Euro berechnet. Darin enthalten sind Abschüsse von Damkälbern, Frischlingen, Überläufern und Keilern bis 80 Kilogramm. Für Keiler über 80 Kilogramm wird wieder ein Zuschlag von 600 Euro erhoben.

Weitere Informationen oder Anmeldung zur Jagd bei: Fürstlich Fürstenbergische Forstverwaltung, Josefstr. 11, 78166 Donaueschingen. Telefon 0771-86-425,

E-Mail: forst@fuerstenberg.de,

Internet: wwwffforst.de.

Ansprechpartner: Dr. Jens Borchers.

Forstbetrieb Fürst zu Ysenburg und Büdingen

Der Büdinger Wald liegt am Fuße des Vogelsberges in der Mitte Hessens. Die Gesamtfläche des Waldgebietes beträgt 10 172 Hektar und ist in sechs Reviere aufgeteilt. Traditionell spielt die Jagd hier eine bedeutende Rolle innerhalb der Waldwirtschaft. Besonders reizvoll sind die Drückjagden auf Sauen, Dam-, Muffel- und Rehwild im Winter, bei denen Stände gebucht werden können.

Es finden jeweils Jagden an zwei hintereinander folgenden Tagen statt. Pro Tag werden zwei bis drei Treiben mit jeweils 25 bis 40 Ständen durchgeführt. Die Standgebühr pro Tag und Jäger inklusive aller Abschüsse außer Trophäenträgern (Abrechnung nach Absprache) und einem Mittagsimbiss beträgt 300 Euro.

Anmeldungen oder Fragen können an folgende Adresse gerichtet werden: Schloss Büdingen/Neuer Bau, 63654 Büdingen, Telefon: 06042/889260, Fax: 06042/889279,

Internet: www.buedingen.de/forst/index_forst.htm.

Ansprechpartner: Wildmeister Gebert, Telefon: 0172-6537021.

Forstverwaltung Graf von der Schulenburg

Auch in dieser privaten Forstverwaltung wird eine über Jahrhunderte gewachsene Jagdtradition gepflegt. Wald und Wild werden als eine Einheit betrachtet. In diesen Forsten werden vor allem Rot-, Dam-, Reh- und Schwarzwild bejagt. Die Gräflich von der Schulenburg´sche Forstverwaltung bewirtschaftet insgesamt 4 800 Hektar Forstfläche in den Bundesländern Niedersachsen (Region Wolfsburg), Sachsen-Anhalt (Altmark) und Brandenburg (Fläming), in denen entgeltliche Drückjagden abgehalten werden.

Die Standgebühren betragen: ein Drückjagdtag 300 Euro, zwei Drückjagdtage 550 Euro, drei Drückjagdtage 750 Euro und alle Drückjagdtage 1 000 Euro.

Insgesamt finden vier bis sechs Jagden pro Jahr mit jeweils zirka 40 Schützen statt. Tagesziel ist, pro Schütze ein Stück Wild zu erlegen. In der Regel konnten bei den vergangenen Jagden zirka 20 Stück Schwarzwild und 20 Stück Rehwild pro Drückjagd erlegt werden.

Die Jagden finden in vier Revieren statt, die eine Größe von 550, 500, 600 und 1 000 Hektar aufweisen. Pro Tag finden zwei Treiben, jeweils eines am Vormittag und eines am Nachmittag, statt. In der Mittagspause wird ein Mittagsimbiss gereicht, das abendliche Schüsseltreiben ist im Preis inkludiert.

Folgendes Wild wird im Rahmen der Drückjagd freigegeben: Frischlinge, Überläufer, weibliches Schwarzwild bis 60 Kilogramm und Keiler ohne Gewichts- oder Altersbegrenzung. Bei Abschuss eines Keilers kann der Erleger die Waffen erwerben.

Die Abrechnung der Trophäe, wenn gewünscht, erfolgt nach Waffenlänge. Die Preise sind bei der Forstverwaltung zu erfragen. Verzichtet der Erleger auf die Waffen, so verbleiben diese bei der Forstverwaltung. Neben dem Schwarzwild werden weibliches Rehwild und Kitze, Füchse und Marderhunde bejagt.

Bezüglich der Freigabe von Damwild bei den Jagden in Grünegrund und Neumühle gilt folgendes: frei sind Spießer bis Lauscherhöhe, Schmaltiere und Kälber.

Auf Wunsch können Übernachtungsmöglichkeiten in Reviernähe vermittelt werden. Bei Interesse an diesen Jagden kann man sich an diese Adressen wenden: Gräflich von der Schulenburg´sche Forstverwaltung, Kaiserwinkel 31, 38470 Parsau, Telefon: 05368/970600, Fax: 05368/ 970601.

E-Mail: wahlers@graf-schulenburg.de,

Internet: www.graf-schulenburg.de.

Ansprechpartner ist Ottmar Wahlers.

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