Kampf gegen Flecken

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Flecken an Händen und Kleidung müssen weg. Mit ein paar Tricks und Kniffen wird das Leben am Waschbecken oder an der Waschmaschine deutlich leichter.

Von Armin Liese

 

Einsauen gehört zum Handwerk. Kriechen auf der Erde, Aufbrechen von Wild, Ausbildung des Junghundes oder Bau von Hochsitzen: Alles Aufgaben, bei denen sauber zu bleiben, schwierig ist. Unumgänglich ist das Reinigen nach der Arbeit. Egal, ob die Hände zu waschen sind oder Kleidung mit Flecken verschmutzt ist. Entscheidend ist die richtige Strategie für die Problemflecken.

 



Chemie, Physik oder nur Hokuspokus

 

Hände waschen
1 Harzverschmutzte Hand nach einem Tag Hochsitzbau. Ein häufiges Problem der Revierpraktiker2 Butter oder Margarine sind die Lösung. Nun kräftig reiben bis alle Flecken im Fett gelöst sind3 Erst jetzt kommt die Seife – ohne Wasser – zum Einsatz. Flüssigseife ist besonders geeignet, da sie bereits gelöst ist4 Mit warmem Wasser abspülen und trocknen. Lassen Sie sich von der schonenden und gleichzeitig schnellen Reinigung ohne Bürste begeistern

 

Wer sich mit Chemie auskennt, ist klar im Vorteil. Stoffeigenschaften sind bei der Beseitigung von Flecken das zentrale Thema. Wer mit Lipophilie und Hydrophilie (siehe Kasten) etwas anfangen kann, versteht auch die Lösungsmöglichkeiten. Für Nichtchemiker klingt dies alles etwas nach Zauberei. Den Tipp, Rotweinflecken mit Salz zu bestreuen, kennt fast jeder. Weißwein dafür einzusetzen, ist weniger bekannt. Glasreiniger als Lösemittel lautet der Rat von Fachleuten zur Beseitigung von Flecken. Die Reaktionen bei der Lösung von Flecken, egal ob physikalisch oder chemisch, sind alle erklärbar.
Jägern kann zwar auch der Rotweinfleck Probleme bereiten, doch meist haben wir andere Substanzen zu beseitigen: wie Harz, Schweiß oder Erde. Erde ist sicherlich das geringste Problem, zumal die Kleidung, die wir zur Jagd und Revierarbeit tragen, in den seltensten Fällen weiß ist. Auch Grasflecken, die bei einer Pirsch in tiefster Gangart entstehen, schlucken unsere dunklen, meist grünen oder braunen Hosen recht gut.
Problematisch wird es bei Harz, denn das geht bei normaler Behandlung in einer Waschmaschine nicht raus. Genauso verhält sich auch der Harzfleck auf unserer Hand, der mit Seife und Bürste zum Problem wird. Minutenlanges Bürsten schruppt zwar das Harz weg, aber auch Haut oder Gewebe in der Umgebung wird heftig runtergeschmirgelt. Die Hände können wir mit Fett behandeln. Butter oder Margarine bieten sich besonders an. Dabei darf kein Wasser an die Hände gelangen. Reiben Sie die Flecken so lange mit Butter ein, bis sich das Harz komplett darin gelöst hat. Dafür brauchen Sie noch nicht einmal eine Bürste. Erst danach Seife verwenden. Sie löst sich sowohl in lipophilen als auch in hydrophilen Substanzen. Das liegt daran, dass die Seifenmoleküle ein polares Ende und ein unpolares Ende besitzen. Mittels Seife lösen wir nun die Butter samt Harz von der Haut. Das Gemisch ist wasserlöslich. Mit warmem Wasser geht alles ab.

 

 


Problemflecken durch Wildschweiß

 

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Schweißflecken sind komplizierter. Hierbei handelt es sich um Eiweiß, das nicht einfach durch ein Lösungsmittel zu beseitigen ist, denn das Blut ist getrocknet und bildet feste Strukturen. Diese können mit Wasser angelöst werden, gänzlich entfernen ist jedoch sehr schwierig.
Grundsätzlich gilt: Je schneller gehandelt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, den Fleck komplett zu beseitigen.
Heißes Wasser beschleunigt die Denaturierung und damit die Gerinnung. Daher besser mit kaltem oder höchstens lauwarmem Wasser waschen. Danach Backpulver auf die noch feuchte Fleckstelle streuen, denn es saugt das Blut auf. Zuletzt wie gewohnt waschen.
Alternativ löst man mehrere zerstoßene Gebissreiniger-Tabs in einem Eimer. Logisch, denn die Stärke und Eiweißrückstände müssen schließlich auch aus den 3. Zähnen gelöst werden.

 

 

 


Tipp

Quellen, damit Sie nicht an Flecken verzweifeln:

 

 

 

 

 

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