Prominente Jäger: Fritz Wepper – Auf Impala während der Drehpause

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Als Inspektor Harry Klein an der Seite von Derrick wurde Fritz Wepper berühmt. Aktuell gibt er den Bürgermeister Wolfgang Wöller in „Um Himmels Willen“. Eine Folge der ARD-Serie führte ihn kürzlich nach Namibia, wo er in einer Drehpause auf Impala pirschte. Ein weiterer Höhepunkt im Jägerleben des bekannten Schauspielers.

Von Hans Jörg Nagel

 

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Elmar ist kein Jäger, aber: „Wir angeln gemeinsam an Traun und Rottach.“ Fritz Wepper genießt das gelegentliche Fliegenfischen mit seinem jüngeren Bruder: „Abends räuchern wir dann den Fang und lassen ihn uns am Lagerfeuer bei einem guten Wein schmecken“, legt er nach.
Besinnliche Momente in einem stressigen Künstlerleben, die nur von einer anderen Leidenschaft des 71-Jährigen getoppt werden: der Jagd. Egal, ob in Gesellschaft oder alleine, ob auf Hirsch oder Schnepfe, ob in heimischen Gefilden oder fremden Ländern – der vielleicht bekannteste deutsche Schauspieler ist voll und ganz Weidmann. Und das, obwohl Fritz Wepper der klassische Anstifter fehlte: „Mein Vater war begeisterter Jäger, aber leider habe ich ihn kaum noch in Erinnerung. Er fiel während des 2. Weltkriegs.“ Weppers Urururgroßvater war sogar königlich bayerischer Revierjäger. Aber auch den hat er naturgemäß nicht mehr kennengelernt. Fritz Wepper nennt ihn trotzdem seinen „genetischen Paten“. So waren es in jungen Jahren Freunde, die ihn schließlich überredeten, den Jagdschein zu machen. Das war 1979.
 

Brauchtum nach Norwegen gebracht

 

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Als Bürgermeister Wolfgang Wöller in „Um Himmels Willen“ sorgt Fritz Wepper für ARD-QuotenrekordeFotos: Fritz Wepper / ARD
Bereits im Spätsommer desselben Jahres erlegte Wepper sein 1. Stück. „Nahe Füssen wurde ich auf Rehwild geführt. Der Jagdherr und ich saßen zum Abendansitz auf einer Kanzel. Nach einiger Zeit verließ ein Bock die Dickung. Kurze Ansprache und Freigabe. Auf gut 100 Meter erlegte ich ihn.“ 
Kurz darauf erhielt Wepper seinen ersten Bruch: „Vor uns lag ein 6-jähriger Erntebock. Es war einfach traumhaft“, erinnert er sich. Der Beginn eines Jägerlebens mit viel Beute und großen Erlebnissen. Zu den schönsten zählt der Schauspieler eine Jagd Anfang der 1980er Jahre in der Steiermark: „Es ging auf Birkhahn. Der Berufsjäger und ich waren schon nachts im Schirm. Unvergesslich sind mir seine Lockrufe. Der Weidmann schickte eine Balzarie nach der anderen in die dunkle Nacht. Und dann erschien er …“ Danach sei alles ganz schnell gegangen: Mit der Hornet trug Fritz Wepper dem Kleinen Hahn die Kugel an. „Sofort sprang mein Begleiter auf, sprintete los und warf seinen Wetterfleck über den Vogel, um ihn für alle Fälle zu fixieren. Aber das war nicht mehr nötig. Vor mir lag mein erster Birkhahn.“
Gleichen Stellenwert misst der 71-Jährige seinen Jagdabenteuern in Nordeuropa zu. Viel hat er dort erlebt und vielleicht sogar deutsches Kulturgut exportiert: „Ende der 1980er Jahre war ich nördlich von Oslo, nahe Elverum, zur Elchjagd eingeladen. Als Derricks Kollege war ich europaweit so bekannt, dass deshalb das norwegische Fernsehen vor Ort erschien. Vor laufender Kamera habe ich meinen norwegischen Mitjägern unser Brauchtum, wie Bruchzeichen und -übergabe, Streckelegen, Signale und einiges mehr, nahegebracht. Das Interesse daran war riesig.“
 

Einwachser statt Ia-Widder

 

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Foto: Fritz Wepper
Fritz Wepper ist ein Jäger ohne Einschränkungen. Jede Jagdart reizt ihn gleichermaßen: „Ich liebe die Gebirgsjagd auf Gams und Hirsch ebenso wie die Feldstreife auf Hase und Fasan. Die Blattjagd wie das winterliche Kreisen auf Sauen“, sagt er sichtlich begeistert. Nach kurzem Nachdenken fällt ihm doch etwas ein: „Die Raubwildbejagung ist nicht unbedingt meins.“
Für den Künstler ist nur der weidgerechte ein guter Jäger. Die besondere Verantwortung des Grünrocks verpflichte diesen, sein Tun stets genauestens zu überprüfen und nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln. Und er selbst gibt ein gutes Beispiel vor: „Meine Schwiegermutter schenkte mir vor einigen Jahren den Abschuss eines Ia-Widders. Beim Abendansitz verließen 2 männliche Muffel den vor mir liegenden Einstand und wechselten auf mich zu. Einer war ein hochkapitaler Widder, der andere ein schwächeres Stück, dessen Schneckenenden schon am Träger Wunden gescheuert hatten. Ich habe keine Sekunde überlegt und den Einwachser erlegt.“
Drückjagden hat der Schauspieler in der Slowakei und Polen erlebt, auf Elche in Schweden und Norwegen gejagt, in Österreich Gams und Hirsch erlegt. Erst kürzlich gab Wepper seine „Namibia-Premiere“ – und das halb dienstlich: „Für ,Um Himmels Willen‘ drehten wir etwa 150 km nördlich von Windhoek ein Weihnachts-Special. Zwischendurch nahm ich mir einige Tage Zeit, um das Land auch jagdlich zu erleben“, berichtet der Jäger. Mit Erfolg: Ein Berufsjäger führte den Schauspieler auf einen guten Impala.
 

Fritz im Glück? Nicht immer

 

Gerade seine jüngste Jagdreise sollte nicht von Erfolg gekrönt sein. Wepper: „Ich war gleich mehrmals zur Rotwildbrunft in Tirol. Ich hatte einen Ier-Hirsch frei. Beim ersten Mal hatte ich einen kapitalen Geweihten vor, aber das Licht reichte nicht. Beim nächsten Mal fehlte der Kugelfang, und so ging es immer weiter – es war wie verhext. Aber: aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, zeigt sich der gebürtige Münchner ungebrochen optimistisch.
 

„Jagd ohne Hund ist wie Tanzen ohne Frau“

 

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Foto: Fritz Wepper
Ein eigenes Revier hat Wepper nie gepachtet. Das war auch nicht unbedingt nötig. Im Jahr seines „Grünen Abiturs“ heiratete der Schauspieler Angela v. Morgen, Gräfin v. Görtz. Sie besitzt eine 1.500 Hektar große Eigenjagd im hessischen Schlitz. Dort kommt Rot-, Sika-, Muffel-, Schwarz- und Rehwild vor. „Ich genieße dort das Jagdrecht“, sagt er und lächelt dabei zufrieden.
Fritz Wepper ist bekennender Blaser-Fan: „Im Moment führe ich eine R93 im Kaliber 9,3 x 64. Im Frühjahr hole ich mir die R8 Attaché mit Wechselläufen in 8 x 57 IS und .338.“ Auch in Sachen Jagdhunde ist der 71-Jährige festgelegt. Mit seinem 4-jährigen „Aron“ führt er bereits den 3. Deutsch Drahthaar. „Aron vom Liether Moor ist vermutlich der beste seiner Art in Schleswig Holstein. Wir haben damals nur um 0,5 Punkte den Hegewaldsieg verpasst“, zeigt sich der Jäger stolz. Hunde gehören für Fritz Wepper unbedingt zur Jagd. Der Schauspieler hat bereits 2 Hundeführer-Lehrgänge absolviert. So überrascht es nicht, wenn er abschließend betont: „Jagen ohne Hund ist wie wie Tanzen ohne Frau.“
 

Steckbrief:

 

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Fritz Wepper erblickte am 17. August 1941 in München das Licht der Welt. Bereits mit 11 Jahren spielte er in Kindersendungen des Bayerischen Rundfunks mit. Sein schauspielerischer Durchbruch gelang ihm 1959 mit dem Kinofilm Die Brücke von Bernhard Wicki. Den größten Erfolg aber hatte Wepper an der Seite von Horst Tappert in der Krimiserie Derrick. Dort spielte er zwischen 1974 und 1998 insgesamt 281 mal den Inspektor Harry Klein. Aktuell gibt der heute 71-Jährige den Bürgermeister Wolfgang Wöller in Um Himmels Willen, der erfolgreichsten ARD-Serie aller Zeiten. Für seine schauspielerischen Leistungen wurde Wepper unzählige Male ausgezeichnet. Unter anderem erhielt er 6 Mal den Bambi. Seit 1979 ist Fritz Wepper mit Angela von Morgen, Gräfin von Görtz verheiratet. Die gemeinsame Tochter Sophie-Margarita ist ebenfalls Schauspielerin. Mit der Regisseurin Susanne Kellermann hat Wepper seit Dezember 2011 ein weiteres Kind. na

 

 

 
 


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