CZ 527: Preisgünstig und präzise

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Das beste Schussbild mit RWS Matcvh 3,6 Gramm Hohlspitz: 13 Millimeter.

Preisgünstige Montage

Für die Montage des Zielfernrohres wurden die serienmäßigen 16-Millimeter-Prismenschienen auf der vorderen und hinteren Hülsenbrücke benutzt. Dort wurde eine Festmontage mit 30-Millimeter-Ringen aufgeschoben. Die hintere Prismenschiene hat eine rechtsseitige Einfräsung, in die der Stoppstift der Montage eingreift. So kann die Montage immer nur bis zu einem gewissen Punkt aufgeschoben werden und liegt dann an.

Eine sinnvolle Einrichtung, wenn das Glas abgenommen und wieder aufgesetzt wird, da sich so die Montage immer am gleichen Punkt befindet, was für die Wiederkehrgenauigkeit wichtig ist. Bei einer Varmint-Büchse, die über keine offene Visierung verfügt, wird eine Demontage des Zielfernrohres, die bei dieser Montageart auch nicht ohne Werkzeug möglich ist, aber die Ausnahme sein. Montiert wurde ein Meopta Artemis 3-12×50 mit Leuchtabsehen. Es eignet sich auch für den Ansitz bei schlechtem Licht und erlaubt mit der 12-fachen Vergrößerung auch Schüsse über weite Distanzen.

Etwas problematisch ist jedoch die hier montierte Ausführung mit Leuchtabsehen, denn der auch bei ausgeschalteter Leuchteinheit sichtbare schwarze Punkt in der Mitte des 4er-Fadenkreuzes verdeckt auf größere Entfernung sehr viel vom Ziel. Für Weitschüsse auf Kleinziele, dem eigentlichen Einsatzgebiet einer Varmint-Büchse ist ein feines Fadenkreuz wesentlich besser. Zum Testschießen auf 100 Meter genügte das hier montierte Glas aber vollauf.

Top-Präzision

Gerade im Kaliber .222 Remington ist die Auswahl an Laborierungen sehr groß. Für das Testschießen wurden sechs Laborierungen von RWS, Winchester, Remington, Federal und Hornady ausgewählt. Geschossen wurde wie üblich auf 100 Meter unter Verwendung eines Preußschen Schießgestelles. Die mit Abstand beste Präzision erbrachte die Testwaffe mit der RWS Match mit dem 3,6 Gramm schweren Hohlspitzgeschoss. Damit war es kein Problem, ständig Streukreise von unter 15 Millimeter bei fünf Schuss zu schießen.

Für eine verhältnismäßig preisgünstige Büchse mit Fabrikmunition ist das ein hervorragendes Ergebnis, das sich eventuell mit handgeladener Munition noch verbessern ließe. Werden die Hülsen nur halskalibriert und die Geschosse so gesetzt, dass sie fast an den Zügen anliegen, kann dies durchaus noch eine bessere Schussleistung erbringen. Der Lauf schießt jedenfalls hervorragend.

Resümee

Mit der CZ 527 hat CZ versucht, einen Kompromiss zwischen den technischen Notwendigkeiten, die beim Bau einer Präzisionsbüchse zu beachten sind, der preisgünstigen Serienfertigung und dem Geschmack der europäischen Jäger zu finden.

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen, auch wenn einige Punkte, wie etwa die Anordnung der vorderen Riemenbügelbase, Anlass zu Kritik geben. Der schlanke Jagdschaft aus Nussbaumholz macht die Waffe eher zu einer Büchse für Rehwild- und Fuchsjäger, die eine präzise Büchse suchen, die noch eine gewisse Führigkeit besitzt. Mit 3,1 Kilogramm Gewicht und 111,5 Zentimeter Gesamtlänge liegt die Varmint im Bereich normaler Jagdbüchsen. Für das jagdsportliche Schießen ist sie zu leicht und hat einen zu jagdlichen Schaft, auch wenn sie durchaus auch hier einsetzbar ist. Die Schussleistung ist erstklassig und das Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich auch sehen lassen. Und günstiger ist ein präziser Repetierer kaum zu bekommen.

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