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Griffrepetierer von Sommer: Der Kurze…

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Auf den ersten Blick hat der Sommer-Griffrepetierer mit einer traditionellen Jagdbüchse wenig gemeinsam. Doch neue Technik braucht eben auch eine neue Verpackung.

Von Norbert Klups

Sommer-Griffrepetierer
Griffrepetierer von Sommer: Der Rückstoß wird geradlinig auf die Schulter des Schützen übertragen.

Bei der Neukonstruktion des Griffrepetierers „Shorty“ versuchte das Unternehmen Sommer Präzisionswaffen, die Nachteile bisheriger Kurzrepetierer zu vermeiden. Alle wesentlichen Teile – wie Lauf, Verschluss-Einrichtung, Abzug, Magazinschacht sowie Hinter- und Vorderschaft – sind um eine Trägersäule im Doppel-T-Profil aus Aluminium gruppiert.

Die Funktion des Shorty

Am 62 Zentimeter langen Lauf – bei der Jagd-Version mit einem Mündungs-Durchmesser von 15 mm – wird hinten eine Lagerbuchse und eine Verriegelungshülse aufgeschraubt. Das Ganze ist mit der Zentralsäule verschraubt und verklebt.

Die Verriegelungshülse bildet das Gegenlager für den mit 4,5 cm sehr kurzen Blockverschluss des Griffrepetierers. Im oberen Bereich sind drei radiale Nuten eingefräst, in die der Verschlussblock im verriegelten Zustand eingreift.

Die Anlagefläche der sechs Verriegelungswarzen des Verschlussblockes ist mit 170 Quadratmillimetern recht groß, die Trägersäule selbst nimmt keinen Druck auf.

Der nicht gerade einfach aufgebaute Verschluss besteht aus einem Trägerstück mit zwei Steuerstücken und zwei Mitnehmerbolzen. Bedient wird die Verschlusseinrichtung über den Pistolengriff. Verschlussblock und Pistolengriff werden in eingefrästen Bahnen der Trägersäule geführt.

Beim Vorschieben des Pistolengriffes bewegt sich der Verschlussblock ebenfalls in Richtung Patronenlager, wird durch die zwei Mitnehmerbolzen angehoben und gleitet über die kurvenförmige Ausnehmung der Steuerstücke nach oben, bis er in die Ausfräsungen des Verriegelungsstückes eingreift. Der Verschluss ist jetzt verriegelt.

Zieht man den Pistolengriff nach dem Schuss wieder nach hinten, gleitet der komplette Verschluss mit nach hinten. Die leere Hülse wird ausgeworfen, wozu sich zwangsgesteuert eine Klappe im Hinterschaft öffnet, und eine neue Patrone aus dem Einsteckmagazin liegt vor dem Verschlussblock.

Der Pistolengriff übernimmt hier also die Aufgabe des Kammerstängels. Die Vorteile liegen auf der Hand: Ohne die Handlage zu verändern und die Waffe aus der Ziellinie zu nehmen, kann sehr schnell nachgeladen werden.

Wird der Pistolengriff in die vorderste Stellung geschoben, ist die Waffe schussbereit. Vorausgesetzt, der Griff wird so fest gepackt, dass die Griffsicherung eingedrückt wird. Um den Verschluss zu öffnen, ohne dass der Abzug betätigt wird, muss der Drücker der Griffsicherung etwas herausgezogen und nach oben gedrückt werden. Das ist notwendig, um zu verhindern, dass der Verschluss unbeabsichtigt teilweise geöffnet wird.

Übung vorausgesetzt

Ist das Schloss abgeschlagen, kann ohne weitere Manipulationen sofort repetiert werden. Allerdings darf beim Repetieren nicht die Griffsicherung gedrückt werden, sonst wird der Verschluss in der Sicherheitsstellung gefangen.

Genau das bereitet zunächst Probleme. Der Schütze muss sich deshalb angewöhnen, beim Repetieren die Hand nicht zu fest um den Pistolengriff zu schließen. Das ist nicht gerade einfach, wenn der Griff nach vorn geschoben wird und die Griffsicherung am Rücken des Pistolengriffs liegt.

Eine zusätzliche Arretierstellung des Verschlusses wird wirksam, wenn die Griffsicherung in oberster Position bleibt. Dabei wird der Pistolengriff etwa einen Zentimeter vor der vordersten Stellung durch eine Sicherheitsklinke festgehalten. In dieser Sicherheitsstellung ist der Verschluss abgesenkt, und der Schlagbolzen kann das Zündhütchen der Patrone nicht erreichen.

Wird die Griffsicherung wieder nach unten geschoben, lässt sich der Pistolengriff wieder:

  • in die vorderste Stellung bringen – und die Waffe ist schussbereit
  • oder nach hinten ziehen, um die Patrone aus dem Lauf zu repetieren.

    Die Stellung des Pistolengriffes wird zusätzlich durch einen weißen (sicher) und roten (schussbereit) Punkt auf der rechten Rahmenseite angezeigt.

    Der Abzug selbst ist nicht mit dem Pistolengriff verbunden, sondern in der Trägersäule gelagert. Er bleibt daher beim Repetiervorgang an Ort und Stelle und bewegt sich nicht vor und zurück. Der Abzugsbügel hat eine entsprechende Ausfräsung, durch die der Abzug beim Repetieren hindurch gleitet. Der Druckpunktabzug der Testwaffe wies ein Abzugsgewicht von 650 Gramm auf und löste nach kurzem Vorzug trocken aus. Auf einen Stecher kann man hier gut verzichten.

    Das Magazin wird von unten in den Hinterschaft eingesetzt (soweit man bei dieser Waffe überhaupt von einem Schaft sprechen kann). Bei Standardkalibern nimmt es fünf, bei Magnumkalibern vier Patronen auf. Die Schultern der Patronen finden im Magazin eine Anlage, sodass eine Beschädigung der Geschoss-Spitzen ausgeschlossen ist.

    Gravurplatten nach Wunsch

    Das Jagd-Modell ist rechts und links mit erhaben geprägten Gravurplatten ausgestattet; es können aber auch Holzblenden geordert werden. Verschiedene Motive stehen zur Auswahl.

    Vorderschaft und Pistolengriff sind griffig punziert und bieten auch bei feuchten Händen besten Halt. Eine offene Visierung wird nicht angebracht. Auf dem Laufmantel sitzt eine massive Montageschiene, die die Zielfernrohr-Montage aufnimmt. Auf der Testwaffe mit Sommer-Spezial-Schwenkmontage war ein Zeiss montiert.

    Der Laufmantel hat keinen Kontakt zum Lauf und beeinflusst die Schussleistung so nicht. Auch der Vorderschaft ist nur mit der Trägersäule verbunden und liegt nicht am Lauf an: eigentlich beste Voraussetzungen für eine präzise Schussleistung.

    Präzise Schussleistung

    Die Testwaffe war für das Kaliber .308 Winchester eingerichtet, und für den Präzisionstest wurden Patronen der Firmen RWS (9,7 g KS), PMP (9,7 g Pro Amm) und Remington (11,66 g Core Lokt) benutzt.

    Mit den leichten 9,7-g-Geschossen zeigte die Waffe eine hervorragende Präzision. Das KS kam auf einen Streukreis-Durchmesser von 2,6 cm bei fünf Schüssen auf 100 Meter und das Pro Amm auf 2,9 cm. Das schwere Core Lokt konnte dagegen mit 4,4 cm nicht überzeugen. Der Rückstoß wird geradlinig auf die Schulter des Schützen übertragen, die Waffe nur wenig aus der Ziellinie geworfen.

    Fazit

    Bei einer Lauflänge von 62 cm ist der Sommer-Griffrepetierer insgesamt nur 81 cm lang. Neben der kurzen Baulänge besteht der Hauptvorteil der Waffe in der Möglichkeit, im Anschlag zu repetieren, ohne aus dem Ziel zu kommen. Die Bedienung des Griffrepetierers weicht aber vom bisher Gewohnten ab und erfordert einige Übung, bis der Schütze mit der Waffe vertraut ist.

    Technisch ist die Büchse mit freischwingendem Lauf, extrem kurz bauenden Blockverschluss und Baukastensystem auf dem neuesten Stand, was sich auch in der hervorragenden Schussleistung widerspiegelt.

    Die Optik ist sicher gewöhnungsbedürftig und dürfte den konservativen Jäger zunächst einmal abschrecken. Der Ausspruch „Die Waffe ist das Werkzeug des Jägers“ passt hier genau.

    Mit einem Verkaufspreis von 3.880 Mark liegt der Griffrepetierer auf dem Niveau moderner Baukastenwaffen.

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