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Eiskalt daneben

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Nach stundenlangem Warten in eiskalter Nacht schnürt der kapitale Winterfuchs über die mondbeschienene Schneedecke – und der Schuss geht glatt daneben. Lag es am Schützen oder rettete die Kälte dem roten Freibeuter das Leben, weil sich die Treffpunktlage der Büchse verändert hatte?

Von Norbert Klups

Fuchs
In eisiger Kälte auf kleine Ziele: Da sollte man wissen, wohin die eigene Waffe schließt.

Die Auswirkungen von Temperaturschwankungen auf die Treffpunktlage von Kugelwaffen sind eigentlich bekannt, etwa der Einfluss großer Hitze in den afrikanischen Jagdländern, die den Gasdruck der Patronen erhöhen. Großwild-Munition wird daher von vornherein so laboriert, dass der Höchstgasdruck auch auf dem schwarzen Kontinent nicht überschritten wird.

Ein höherer Gasdruck bringt aber in der Regel auch eine etwas höhere Mündungsgeschwindigkeit, und die ändert wiederum die Treffpunktlage. Probeschüsse sind also obligatorisch, und meist muss das Zielfernrohr um einige Klicks verstellt werden.

Doch wie sieht es umgekehrt aus, wenn die im Sommer eingeschossene Waffe im Winter nach stundenlangem Ansitz bei Minustemperaturen geschossen wird? Hat das auch Einfluss auf Treffpunktlage und Präzision der Waffe?

Ein aufwändiger Test im Dezember vergangenen Jahres sollte hier Klarheit bringen. Um festzustellen, ob Kaliber, Pulverart oder Waffenkonstruktion Einfluss haben, war es notwendig, mehrere Waffen und Kaliber einzubeziehen.

Das machte die Sache sehr zeitaufwändig, zumal immer nur ein Schuss abgefeuert werden konnte, weil die Waffe danach ja erheblich „aufgewärmt“ war.

Der Test

Zunächst wurden vier Gewehre ausgewählt. Für die kombinierten Waffen mit fest verlötetem Laufbündel trat ein Krieghoff Drilling Neptun Primus im Kaliber 7×65 R an. Dazu kamen zwei Repetierbüchsen mit im Hülsenkopf verriegeltem Verschluss, ein 98er Repetierer im Kaliber 9,3×62 und ein Mauser 66 Stutzen in .243 Winchester. Die Magnum-Patronen vertrat eine Sauer 80 Repetierbüchse mit biegemomentfreiem Stützklappenverschluss im Kaliber 8×68 S.

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Bei der .243 Winchester war die Abweichung am größten. Die 5-Schuss-Gruppe in der Mitte wurde bei normalen Temperaturen geschossen. Bei -18 Grad veränderten sich Treffpunktlage und Streukreis deutlich. Bereits drei Schuss lagen jetzt 74 cm auseinander und dazu noch gut 7 cm höher.
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