Eiszeit: Peter Diekmann

1802


 

Winterzeit ist Jagdzeit! Trotz Kälte wollen Jäger zu dieser Jahreszeit nichts als raus. Auch die DJZ-Redakteure treibt es dann auf den Hochsitz. Sie verraten, mit welchen Tricks sie der Kälte trotzen.

 

Peter Diekmann
Glücklicherweise endet meine Geduld auf dem Hochsitz nach etwa 3 Stunden. Selten halte ich es länger aus. Für diesen Zeitraum ist es möglich, sich effektiv vor Kälte zu schützen, selbst bei minus 10 Grad! Dabei ist aus meiner Sicht vor allem eines zu beachten: Keinesfalls darf man vor dem Ansitz ins Schwitzen kommen! Trockene Haut, vor allem an den Füßen, ist das A und O, um in kalten Stunden warm zu bleiben!
Deshalb achte ich penibel darauf, dass der Weg zum Ansitz nicht allzu lang ist und ich ihn mit aller Gelassenheit zurücklege. Außerdem trage ich noch nicht alle Klamotten, sondern einiges davon auf dem Arm. Erst wenn ich am Ansitz ankomme, mache ich mich komplett „gefechtsbereit“.
Bei den Stiefeln setze ich auf ein extrem dickes Thermomodell, das zwar nicht gerade billig, sein Geld dafür aber wert ist. Dabei ist eine Sache enorm wichtig: Nach jedem Ansitz nehme ich den Innenschuh heraus und trockne ihn ebenso wie den Außenschuh separat. Macht man das nicht, hält sich die Feuchtigkeit lange im Schuh. Tödlich für den nächsten Ansitz! Alles andere ist reine Geschmackssache.
Natürlich muss man dick angezogen sein. Aber ob dicke Jacke mit Thermohose, gefütterter Ansitzoverall oder Ansitzsack — das bleibt jedem selbst überlassen. Darunter gehört Funktionsunterwäsche, die Feuchtigkeit nach außen transportiert (eine tolle Erfindung!) sowie Thermounterwäsche. Lange Unterhosen aus Baumwolle sind besser als keine. Fleece wärmt als Material allerdings deutlich besser. Darüber trage ich seit 1996 eine in den USA gekaufte Thermolatzhose, die den Wärmeaustausch auf den Oberkörper ausdehnt.
Am Kopf schwöre ich auf Fleece. Die Mütze liegt eng an (stört also nicht) und wärmt sehr gut. Ihr größter Vorteil: Sie wärmt die Ohren, ohne das Gehör dabei zu sehr einzuschränken. Thema Hände: Obwohl man dort am schnellsten friert, bin ich kein Freund von Handschuhen. Fingerhandschuhe taugen nichts, mit Fäustlingen bin ich eingeschränkt. Seit Jahrzehnten zu Recht sehr bewährt: Taschenofen
im Muff! Diesen Winter will ich übrigens noch einen Geheimtipp ausprobieren: Kleingeschnittene Chili-Schoten in den Socken sollen gewaltig einheizen.
 

 


 

Aboangebot