Eiszeit: Dr. Rolf Roosen

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Winterzeit ist Jagdzeit! Trotz Kälte wollen Jäger zu dieser Jahreszeit nichts als raus. Auch die DJZ-Redakteure treibt es dann auf den Hochsitz. Sie verraten, mit welchen Tricks sie der Kälte trotzen.

 

Roosen
Eine spanische Redensart lautet: „Menschen, die frieren, Schweine, Betrunkene und Hunger machen Lärm.” Und Lärm taugt nichts bei der Jagd. Deshalb ziehe ich bei frostigen Temperaturen als unterste Schicht Thermo-Unterwäsche (langärmeliges Unterhemd und -hose) sowie dicke Wollsocken an. Darüber streife ich Lederhose, Flanellhemd und einen dicken Pullover. Zudem helfen gefütterte Lederstiefel oder gelegentlich auch richtig dicke Antarktisschuhe sowie ein Winterparker gegen eisige Kälte.
Stets am Mann habe ich Handschuhe, die englische Jagdmütze und Peltor-Kopfhörer. Letztere verbessern nicht nur mein beeinträchtigtes Hörvermögen ungemein, sie wärmen zudem meine Lauscher.
Längere Winteransitze mache ich nur bei Schnee und Mond. An der Kirrung hocke ich ungern, einen Fuchs mit Mauspfeifchen oder Hasenklage zu reizen, ist aber für mich ein Höhepunkt im Jagdjahr. Außerdem pirsche ich für mein Leben gern. Dazu streife ich dicke Schaffilzpantoffel über die Lederstiefel, um geräuschlos durch Feld und Wald zu streifen und Beute zu machen, wenn kein Schnee liegt.
Und: Ab -10 Grad bevorzuge ich mein Lesezimmer mit einem guten Buch, einer wohlmundenden Zigarre sowie einem Glas trockenen Rotwein. Denn wie heißt es doch so schön: Wein und Bücher sind auf Erden aller Weisen Hochgenuss / denn sie lassen selig werden, ohne dass man sterben muss.

 


 

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